Das ist richtig. Die Besetzung der Geschäftsführung ist neben der Genehmigung des Budgets die Hauptaufgabe des Aufsichtsrats.
Dieses Transfertheater ist mit Sicherheit nicht dem AR vorzuwerfen. Die Geschäftsführung hat selbst ein Budget aufgestellt, das vom AR genehmigt wurde und mit Zustimmung des AR sogar ohne öffentliche Diskussion überschritten werden durfte (Beispiel Wolf-Transfer).
Wenn es jetzt heißt, dass Werder trotz der Mertesacker-Millionen (11 Mio. Ablöse plus geschätzt 3 Mio. Gehaltseinsparung) rote Zahlen schreibt, dann kann man sich ausrechnen, wie groß das Minus ohne den Mertesacker-Transfer gewesen wäre. Dass der Aufsichtsrat da Bauchschmerzen hat, weitere Transfers zu genehmigen, finde ich trotz aller sportlichen Notwendigkeiten nachvollziehbar. Bei einer Unterdeckung von ca. 20 Millionen Euro hätte ich trotz der Rücklagen der letzten Jahre ein Problem damit, wenn der Aufsichtsrat diese Transfers einfach durchwinkt. Mit den Mertesacker-Millionen konnte man ja im Juli noch nicht planen, zumal Arsenal zu dem Zeitpunkt noch Jagielka verpflichten wollte.
Das Thema wurde auch nicht vom Aufsichtsrat in die Öffentlichkeit gebracht, sondern von Allofs und Schaaf, und zwar ganz bewusst mit dem Ziel, durch öffentlichen Druck eine abermalige Überziehung des Budgets zu erreichen. Dadurch bekam Lemke die Rolle des Buhmanns. Nicht wenige hätten - um sich zu rechtfertigen - das Ausmaß der Etatunterdeckung der Presse zugespielt. Lemke tat das nicht und deshalb bin ich der festen Überzeugung, dass es hier nicht (bzw. nicht vorwiegend) um Eitelkeiten, sondern um Sachfragen ging.
Das halte ich für ein Gerücht. Mir fällt da aktuell kein Beispiel ein.
Born war nicht der Vorgesetzte von Allofs. In der Geschäftsführung hat jedes Mitglied nur eine Stimme und Allofs war auch schon vorher Mitglied der Geschäftsführung. Die Stimme des Vorsitzenden gibt in der Regel nur bei Stimmengleichheit den Ausschlag, was bei einer 3-köpfigen Geschäftsführung aber nicht vorkommt. Born hat ehrenamtlich gearbeitet und das auch nicht als Vollzeitjob. Borns Aufgaben wurden überwiegend von Filbry übernommen. Allofs ist jetzt auch nicht der Vorgesetzte von Filbry oder Fischer. Der Vorsitz der Geschäftsführung bringt mehr repräsentative Aufgaben mit sich. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.