Im Vergleich zu GE, Dormund, Bayern etc. leben wir hier immer noch in einer Oase der Nachsichtigkeit und Harmonie. Ich habe selbst in DO schon erlebt, wie man die kpl. Mannschaft bereits nach 10 Min. auspfiff. Was glaubst Du wohl, was man bspw. mit einem Rosenberg nach all den furchtbaren Spielen in anderen Stadien "angestellt" hätte? Von der Medienlandschaft ganz zu schweigen.
Man ist es bei uns in der Regel nicht gewöhnt, daß es solche Unmutsäußerungen gibt. Das KA es natürlich lieber sieht, wenn man still alles dagebotene erträgt, nach dem Spiel natürlich den Gang in den Fanshop nicht vergisst, ist klar.
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Bremen ist im Vergleich zu den Ligarivalen, die einen Platz im Europapokal beanspruchen, wirklich ein Hort der Besinnlichkeit. Aber dieser Anspruch, der auch von Klaus Allofs stets gehegt wird, erweist sich bei in den Heimspielen mehr und mehr als Rohrkrepierer, denn wenn man unter den ersten 5 mitspielen will, dann muß nach 12 Spielen vor dem eigenen Publikum mehr rauskommen als eine gerade einmal ausgeglichene Bilanz mit je 4 Siegen, Remis und Niederlagen, die ohne 2 glückliche, Remis rettende Last-Minute-Tore sogar negativ ausgefallen wäre.
Gerade in den Bundesliga-Heimspielen rächen sich die groben Fehler in der Transferpolitik, daß die Mannschaft im Vergleich zur enttäuschenden Buli-Saison im Vorjahr nicht verstärkt wurde und das ihr die Routiniers fehlen, die auf dem Platz die Ärmel hochkrempeln und die jungen Spieler „an die Hand nehmen“, damit das Team besonders in den bHeimspielen die von der sportlichen Leitung mit geschürten Erwartungen gerecht werden kann. Aber wenn Klaus Allofs wegen einem "überhitzen Markt" nicht mehr investieren kann oder will, dann darf man den Fans mit der Zielvorgabe Europapokalplatz auch nicht den Mund wässrig machen und schon gar nicht im Radiointerview angepi... auf die verständlichen Unmutsäußerungen des Publikums reagieren, weil die von ihm mit zusammengestellte Mannschaft die von ihm selbst vorgegebenen Ziele durch eine schlechte Heimbilanz nicht erfüllt.
Mit seiner Äußerung am Samstag bei Bremen 1 hat Klaus Allofs sich auf sehr dünnes Eis begeben, denn statt die Ursache öffentlich zu kritisieren (die Mannschaft, und damit auch seine eigene Arbeitsweise) , kritisierte er fälschlicherweise lieber die Wirkung der von ihm mit zu verantwortenden Ursache. Wenn Klaus Allofs seine Transferpolitik und die Mannschaftleistungen mal öffentlich so überdenken würde, wie er sich am Samstag bei Bremen 1 das Publikum kritisert hat (nur mal so am Rande: in der freien Wirtschaft ist publik werdende Kundenschelte so ziemlich das letzte, was man sich erlauben sollte), dann wären auch die Resultate des Teams besser und damit würde man dem Publikum auch die Argumente für Unmutsäußerungen nehmen.
Aber wenn man Kritik durch eine moderate Medienlandschaft vor Ort nicht gewohnt ist und/oder man sich zuviel von der Kritikunfähigkeit eines Otto Rehhagel gewollt oder ungewollt abgeguckt hat, hat man eben seine Schwierigkeiten damit, wenn das eigene Publikum sich bei einer so dürftigen Heimbilanz anders verhält als eine "zahlende Klatschattrappe".