Kein echter Spielmacher mehr im Team?

Die Zeit der klassischen Spielmacher, ein zentraler echter 10er, ist (leider) vorbei. Die Mannschaften die über einen solchen Spieler in der Liga verfügen, sind auch nicht wesentlich besser oder schlechter gestartet als wir.

Modern ist es dagegen im Mittelfeld die Spielgestaltung und die tödlichen Pässe mehreren Spielern zu überlassen. Arnautovic und Marin haben diese Fähigkeiten, Wesley muss das noch unter Beweis stellen. Mit Bargfrede haben wir einen entwicklungsfähigen Spieler in den Reihen, der, so mein Eindruck, sich in dieser Saison verstärkt versucht in das Offensivspiel einzuschalten. VonHunt erwarte und erhoffe ich mir in dieser Saison endgültig den Durchbruch.

Generell ist man ohne den klassischen Spielmacher viel schwerer auszurechnen. Erwischt der 10er einen schlechten Tag oder wird er von der gegnerischen Verteidigung aus dem Spiel genommen, läuft es gleich in derkompletten Offensive nicht. Zudem ist man taktisch viel variabler. In Wolfsburg läuft es erst seit McClaren auf 4-4-2 umgestellt hat. Mit einem Diego kann man eben nicht 4-2-3-1 spielen.

Diese ganze Diskussion kommt doch nur auf, weil man meint, dass Özils Abgang hier nicht kompensiert werden konnte. Dabei war Özil in der letzten Rückrunde alles andere als überragend und trotzdem konnten wir noch Dritter werden. Nach dem Spiel in Genua hat auch kein Mensch nach einem Spielmacher geschrien. Ich denke wenn wir bald wieder an erfolgreiche Zeiten anknüpfen können, wovon ich überzeugt bin, dann wird auch diese Diskussion wieder verschwinden.
 
Ist doch alles Schnullibulli. Wenn die Mannschaft nicht geschlossen auftritt, kann man sich einen Spielmacher in die Haare schmieren, weil er allein auf weiter Flur ist. Wenn die Mannschaft aber schon geschlossen auftritt und die Spieler ihr Potenzial abrufen, haben wir auch dann locker genug spielerische Elemente und Klasse, wenn statt Özil wahlweise Wesley, Arnautovic, Jensen oder Borowski in der Startelf stehen.
Das Problem ist nicht, dass wir nicht die Spieler haben, die unsere Probleme lösen könnten, das Problem ist, dass sie es auf welchen Gründen auch immer im Moment nicht schaffen.
Was uns in der Tat weiterhelfen würde, wäre ein Spieler wie Diego, der alle Nase lang einen Freistoß reinballert und so auch Punkte rettet, wenn die Mannschaft allgemein desolat Auftritt, aber das hat ja nichts mit Spielmachern zu tun und täuscht auch mehr über Probleme hinweg, als dass es sie behebt.

:tnx:
 
Absolut, ich falle hier auch gerade vom Glauben ab.

Aber ob Spielmacher oder nicht. Wir haben keinen Spieler mehr, der Tempo wirklich bestimmen kann, der überraschende Sachen macht. Ich habe die Hände über dem Kopf zusammen geschlagen, als Werder für die Özil-Millionen im Mittelfeld nichts mehr gemacht hat.

Hat man nicht?
Ich habe z.B. einen Hunt schon immer als schlampig bezeichnet, gerade zeigt er es wieder. Über Borowski braucht man keine Worte mehr verlieren, ein Wesley braucht entweder noch Zeit oder bleibt körperlich für die Liga viel zu schwach (zumindest was die Defensive angeht). Warum Jensen nicht mehr spielt, weiß wohl nur Schaaf, Marin macht ganz gute Sachen, aber bringt alles andere als schnellen One-Touch-Fußball.

Nur weil Du Hunt als schlampig bezeichnest, heißt das nicht automatisch, dass wir ein kreatives Loch im MF haben. Wir haben dort Hunt und Marin, Arnautovic der diese Position ebfls. spielen kann, dito Wesley. Dass das alles noch nicht zusammen passt, ist sicher nicht dem ersatzlosen Özil-Abgang geschuldet. Diesen Beweis, dass es so ist, muss ich dir schuldig bleiben. Aber schuldig bleibst Du mir den Beleg, dass 50-Mio-Mesut jetzt alles anders wäre. Wenns denn mal schlecht läuft, kann man alles kritisieren - klar. Aber es sollte doch irgendwie auch Hand und Fuß haben. Wenn jetzt Özil bei all seinen Fähigkeiten, wirklich derjenige gewesen wäre, der regelmäßig die Kohlen aus dem Feuer geholt hat, dann wäre dieses Argument nachvollziehbarer. Aber so? Wenn Du Hunt als schlampig (ich denke mal, du meinst seine Formschwankungen), was war dann Özil'?
Unser Mittelfeld-Problem ist meiner Meinung nach größer als das der Abwehr, wir werden damit nicht oben mitspielen. Da nehme ich jede Wette an, die man sich vorstellen kann.

Das kann schon sein. Nur ich glaube nicht an diese Heilbringer-Argumentation, dass mit einem Spielmacher, alles besser wäre. Weil a) genug kreative Spieler vorhanden sind und b) die Probleme weitaus größer sind, als dass sie von einem einzelnen Spieler gelöst werden können. Die ganze Mannschaft muss da irgendwie raus. Am besten schon gleich.
 
ich bin gerade vereinslos, verfüge über viel erfahrung und verlange... hmmm... sagen wir 3-jahresvertrag mit option auf verlängerung und 2 mios pro jahr. könnte morgen beim training zu der mannschaft stoßen und in ein paar wochen habe ich den konditionellen rückstand aufgeholt und könnte den jungen spielern im kader einiges vermitteln :lol:

p.s. muss aber gleich dazu sagen, dass ich ein schwieriger charakter bin und einige eskapaden in der vargangenheit hatte... habe mir z.b. von einem mannschaftskollegen das fahrrad geliehen und das ist mir dann vor der kneipe geklaut worden... :D wenn ich nachts nicht schlafen kann ist die gefahr groß, dass ich nochmal zur tanke fahre und mir cola und chips kaufe. ab und zu verschlafe ich dann morgens:cool: aber das ist ja so, oder so ähnlich schon bei werder bekannt und dürfte kein problem darstellen... ;)

Irgendwie Lustig. :D
 
Ich finde es schon sehr verwunderlich, dass hier einige wirklich behaupten, dass Mesut kein Spielmacher ist. Er war es bei uns und ist es in der Nationalmannschaft sowie jetzt bei Real.
Mit welchen Pässen und Aktionen er immer wieder seine Mitspieler einsetzt, Gegenspieler ausspielt um dann für Gefahr zu sorgen....ein moderner Spielmacher eben. Sicher gibt unterschiedliche Arten eines Spielmachers, dass will ich nicht abstreiten, aber solche Aussagen, sind doch sehr eigenartig.
Dann will ich mal versuchen, es aus meiner Sicht zu erklären:
Mesut´s Fähigkeiten in der Offensive, die Du dort beschreibst, repräsentieren zweifelsohne internationale Klasse. Er kann an guten Tagen als Anspielstation und Verteiler der zweiten Bälle DER Initiator eines jeden Spiels sein.

Aber nur sehr bedingt als Spielmacher. Weil er gegen den Ball grosse strategische Schwächen hat. Er bestreitet fast keinen Zweikampf, sein Spiel ist fast nur von der Intuition geprägt. Entweder er entzieht sich (intuitiv) den Zweikämpfen, um dort anspielbar zu sein, wo der Gegner gerade nicht aufpasst oder er kommt mit Ball mit Tempo auf den Gegenspieler in der Hoffnung, durch Schnelligkeit und den einen Haken vorbeizukommen. Aber er ist immer davon abhängig, in die Spielentwicklung eingebunden zu werden, nicht diese selbst anzuschieben. Er ist kein Spieler, der regelmäßig aus der Tiefe die Fäden zieht, dort je nach Gegebenheit Bälle behauptet oder mit direktem Pass das Spiel eröffnet.

Seine Qualitäten sind trotzdem gut und wichtig für strukturiertes und schnelles Spiel. Aber manchmal nicht gut genug, wenn es gegen Gegner geht, die sich wie letzte Saison bspw. Frankfurt oder Dortmund exakt auf Werder`s Spiel einstellten und top organisiert auftraten. In solchen Spielen, wo der Gegner eine Patt-Situation erreichte, also Werder`s Spiel neutralisierte, zeigten sich Mesut`s Schwächen. Denn dann reichte es nicht aus, auf den Abpraller oder das eine präzise Zuspiel zu warten, was dann weiterverarbeitet werden konnte. Gleichzeitig wurde seine Spielweise besonders dann zum Risiko für`s gesamte Team, wenn er dieses mangelnde Spiel gegen den Ball in keinster Weise mit Offensivaktionen ausgleichen konnte. Weil dann alle anderen (in einer Patt-Situation) ohne Entlastung für Mesut mitarbeiten mussten, was irgendwann nicht mehr gutgehen kann.

Gegen viele Gegner funktioniert es auch so und kann spielentscheidend sein - wenn die Gegner nur etwas weniger laufbereit sind und mit mindestens genauso wenig Leuten gegen den Ball arbeiten. Das war aber zum Beispiel in der Partie gegen Mainz nicht der Fall. Auch das aktuelle Hoch und Tief bei Real - gegen gewisse Kontrahenten - passt da momentan irgendwie ins Bild.

Nehmen wir vergleichsweise das Duo Marin/Hunt. Beide suchen, wenn es nicht anders geht, auch die Zweikämpfe und haben daher schon mal einen strategischen Vorteil gegenüber Özil. Gerade Marin hat letzte Rückrunde nach schwachem ersten Werder-Halbjahr Dinge gezeigt, die außergewöhnlich sind. Während Mesut den Ball direkt und präzise spielt, macht Marin meist noch andere, unberechenbarere Dinge, geht intelligente Laufwege, um Räume zu schaffen, spielt Steil- oder Flachpässe in die Schnittstellen, die nur wenige spielen können. Wird er generell defensiv noch stärker und verfällt weniger im Abschluss in Eigensinn (so wie er`s letzte Rückrunde schaffte) kann er DER Kreativspieler Werder`s werden. Und zwar nicht nur als Aussenspieler. Aaron hat ähnliche Qualitäten, nur nicht mit dieser Spielintelligenz und Handlungsschnelligkeit. Arnautovic bringt alles mit, Wesley als defensiv-offensive Schaltzentrale ebenso. Ich sehe daher nicht, warum das nicht reichen sollte, um Spiele fussballerisch zu dominieren.
Was uns in der Tat weiterhelfen würde, wäre ein Spieler wie Diego, der alle Nase lang einen Freistoß reinballert und so auch Punkte rettet, wenn die Mannschaft allgemein desolat Auftritt, aber das hat ja nichts mit Spielmachern zu tun und täuscht auch mehr über Probleme hinweg, als dass es sie behebt.
:tnx: Wer, wenn nicht Werder, könnte das besser beurteilen.

Wenn die Mannschaft aber schon geschlossen auftritt und die Spieler ihr Potenzial abrufen, haben wir auch dann locker genug spielerische Elemente und Klasse, wenn statt Özil wahlweise Wesley, Arnautovic, Jensen oder Borowski in der Startelf stehen.
Das Problem ist nicht, dass wir nicht die Spieler haben, die unsere Probleme lösen könnten, das Problem ist, dass sie es auf welchen Gründen auch immer im Moment nicht schaffen.
:tnx:
DER Punkt. Aber diese Erkenntnis macht den Thread eigentlich sinnfrei. ;)
 
Letztendlich geht es doch darum, dass unser Offensivspiel seit dem Abgang von Mesut ganz schön jämmerlich geworden ist.
Das die vergangenen beiden Pleiten (hoffentlich) nicht der Maßstab sind, ist schon klar, aber das Fehlen eines solchen Spielers ist doch klar zu erkennen.
Warum nennst du denn Borowski hier als Spieler, der diese Kreativität übernehmen kann? :eek: Der Gute ist doch nur noch ein schlechter Schatten vergangener Tage...zum Gruseln.
Und Jensen spielt ja so gut wie nie, weil seine guten Tage wohl auch um sind.
 
Wo nenne ich Borowski? Oder Jensen?

Edit: Hinzuzufügen wäre noch, dass gerade Mourinho der Trainer sein könnte, der Mesut Özil auch strategische Fähigkeiten vermitteln kann.
 
Naja, nicht du persönlich hast die beiden genannt, aber du hast der Aussage von jemand anders zugestimmt!! :p

Özil muss sicher noch einiges zulegen, wenn er sich bei Real langfristig durchsetzen will, das denke ich auch.
 
:tnx: Richtig.
So recht verstehe ich die Debatte und vor allem den Eingangsbeitrag sowieso nicht. Abgesehen davon, dass die Bedeutung von einzelnen Spielern und besonders der Begriff "Spielmacher" im Hinblick auf den modernen Fussball ziemlich überschätzt wird, wäre es vielleicht am sinnvollsten gewesen, wenn der Threadersteller erstmal die Diskussion mit "seiner Definition" eines Spielmachers begonnen hätte. "gelenkt", "gestaltet", "Offensive geprägt" - sagt wenig aus. :confused:
Werder hatte in den letzten 25 Jahren genau EINEN Spielmacher. Micoud. Der dann zufällig auch noch exakt zu Schaaf`s Spielphilosophie passte. Ansonsten waren die Aufgaben immer verteilt, zugegeben in der Diegozeit sehr ungünstig verteilt.

Auch ein Micoud hätte gänzlich ohne eine entsprechende Mannschaft wenig bis gar nichts bewegen können, allerdings konnte er die Spieler, die da waren, auf ein anderes Niveau heben. Einwand Sasscha - ersetzte Boro mit Baumann, das trifft`s eher.


Schon mal was von Andi Herzog gehört?
 
@Fdb
Selbiges Zitat hatte ich bereits einmal im Diego-Thread gebracht. Das ist allerdings vergebene Liebesmüh. Im Gegenteil - was dann folgte, weil`s nicht verstanden wurde, waren verbale Rundumschläge, zum Beispiel oder besonders von PT sowie die üblichen Sinnlos-Debatten. Dummerweise hat man da auch noch versucht, gegenzuhalten. Der Rest ist bekannt.
 
Wobei die Diskussion dann ja irgendwann eine Wende nahm. Hier findet seit meinem Post ja auch nicht mehr viel statt. Sind wohl noch am Lesen und Staunen.:)

Eigentlich müsste man ja zunächst einmal gucken, wie Werder derzeit spielt und sich fragen, ob wir nicht eher einen Stürmer mit Spielmacherqualitäten, denn einen Spielmacher benötigen.
 
Sagen wir mal, es wurde versucht, eine Wende zu bringen. ;)

Bis dann "Zitat Blacki84: "Der Beissreflex" wieder einsetzte.
 
Eigentlich müsste man ja zunächst einmal gucken, wie Werder derzeit spielt und sich fragen, ob wir nicht eher einen Stürmer mit Spielmacherqualitäten, denn einen Spielmacher benötigen.
Meiner Meinung nach weder noch. Wir brauchen Struktur im Team, das Ineindergreifen der Rädchen in allen Mannschaftsteilen. Hamburg war schon mal ein Anfang. Für mich eine Frage des Einspielens der drei Neuzugänge sowie der Rückkehr der Leistungsträger. Mainz und Dortmund machen doch genau DAS gerade vor und zwar mit weniger individueller Klasse als Werder bei den Einzelspielern hat. Das wird schon und dann wird niemand mehr über Spielmacher philosophieren.
 
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