"König" Otto Rehhagel

@opalo: Ausgerechnet mit einem der unsympathischsten Sportler wie Michael Schumacher musst du mit Otto Rehhagel vergleichen :O

Ich jedenfalls finde es mittlerweile toll, dass Otto Rehhagel das jetzt noch einmal macht und kann ihn gerade bezgl. Berlin total verstehen.

Und was die Öffentlichkeit darüber denkt, dürfte ihn wohl kaum (noch) interessieren ;)
 
@oceandreamer. Mir ist Michael Schumacher nicht unsympathisch. Davon einmal abgesehen geht es in meinem Vergleich nicht darum, wie sympathisch jemand ist, sondern mir geht es um das Phänomen, dass es offenbar eine Kunst ist, rechtzeitig dauerhaft loszulassen bzw. seine Karriere auf dem Zenit zu beenden, und dass - meine Meinung - viele, die das nicht schaffen, sich damit keinen Gefallen tun.

Ich wünsche Otto Rehhagel in Berlin allen Erfolg, aber ich glaube nicht daran & fände es schade, wenn dadurch seine Erfolge in den Hintergrund rücken würden.
 
@opalo: Das kann man aber aus Außenstehender jetzt aber m.E. gar nicht beurteilen. Es geht ja darum, was den Einzelnen noch antreibt. Dann müsste z.B. ja jeder Schauspieler nach dem Oscar aufhören, da es keine weiteren Höhepunkte für ihn gibt. Das wäre ja gerade bei Clint Eastwood, Sean Connery usw. ja gerade äußerst schade gewesen...
 
@opalo: Das kann man aber aus Außenstehender jetzt aber m.E. gar nicht beurteilen. Es geht ja darum, was den Einzelnen noch antreibt. Dann müsste z.B. ja jeder Schauspieler nach dem Oscar aufhören, da es keine weiteren Höhepunkte für ihn gibt. Das wäre ja gerade bei Clint Eastwood, Sean Connery usw. ja gerade äußerst schade gewesen...

Ich finde, es ist ein Unterschied, ob ein Schauspieler nach einem Oscar noch weitere Filme dreht, solange er nicht seinen Rücktritt erklärt hat, oder ob jemand - wie Schumacher - nach einem Rücktritt und längerer Pause wieder einsteigt oder - wie Rehhagel - auch nach einer Pause und dazu noch im stolzen Alter von über 70 Jahren wieder als Trainer anfängt.

Natürlich kann ich nicht beurteilen, was die beiden zu ihren Entscheidungen bewogen hat, aber das tue ich ja auch nicht. Ich sage nur, dass ich die Schritte aus meiner Perspektive nicht nachvollziehen kann und dass ich persönlich das Risiko sehe, dass sie sich damit schaden, weil es ihre vergangenen Leistungen schmälern könnte.
 
Ich mag Schumacher. Halte ihn für sehr professionell und empfinde es als sehr positiv, dass er außerhalb seines Sports doch sehr bodenständig wirkt. Immerhin ist er seit Jahren ohne Skandale verheiratet. :D
Ob das Comeback nun richtig war sei mal dahingestellt. Ich hätte es an seiner Stelle wohl nicht getan, aber er ist halt Sportler durch und durch und ich würde mir wünschen, dass er es noch einmal auf das Siegerpodest schafft.

Ich denke auch nicht, dass Ottos Leistungen durch ein evtl. misslungenes Comeback beschädigt bzw. geschmälert werden könnten. Dazu hat er einfach zuviel geleistet. Für mich wird er immer einer der Größten bleiben, auch wenn ich Opalos Bedenken verstehen kann.
Ich wünsche ihn alles Gute :), auch wenn ich ihn nicht gerne ausgerechnet bei der Hertha sehe. ;)
 
Also ich fand seinen angeblichen Defensivfussball in Bremen nicht langweilig. Diesen Mythos vom Defensivfussball hat er sich wohl mit Griechenland eingebrockt. Was soll er auch sonst mit Griechenland spielen?

Zu Ottos Zeiten in Bremen hab ich noch mit Lego und Barbiepuppen gespielt...(bzw. die ersten Jahre davon gab's mich noch gar nicht). Von daher hast du recht. Mein Bild von seiner Spielphilosophie hängt stark mit dem Auftreten der griechischen Mannschaft zusammen :D
 
Außerdem finde ich seinen Defensivfußball langweilig.

Otto stand mit Ausnahme seiner Zeit in Griechenland nie für Defensivfussball. Im Gegenteil, ich erinnere mich an unendlich viele Kantersiege und Spielen mit zahlreichen Toren zu seiner Bremer Zeit...

Und was sollte er denn als Nationaltrainer Griechenlands mit derem Personal machen? Die einzige Chance dort erfolgreich zu sein war eben Defensivfußball mit taktischer Meisterleistung, und diese Chance nutzte er mit geradezu grandiosem Erfolg, einem Erfolg, den es für Griechenland NIE MEHR geben wird. Irgendwann werden sie es dort auch merken und ihm ein Denkmal meißeln...

Gruß vom
Werder-Oldie
(der an jenem denkwürdigen Abend des EM-Gewinns vor lauter Mitfreude für Angelos und Otto vor dem Fernseher tanzte...)
 
Zu Ottos Zeiten in Bremen hab ich noch mit Lego und Barbiepuppen gespielt...(bzw. die ersten Jahre davon gab's mich noch gar nicht). Von daher hast du recht. Mein Bild von seiner Spielphilosophie hängt stark mit dem Auftreten der griechischen Mannschaft zusammen :D

Die aber sehr erfolgreich war. :)
Rehhagel war immer ein Trainer, der sein System von den Spielern abhängig gemacht hat.
In Bremen hat er größtenteils tollen Fußball spielen lassen.
Ich erinnere mich da gerne an die eine oder andere Europacup Nacht und andere sensationelle Siege und Erfolge.

Edit:
(der an jenem denkwürdigen Abend des EM-Gewinns vor lauter Mitfreude für Angelos und Otto vor dem Fernseher tanzte...)

Ich habe mir einen Athen Teller beim Griechen geholt und einen Ouzo ausgeben lassen. ;)
 
Ich denke man muss bei dem Thema was opalp anspricht, die öffentliche Perspektive und die persönliche unterscheiden.
Ich mag Schumacher nicht allzusehr. Aber ich verstehe sehr gut, dass jemand, der 40 ist und wahrscheinlich nie etwas so gut können wie Autofahren, noch ein paar Jahre damit verbringen will, auch wenn objektive Erfolge ausbleiben sollten. Aber mit 5 WM Titeln muss er sich auch nichts mehr beweisen. Im Moment beschleicht einen vielleicht als Fan ein etwas traurigen Gefühl. Aber in spätestens 5 oder 10 Jahren wird Schumacher wieder nur der erfolgreichste Formel 1 fahrer sein.

Bei Rehhagel muss man erstmal abwarten. Wenn er Hertha rettet, wird er der König sein wie Hans Meyer vor ca. 5 Jahren.
Und wenn nicht, kann es zumindest gut sein, dass man den Abstieg auf das allgemeine Chaos zurückführen wird und höchstens sagt, dass es halt nicht mehr ging. Außerdem hat Rehhagel auch in Lautern und bei den Griechen erfolglose Phasen gehabt und teilweise schwach ausgesehen. Legenden sind auch aus Fleisch und Blut.

Udo Lattek wird man in paar Jahren auch nicht mehr als den senilen Dummschwätzer vom Doppelpass mehr gesehen werden. Und Ottmar Hitzfeld bleibt eine Legende, auch wenn er mit der Schweiz bei der WM nicht weitergekommen ist und jetzt bei der EM nichtmal dabei ist.

Da bin ich relativ unbesorgt.

MFG dkbs
 
Warum soll er nicht? Gibt Kohle, Publicity etc.

Es ist wie z. B. bei Michael Schumacher und seinem Formel 1 - Comeback:

Diese Männer leben ihre Leidenschaft.

Die machen das nicht wegen des Geldes oder der Publicity! :(



Uups, opalo hatte ja schon den gleichen Gedanken! Sorry!
Im Gegensatz dazu aber glaube ich, dass man sich später an die WM-Titel erinnern wird, nicht an sein gescheitertes Comeback! Bei Otto wird man sich an Erfolge und Kult-Sprüche erinnern. Durch sein Engagement bei Hertha hat er nichts zu verlieren!
 
ich wünsch unserm könig otto alles gute mit der hertha.
und ich glaube auch, das die mit ihm als trainer erfolgreicher sein werden. das zusammenspiel der herthaner funktioniert ja - woran es bei denen hapert ist ja eher die katastrophale chancenauswertung und die stabilität in der defensive - und ich glaube in hinblick darauf, gibt es derzeit keinen besseren der zur verfügung steht. immernoch besser als einen weiteren perspektivkonzept-trainer zu holen und zu verheizen in der heiklen situation. das kann man wieder machen, nachdem otto da den grundstein gelegt hat.
 
Aus meiner Sicht würden die Erfolge stark verblassen, wenn Rehhagel in Berlin scheitern sollte, denn ich gehe schon davon aus, dass Berlin seine letzte Station ist - und was in Erinnerung bleibt ist nicht zuletzt auch das Ende einer Karriere.

Mir ist es jedenfalls mit Michael Schumacher so gegangen. Vor seinem Comeback war Schumacher für mich DER Formel-1-Fahrer (ich bin kein Formel-1-Fan, hatte aber großen Respekt vor seiner sportlichen Leistung). Und jetzt denke ich, wenn ich seinen Namen höre oder lese, immer zuerst daran, dass er einer derjenigen ist, der es nicht geschafft hat, rechtzeitig loszulassen, und ich glaube nicht, dass sich dieses Bild im Kopf bei mir noch verändert, da ich nicht erwarte, dass er, bevor er endgültig aufhört, noch einmal Weltmeister wird.

Vielleicht ist ihm die Meinung anderer Leute auch einfach egal und er will sich dieser Herausforderung stellen und sehen ob er es noch kann. Ich finde das nur legitim.
 
Schade eigentlich, dass die im Pokal rausgeflogen sind. Dann wäre ja sogar noch ein Titel drinne gewesen. Erst vorm Abstieg retten und dann den Pokal holen, das hätte zu Otto gepasst. :D
 
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