Packe es mal hier rein, weil die Diskussion hier ja momentan nicht nur Allofs, sondern auch zum Beispiel Lemke, Schaaf und die Finanzen betrifft:
Lemke, die ein oder andere Person neben ihm und die damit verbundene mittlerweile völlig verkrustete hanseatisch-familiäre Philosophie sind sicherlich weitere Probleme, denen man sich bei Werder schnellstens entledigen muß. Man spricht an der Weser gerne vom Standortnachteil gegnüber vielen anderen Bundesligisten, weshalb man finanziell nicht mithalten könne. Warum werden dann nicht zumindest alle Einnahmemöglichkeiten ausgeschöpft? Warum beispielsweise ist Werder der einzige Verein in der Bundesliga, der den Stadionnamen noch nicht verkauft hat? Mag ja für Fußballromantiker eine tolle Sache sein, aber ist das ein Grund um auf jährliche Zusatzeinnahmen in Millionenhöhe zu verzichten? Warum werden ortansässige Weltfirmen wie zum Beispiel Beck's nicht stärker mit ins Boot genommen? Warum hat man sich in den fetten Jahren so klein gemacht und immer davon gesprochen, dass man darauf angewiesen sei entwicklungsfähige, junge Leute zu verpflichten, gleichzeitig aber zig Millionen in Vertragsverlängerungen mit Spielern wie Pasanen, Vranjes, Jensen oder Fritz gesteckt, bei denen man zwar wußte, was man hat, aber auch, dass bei ihnen jene Luft nach oben einfach nicht mehr vorhanden war? Warum spricht man von Spielern aus dem eigenen Nachwuchs, die einem weiterhelfen müssen, tut aber nix erkennbares dafür, sondern sieht beinahe tatenlos zu, wie die zweite Mannschaft zum zigsten Mal in den letzten Jahren sportlich abgestiegen ist? Warum wird das angeblich so wenige Geld, welches man hat, nicht in offensichtliche Baustellen gesteckt, anstatt in Millionentransfers wie Alberto (dessen Transfer keinen Sinn machte, weil mit Diego ein fast identischer Spielertyp bereits im Kader stand), Marin und Arnautovic oder Wesley (zu den Dreien hatte ich in meinem vorherigen Post schon etwas geschrieben), zu investieren? Warum werden Nachwuchsleute, die gute Ansätze zeigen, wie Trinks, Thy und jetzt vermutlich auch Trybull, erst mutig ins kalte Wasser geworfen und dann wieder komplett fallen gelassen? Warum werden Leute wie Wagner und Schmitz verpflichtet, von denen man weiß, was sie im Optimalfall "anbieten" können, um sie dann, wenn sie das tun zu verleihen oder auf die Bank zu setzen? Warum wollte man unbedingt die schnucklige "Arm gegen Reich-/Wir sind das gallische Dorf im Haifischbecken Bundesliga-Geschichte" aufrecht erhalten, anstatt, wie unbedingt nötig, den Verein parallel zu den Erfolgen wachsen zu lassen? Warum ist es den Verantwortlichen wichtiger "anders" zu sein, als die Konkurrenz, anstatt das Erreichte als Sprungbrett zu sehen sich weiterzuentwickeln, als Verein und als Mannschaft, anstatt in der Entwicklung stehen zu bleiben und der Konkurrenz die Möglichkeit zu geben wieder gleich- und vorbeizuziehen? Warum schwärmt man in Bremen von einem Umfeld, dass einen "in Ruhe arbeiten lässt", anstatt den Druck einzufordern, den jeder Spitzenverein der Welt bekommt, wundert sich aber gleichzeitig darüber, dass die Mannschaft so oft "mit der falschen Einstellung" in die Spiele geht? Warum sind in Bremen die marktüblichen Mechanismen ein totales Tabu-Thema, während man selbst im beschaulichen Freiburg nicht vor unpopulären Personalentscheidungen Halt macht? Warum werden nach drei Auswärtsklatschen in Folge, bei Gegnern, mit denen man sich nach Werder-Ansprüchen eigentllich messen will, die Verträge von Trainer und Sportdirektor verlängert, während 14 Spieler mit auslaufendem Vertrag nicht wissen, wie ihre Zukunft aussieht?