Klaus Allofs

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Zu den verpflichteten Spielern: Alberto war Pech, mehr als den Spieler und sein Umfeld checken konnte Werder nicht. Sowohl die Scouts als auch die Infos von Porto, die man zum Transfer auch konsultiert hat, haben es im Vorwege für möglich gehalten, was dann am Ende dabei heraus gekommen ist. Kann passiert und ist überall möglich. Wäre dies nicht so, würde es auch keine Trennungen und Scheidungen bei Paaren geben. Tosic war eine Billiglösung, hier hatte man kaum Risiko und man konnte es versuchen. Sanogo hat unterm Strich ein Plus gebracht und Marin und Arno jetzt schon als Flop zu bezeichnen, wo es in der Mannschaft nicht läuft und sie als junge Spieler hier nicht primär in der Pflicht stehen, ist unfair und unsachlich. Zumal Marin letzten Jahr schon eine Menge angeboten hat.

hat 2010 die meisten vorlagen in der bl gegeben: http://sportbild.bild.de/SPORT/bund...orjaeger-vorbereiter-strafraum-herrscher.html

ich kann ohnehin nicht nachvollziehen aus welchem grund hier oft auch die spieler zerrissen werden, die zumindest einsatz zeigen und hin und wieder etwas zählbares produzieren. man könnte manchmal denken, hier wären alle enttäuschte gladbach-fans.
 
Vielleicht für den einen oder anderen ein paar Gedanken zum Nachdenken:

Eigentlich liest man die letzten 2 Jahre im Worum immer die gleich Phrase, nämlich das Werder durch die CL-Teilnahmen mehr oder weniger im Geld schwimmen müsste. Dabei wird leider übersehen, dass es genau diese vielen CL-Teilnahmen waren, die dazu geführt haben, dass Werder den Status besitzt, den wir uns erarbeitet haben. An dieser Stelle bitte die enttäuschende Hinrunde einmal ausblenden, da diese einfach ein ärgerlicher Ausreißer nach Unten darstellt.

2003/2004 war eine sehr entscheidende Station auf Werders Weg nach Oben. Ohne die Meisterschaft und die damit verbundene CL-Quali wären all die guten Spieler nicht zu Werder gekommen, die man in den Folgejahren verpflichten konnte. Klose, Frings, Wiese, Mertesacker, Fritz, Diego, Özil, Pizarro, Marin und Arnautovic wären nicht zu Werder gekommen, hätten sie hier nicht die Möglichkeit gehabt in der CL zu spielen, sich dort weiterzuentwickeln und auch den einen oder andern Euro mitzunehmen.

Gemessen an den finanziellen Möglichkeiten Werders, wären diese Spieler in der Summe nicht zu finanzieren gewesen, weder in der Transfersumme, als auch im Unterhalt. Die meisten hier erinnern sich sicher noch an das Theater eines Willi Lemke, als um die Ablöse von 5 Mio. Euro für Klose gng. Dieses war ein Meilensteine in der Historie Werders. Gemessen an dem vorherigen Transferrekord Tonis mit rund 5 Mio. DM, als 2,5 Mio. Euro, was dies ein Quantensprung, der auch eine neue Ära Werders einleitete. Und selbst mit den CL Millionen musste KA um den Klosetransfer kämpfen, viel mehr sogar, als an die Öffentlichkeit gedrungen ist.

Deshalb ist die Teilnahme an der CL mittelfristig für Werder so wichtig, nämlich um die Mannschaft unterhalten zu können. Denn die von mir aufgezählten Spieler, hätten bei anderen Vereien deutlich mehr verdienen können, als bei Werder. Weil Werder ihnen aber die Perspektive CL bieten konnte und die Spieler, überdurchschnittlich an den Einnahmen dort beteiligen konnte. Somit war das Gehalt der Spieler, bestehend aus Grundgehalt und Erfolgsprämien sowie CL-Boni sehr attraktiv und Werder konnte über diesen Weg finanziell mit den Gehältern der Konkurrenz mithalten. Zumindest solange, wie die Spieler nicht eine höheres Garantiegehalt forderten. Hieran scheiterten in der Regel auch die meisten der heißen Kandidaten der letzten Jahre, da die Spieler sich nicht auf die quasi Abo-Teilnahme Werders an der Champions League verlassen wollten.

Aus diesem Grund liegen auch keine Milliarden bei Werder im Keller, die man dort hortet um einmal die Woche ein Goldbad zu nehmen. Sondern sie stecken größtenteils in den Spielern. Da es hier den Kreislauf gibt, dass die Spieler Werder die CL ermöglicht haben, aber nur zu Werder wegen der CL gekommen sind.

Gemäß einem festen Verteilschlüssel, der sich nach dem Status des Spielers richtet, werden 50 Prozent der Einnahmen aus der CL an die Mannschaft ausgeschüttet. Desweiteren fallen Steuern auf alle Einnahmen an und Werder bildet aus dem vorhandenen Geldern noch Rücklagen und Rückstellungen, die auch für neue Transfers genutzt werden, gebildet.

Werder hat die Philosophie, das ein Saisongrundetat immer als Reserve zur Verfügung stehen sollte, damit kurzfristig ein "Europalose" Saison überbrückt werden kann, ohne auf externes Kapital angewiesen zu sein.

Wir sind eben kein Branchenprimus wie der FC Bayern München, wo eine Adidas oder Audi mit einem dreistelligen Millionenbetrag einsteigen und die Telekom bis zu 20 Mio. jährlich für die Trikotwerbung zahlt.

Auch sind wir Gott sei Dank kein FC Schalke, die es nur noch deshalb gibt, weil dort an der Spitze ein Clemens Tönnies sitzt, der mehre hunderte Millionen schwer ist und mit der Privatschatulle für die Transfers bürgt. Dort sind Werbe- und Zuschauereinnahmen für mehrere Jahre im Voraus verpfändet oder schon als Vorschuß kassiert wurden. Zudem subventioniert die Gemeinde den Verein über die Arenabeiltung des regionalen Energieversorgers, ansonsten wären im letzten Jahr bei Schalke schon die Lichter ausgegangen.

Ich könnte hier jetzt auch noch den HSV anführen, dem der Großteil der Rechte an der eigenen Mannschaft schon gar nicht mehr gehört, weil hier Rechte an Banken und Investoren abgetreten wurden.

Auch ist Werder keine Betriebssportgruppe des weltweiten Automarktführers, der Jahr für Jahr gigantische Summen bereitstellt, um damit die Mannschaft auszubauen.

Deshalb bin ich persönlich unheimlich stolz auf meinen Verein Werder Bremen, weil er einen Status erreicht hat, den kein Schalke, kein HSV, kein Leverkusen, kein Wolfburg, kein Hoffenheim, kein BVB und auch kein FC Bayern erreicht hätten, würden sie mit den gleichen Bedingugen wie Werder arbeiten müssen.

Natürlich könnte KA morgen zu einer Bank gehen und sich 20 Millionen für Transers besorgen. Dieses wäre kein gar Problem und durchaus realistisch. Nur garantieren diese Gelder den Erfolg, sodass die Mannschaft auch für die Re-Finanzierung sorgen kann? Erfolg ist im Fußball nur bedingt planbar und mit vielen Unwägbarkeiten versehen. Verletzungspech hat auch den großen FCB dieses Jahr in der Tabelle nach unten rutschen lassen und es läuft dort nicht nach Wunschprogramm.

Deshalb geht Werder nicht diesen Weg und erkauft sich den Erfolg um jeden Preis. Glaubt mir, ich hätte es auch gerne, wenn Werder man eben so 15 - 20 Mio. für einen Star ausgeben könnte, der uns die Meisterschaft im Alleingang holt. Nur ist das nicht die Philosophie Werders und wird es glücklicherweise in absehbarer Zeit niemals sein.

Noch einen kurzen Einwurf zum Thema Stadion. Es ist tatsächlich nicht so, dass Werder intern Gelder aus dem Spieleretat oder den Transfererlösen an die Stadionsgesellschaft transferieren muss und es tut. Hier ist tatsächlich kein einziger Cent hingeflossen. Der Stadionsausbau wird komplett aus Darlehen realisiert und die Einnahmen aus dem Stadion fließen auch hier wieder in die Gesellschaft um die Raten zu tilgen. Es bleibt in den nächsten Jahren nur weniger als Erträge übrig, die von dort an die Werder GmbH, als Anteilseigner, ausgeschüttet werden können. Was aber ganz normal ist, weil Kredite immer auch Verzicht bedeuten, sowohl in der Wirtschaft als auch im Privaten. Langfristig wird es dem Verein aber sehr großen Nutzen bringen, vorallem dann, wenn Werder endlich 100 % Inhaber der Stadionsgesellschaft ist, was das große Ziel Werders für die kommenden Jahre ist.

Vielleicht konnte ich dem einen oder anderen ein bisschen Hintergrundwissen vermitteln, sofern es mir aus meiner glücklichen beruflichen Situation heraus möglich ist, ohne Internas zu verraten, um die Situation unseres Verein ein bisschen unaufgeregter und differenzierter zu betrachten.

Allen schon mal ein schönes neues Jahr und eine noch schöne und erfolgreiche Rückrunde.


Danke für die Ausführungen. Sehr schlüssig und sehr anschaulich erklärt.
Leider, leider werden viele User das nicht verstehen, weil sie sich die Zahlen so rechnen, wie es Ihnen so gefällt... ohne Hintergrundwissen. Diese Leute würden in der freien Wirtschaft ihre Firmen nach nur kurzer Zeit an die Wand fahren, weil sie nach der Devise verfahren würden "UMSATZ = GEWINN"!
Es wäre auch nicht so tragisch, wenn diese Forumteilnehmer sich ihre Zahlen irgendwie für sich zurechtrechenen... leider greifen Sie auch Manager und Spieler, ja sogar die Mediziner an, das teilweise in einer Art, dass man nur den Kopf schütteln kann. Leider wird nicht das Gesamtergebnis erfolgreicher Jahre, sondern nur die Momentaufnahme einer sehr dürftigen bzw. schlechten Hinrunde.
 
Joar, danke für die Ausführungen. Trotzdem ändert das nichts an der Tatsache, dass wir seit Sommer 2007 an Ausgaben über 30 Millionen Euro für die Supertransfers von Alberto, Tosic, Sanogo, Marin und Arnautovic plus Gehälter plus Schießmichtot hatten und die Mannschaft seit diesem Zeitpunkt m.E. qualitativ deutlich schlechter geworden ist.

So sieht leider aus.
 
Das sie mehr als eine Zahn zulegen bzw. das nicht ihrer Normalform entspricht wissen wir ja oder? Die Frage ist sicherlich ob sie das schaffen können, aber ich denke da ist die Winterpause-Vorbereitung auch ne gute Möglichkeit auch um intern und in Bezug auf Eitelkeiten klar Schiff zu machen. Ob es so sein wird, muss man abwarten.

Entscheidend ist die Frage, ob sie tatäschlich diesen Zahn zulegt und ob die Eitelkeiten über Bord geworfen werden. Momentan lassen Zweifel sich nicht von der Hand weisen, denn diese Mißstände ziehen sich wie ein roter Faden durch die bisherige Saison und daran konnten auch Gespräche und Sanktionen von KATS nichts ändern.
 
das liest sich ja alles sehr schön...
was mich aber interessiert:
warum müßte KA sich 20 millionen bei einer bank erst leihen? warum sind die nicht ohne leihe da?

Steht da doch so gar nicht ;)

Es wurde doch ausdrücklich geschrieben, dass 1-2 Saisons aufgrund von Reserven ohne großartigen Aderlass überbrückt werden können. Das wurde übrigens mehrfach auch von Allofs betont, außerdem wurden aus dem letzten Jahresabschluss 22 Mio an liquiden Mitteln kolportiert - das entspricht in etwa den Einnahmen einer ordentlichen CL-Saison.

Die 20 Mio Leihe beziehen sich dabei, wenn ich es richtig verstanden habe, auf die Möglichkeit einer Leihe und somit nicht auf die Notwendigkeit. Kernaussage ist m.E. daher, dass Werder die zweifelsfreie Bonität mitbringt, diese 20 Mio auch zu bekommen. Da dies angesichts der zurückhaltenden Finanz- und Risikopolitik wohl eher nicht passieren wird, steht auf einem anderen Blatt.

du hast gesagt, dass das geld in der mannschaft steckt. willst du mir ernsthaft erzählen, dass die ganze kohle aus den erfolgreichen jahren und die gewinne durch transfers in dieser jetzigen mannschaft stecken? wenn dem so ist, dann sollte man KA nicht nur kritisieren, sondern sofort entlassen!

Dazu empfehle ich Dir, die Passagen mit der erfolgsabhängigen Vergütung und den gezahlten Prämien nochmal genau durchzulesen. Dann wirst Du feststellen, dass die Gehälter scheinbar einen hohen variablen Anteil (Prämien) haben und dies bei der Anzahl der Pflichtspiele in den vergangenen 2-3 Jahren deutlich zum Tragen gekommen sein dürfte.
So hat Allofs in letzter Zeit einerseits Aussagen über leistungsabhängige Verträge getroffen, andererseits auch betont, dass man bei Werder gutes Geld verdienen kann - sofern der sportliche Erfolg weiterhin vorhanden ist.

Außerdem darf man die Steuerlast bei entsprechenden Einkünften nicht vergessen. Die CL-Einnahmen wird man mit Ausgaben in verschiedenen Bereichen einigermaßen kompensieren können, aber die zusätzlichen Erlöse aus Transfers müssen auch vesteuert werden. Da man ablösepflichte Neuzugänge nicht sofort verrechnen kann weil sie über die Vertragslaufzeit abgeschrieben werden, bleibt hier unterm Strich immer eine gewisse Steuerlast übrig - es sei denn man gibt ein mehrfaches für Transfers aus als man eingenommen hat.

Desweiteren darf man die Entwicklung auf dem Transfermarkt nicht vergessen. 2004 haben wir 5 Mio für einen Klose bezahlt, der sich schon damals etabliert hatte. Auf die Hängepartie ist ja schon eingegangen worden. Später hat man dann einerseits zwar Charisteas (ca. 5 Mio), Ismael (Verrechnung mit Frings, + mehrere Mio) oder Valdez (knapp 5 Mio) für gutes Geld verkaufen können - andererseits haben wir auch gesehen, was in Deutschland eher unbekannte Spieler wie C. Alberto der Wesley kosten, oder Talente wie Arnautovic oder Özil, als er zu uns kam. Spieler wie Zidan, Owo, Rosenberg, Boenisch oder Almeida waren auch nicht mehr für 2 Mio zu haben. Bei entsprechender Konkurrenz auf dem Transfermarkt ist trotz Ablösesumme auch immer mit entsprechenden Handgeldern zu rechnen. Das zeigt für mich, dass Aussagen über einen "überhitzten Transfermarkt" durchaus ihre Berechtigung haben, auch wenn das Zitat hier noch heute belächelt wird. Die überproportionale Entwicklung der Ablösesummen dürfte somit jedem klar sein, auch dass diese Entwicklung sicherlich steiler ausfällt als die Entwicklung der möglichen CL-Einnahmen.

Außerdem darf man nicht vergessen, dass aus einem Wackelkandidaten für den UEFA-Cup ein beständiger CL-Teilnehmer geworden ist. Das allgemein ohnehin schon steigende Gehaltsniveau wurde bei uns darüber hinaus noch den sportlichen Ansprüchen angeglichen - wer regelmäßig Champions-League spielt, möchte auch dementsprechend bezahlt werden.

Da wir in letzter Zeit auch unglückliche Transfers dabei hatten oder auch die Zahnräder auf dem Platz nicht mehr so ineinandergreifen, mögen wir vermeintlich schwächer geworden sein. Was man aber auch nicht vergessen darf, ist die Veränderung der Qualität in der Kaderbreite. Im Double-Jahr hatten wir auf der Bank Spieler wie Wehlage, die jungen C. Schulz und C. Rolfes, Banovic, Lagerblom oder Daun. Wenn heute alle fit sind, können etablierte Spieler wie Jensen, Borowski, (bisher auch Almeida), Pasanen, Hunt oder Prödl auf die Bank schicken - also ohne weiteres eine Ersatzbank aus Spielern mit reichlich Länderspielerfahrung zusammensetzen. Auch das hat seinen Preis, da darf man nicht immer nur auf die Gehälter der Stammspieler schauen.

Natürlich hatte Allofs schonmal ein glücklicheres Händchen auf dem Transfermarkt. Gerade bei eher teuren Transfers wie Arnautovic hängt die Messlatte auch recht hoch. Allerdings kann man auch nicht von jedem 200.000-Euro-Talent erwarten, dass er sich bei uns zum Nationalspieler entwickelt. Solche Experimente wird es aber immer geben, auch bei der Integration eigener Talente. Da kann es aber keine 100%ige Trefferquote geben - was angesichts des geringen finanziellen Risikos aber auch kein Problem ist.

Ich hoffe, ich konnte die in den letzten Jahren stetig gestiegenen Einnahmen einigemaßen in Realion zu den ebenfalls gestiegenen Ausgaben setzen. Natürlich haben wir dadurch auch Reserven aufgebaut - die viele hier natürlich gern investiert gesehen hätten. Aber gerade in einer Saison wie dieser hilft diese Rücklage, entweder den Großteil eines mit Nationalspielern gespickten Kaders zusammenzuhalten, oder einen guten Start für eine Restrukturierung des Kaders zu ermöglichen.

Ich möchte jedenfalls nicht wissen, in welcher Situation wir wären wenn wir sämtliche Überschüsse sofort in Beine investiert hätten und jetzt ohne Rücklagen eine verkorkste Saison aufarbeiten müssten. Dann müsste man bei künftigen Transfers ganz kleine Brötchen backen - im Optimalfall klappt das so wie beim BVB, wahrscheinlicher ist aber ein zunächst andauernder Verbleib im Niemansland der Tabelle.
 
@ Sascha79

Die von Dir aufgeführten betriebswirtschaftlichen Aspekte sind richtig und nachvollziehbar, nur ist im Profifußball nicht nur kaufmännisches Denken erforderlich, sondern auch der sportliche Erfolg, und damit meine ich nicht Titel und Triümpfe, sondern ganz profan das Halten des eigenen Qualitätsstandards.

Die derzeitige sportliche Misere ist auch in einer verfehlten Transferpolitik begründet, und damit meine ich nicht nur, weil Neuzugang X nicht die Erwartungen erfüllt hat oder Spieler Y sich gerade eine Formkrise nimmt, sowas kommt auch in weniger ambitionierten Mannschaften vor und somit leider völlig normal. KATS haben aufgrund des "überhitzten Marktes" überwiegend junge, talentierte Spieler verpflichtet, die in ein paar Jahren möglicherweise große Taten vollbringen können, aber a) gibt es dafür keine Gewährleistung und b) weiß man nicht, ob sie dann überhaupt noch bei Werder sind. Und weil man mit so einer "Rasselbande" trotz des Potentials nicht ewig unter den ersten 5 landen kann, hätte es auch der einen oder anderen sofortigen Verstärkung bedurft, um die eigenen sportlichen Ansprüche aufrecht erhalten zu können. Diese hätte sicherlich auch etwas mehr gekostet, wenn aber man bei den Ferraris mitfahren möchte, darf man nicht nur in Teile von Renault investieren, so daß es auch nachvollziehbar ist, wenn der Begriff "Kaputtsparen" die Runde macht.

Ein gesundes wirtschaftliches Fundament ist aus eigenem Interesse (Schalke 04 ausgenommen) wichtig, das steht außer Frage, aber wenn weiterhin das erreichte Niveau halten will, dann muß man auch mal ein paar € in die Hand nehmen, denn Stillstand bedeutet Rückschritt. q.e.d.
 
@ Werderano & Sascha79: :tnx: Vielen Dank für diese zwei sehr guten Beiträge.

Mir war zum Beispiel die Finanzierung des Stadions noch nicht so bewußt, hatte auch immer damit gerechnet, daß Werder hier ordentlich Geld investiert.

Bei allem Theater der letzten Monate, also zeitweise eingefrorene Gehälter, Tragen von Interna an die Öffentlichkeit etc., sollten wir alle nicht vergessen, was Werder ist:

Ein kleiner Verein, der ohne private Subventionen (HSV, Schalke, H'heim, etc.), Schulden (Schalke, BVB, etc.) oder unvorstellbaren Sponsoring (Bayern, W'burg)) meistens oben mitspielt, ja sogar oftmals den oben genannten ein Bein stellt. Und das alles mit großer hanseatischer Gelassenheit und Wirtschaftlichkeit.

Ich bin mir sicher, daß KA & TS sich selber und Werder auch wieder neu erfinden werden und wir nächste Saison (spätestens) wieder angreifen.

So, auch von mir schon mal einen guten Rutsch ins neue Jahr für Euch und Werder. :beer:
 
Soweit richtig mola, nur kann ich mir durchaus vorstellen dass wir 2-3 Jahre brauchen werden um wieder oben anzugreifen, da man m.E. nicht eben 5-6 Spieler austauschen und auf gleichzeitige Qualitätsverbesserung hoffen kann. Jedenfalls nicht in der derzeitigen Situation.
 
Noch einen kurzen Einwurf zum Thema Stadion. [...] Der Stadionsausbau wird komplett aus Darlehen realisiert und die Einnahmen aus dem Stadion fließen auch hier wieder in die Gesellschaft um die Raten zu tilgen. Es bleibt in den nächsten Jahren nur weniger als Erträge übrig, die von dort an die Werder GmbH, als Anteilseigner, ausgeschüttet werden können. Was aber ganz normal ist, weil Kredite immer auch Verzicht bedeuten, sowohl in der Wirtschaft als auch im Privaten.

Was mir hierbei auffällt: wir schauen doch immer mit einer gewissen Häme nach Schalke, die ihre Zuschauereinnahmen auf Jahre verpfändet haben. Allerdings ist die Situation bei Werder doch nicht ganz unähnlich: wenn die Zuschauereinnahmen in die Stadiongesellschaft fließen und dort zur Tilgung der Kredite benutzt werden, bekommt doch auch Werder auf Jahre weniger (wenn nicht gar nichts) aus den Zuschauereinnahmen. Wo ist der Unterschied zu Schalke (wenn man mal die Laufzeiten außer acht läßt)? Auch Werder wird für längere Zeit Geld aus Zuschauereinnahmen fehlen, das sonst hätte in die Mannschaft investieren können. Also gibt Werder zwar kein Geld für den Stadionumbau aus, sondern nimmt aufgrund des Umbaus weniger Geld ein. Unter dem Strich läuft das doch qualitativ aufs Gleiche heraus: Werder hat weniger Geld für die Mannschaft. Oder verstehe ich da etwas völlig falsch?

P.S.: mir ist schon klar, dass ein Umbau irgendwie finanziert werden muss und dass das Gled irgendwo her kommen muss. Ich möchte es nur verstehen, wie genau das funktioniert.
 
Zu der Quelle der Infos: Weisst Du was ein Wirtschaftsprüfungsunternehmen ist? Soviel sollte hierzu reichen, den Rest kannst Du aus meinem langen Post heraus lesen;)

Danke für die Info. Dein Text über die finanzielle Situation bei Werder war im Übrigen sogar mir als absoluten Wirtschaftslaien verständlich.
Die Transferpolitik der letzten Jahre sehe ich allerdings nach wie vor deutlich kritischer als du. GWG, mezzo
 
Soweit richtig mola, nur kann ich mir durchaus vorstellen dass wir 2-3 Jahre brauchen werden um wieder oben anzugreifen, da man m.E. nicht eben 5-6 Spieler austauschen und auf gleichzeitige Qualitätsverbesserung hoffen kann. Jedenfalls nicht in der derzeitigen Situation.

Naja, Bargfrede, Mertesacker, Hunt, Marin, etc. haben ja Potential, können es momentan nur nicht abrufen. Die haben doch nicht im Sommer das Fußballspielen verlernt, vielmehr können sie aus irgendwelchen Gründen ihr Potential nur nicht mehr abrufen, also in Qualität wandeln. So wie wir es in der letzten Rückrunde gesehen haben. Und daran muß TS als Trainer aber natürlich auch KA als Manager arbeiten.
Ich schätze, es muß kein Riesenumbruch passieren, sondern eher an gewissen "Tendenzen" bei der Potentialabrufung gefeilt werden. Und das ist das tägliche Brot. Lediglich für unsere Oldies wie Lutscher und Pizza sollten alsbald ernsthafte Neue kommen.
 

Ich glaube aber nicht, dass Bremen in den letzten Jahren bei der Qualität im Kader von Stillstand sprechen kann. Wir hatten eine Saison, bei der wir in der CL mit Barcelona und Chelsea mithalten konnten und jetzt? Wenn ich dann sehe, wie viele Spieler wir abgegeben haben und welche Spieler dafür gekommen sind. Naja, da wäre Stillstand ein Erfolg.

Früher hatte man auch das Gefühl, dass die Spieler, die hier waren froh und stolz waren hier spielen zu dürfen. Da gab es Spieler wie Klasnic, die trotz Urlaub mit zu Freundschaftsspielen gefahren sind, um den Fans Autogramme zu schreiben und die Kollegen zu treffen. All diese Spieler hat man vergrault. Andere Eigengewächse wie Schulz, Rolfes und so weiter konnte/wollte man auch nicht halten. Heute spielt doch fast jeder nur noch des Geldes wegen hier. Deshalb würde ich den Spielern an den Geldbeutel gehen. Alle Prämien streichen. Die Spieler verlieren dabei so wie so nicht viel. So erfolgreich wie sie aktuell sind.

Bremen hat den Fehler gemacht und das Gehaltsniveau auf eine für Bremer Verhältnisse nicht verantwortbaren Bereich gebracht. Das Grundgehalt der Spieler ist viel zu hoch. Wo sind die erfolgsabhängigen Prämien, die ein Team antreiben Siege zu erringen? Die Spieler sitzen lieber Ihre Verträge aus, anstatt irgendwo anders spielen zu können. Man ist durch die Fixkosten immer auf einen internationalen Wettbewerb angewiesen, oder man hat kein Geld für Verstärkungen. Warum sieht man nicht zu und verkauft den Stadionnamen und sucht andere Sponsoren? Wieso schaffen das alle anderen BL Vereine und nur Bremen nicht? Man gibt immer wieder die Topspieler für viel Geld ab. Das Geld wird dann wieder aus dem Fenster geworfen. Die Einkäufe stellen sich vermehrt als ausgebrannt oder Pfeifen raus, egal ob sie CA, Sylvestre, Huse, Boro, Wagner usw. heißen. Auch wenn die Ablöse bei einigen gering war, muss man immer das Gesamtpaket sehen, dass aus Handgeld, Ablöse und dem Gehalt besteht.

Außerdem passt nicht, dass man Unsummen (8,3Mio€!!!) für Spieler wie Marin ausgibt, die nur ein Jahr Vertrag haben und versichert haben ablösefrei im kommenden Jahr zu wechseln. Wir dagegen geben Spieler, deren Vertrag bald ausläuft weit unter Wert ab. Als Beispiele sind Özil bei dem sich sogar Morinho danach über Bremen lustig macht und nun Almeida zu nennen.

Es muss auf der Manageposition was passieren. Private Probleme dürfen nicht im beruflichen Bereich eine Rolle spielen. Wie sprechen hier von einem Manager, der jedes Jahr mindestens 1 Mio€ bekommt. Dafür müssen andere 15 Jahre arbeiten.
 
Woher genau nimmst du die Information, dass sich bei Allofs private Probleme negativ auf seine Tätigkeit auswirken? Oder ist das nur eine Unterstellung deinerseits, weil du nach einer einfachen Ursache für die Krise suchst?

Es gibt Schicksalsschläge im Leben, die färben sowohl ins Private als auch Berufliche ab, dass läßt sich nicht verhindern.
Ich ziehe meinen Hut vor KA wie er seine persönliche Situation gemeistert hat.
 
Quelle: http://derstandard.at/1271377656692/Richtungswechsel-UEFA-verordnet-Financial-Fair-Play

Nyon - Die Europäische Fußball-Union (UEFA) wird den Kampf gegen die Schuldenmacher unter den Klubs weiter forcieren und droht im Extremfall mit dem Ausschluss von den Europacup-Wettbewerben. Ab der Saison 2012/2013 soll das sogenannte Financial Fair Play nach einer Übergangsfrist greifen. Innerhalb von drei Jahren dürfen Klubs maximal 45 Millionen Euro Verluste schreiben. Zu einem Europacup-Ausschluss aufgrund einer Überschuldung kann es frühestens zur Saison 2014/2015 kommen, sollte die sogenannte 'break even'-Vorschrift nicht erreicht werden.

'Die Klubs dürfen einfach nicht mehr ausgeben als sie einnehmen. Diese Philosophie steckt dahinter', sagte UEFA-Präsident Michel Platini. Das Exekutivkomitee der UEFA, darunter DFB-Präsident Theo Zwanziger, einigte sich auf seiner Sitzung am Donnerstag am UEFA-Sitz im schweizerischen Nyon einstimmig auf den Kurs, um die Vereine auf Linie zu bringen. Manchester United sagte laut UEFA bereits zu, den künftigen Maßnahmenkatalog befolgen zu wollen.

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Ab dann wird es einen überhitzten Markt nicht mehr geben, bis dahin darf man diesen Begriff ruhig benutzen :D
 
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