Köhler zurückgetreten

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Warum? Auch andere Präsidenten sind erst im dritten Wahlgang gewählt worden. Ein vernünftiges Urteil über den neuen Amtsinhaber - egal, ob Wulff oder Gauck - lässt sich erst anhand seiner Arbeit fällen.

Klar kann man ein Urteil erst nach der Arbeit fällen!

Ich beziehe mich aber auf die Wahl selbst und die Unterstützung durch die uneinige Koalition! Übereinstimmung, Zustimmung, Zusammenarbeit sieht anders aus!
 
ach was wird das in den nächsten tagen noch lustig... die FDP ist sich zu 100% sicher, dass, bis auf die 4 bereits vorher bekannten gauck-wähler, alle Wulff gewählt habe... Bei der Union ist es das selbe spiel..
man schiebt sich schön den schwarzen peter gegenseitig zu...
so wird sich das klima in der Koalition zumindest nicht verbessern...;)
 
Zitat von [Sportfreund];1119787:
Größter Verlierer ist meiner Meinung nach übrigens die Linkspartei. Den Umfragen nach will die Bevölkerung Gauck

Dass die Linken als "Verweigerer" wahrgenommen werden, liegt aber auch an der falschen Wahrnehmung über deren Gründe. Es liegt nicht nur an der Rolle Gaucks bei der Aufarbeitung der SED-Diktatur, sondern auch an Gaucks politischen Positionen, die denen der Linken entgegenstehen.
Das wussten auch SPD und Grüne, also sind durchaus auch sie schuld, wenn ein von der Mehrheit der Bevölkerung nicht gewollter Herr Wullf Präsident wird. Man hätte sich auch vorher auf einen Kandidaten einigen können, gegen den es seitens der Linken keine Vorbehalte gibt.
 
Die TITANIC-Wahlfrau Martina Gedeck ist in aller Munde. Trotz Twitter-Verbot gelingt es ihr, wichtige Informationen aus der Bundesversammlung zu schmuggeln – ohne Handy und Laptop!

Daß es sich um die echte Martina Gedeck handelt, entnehmen Sie bitte Ihren Qualitätsmedien (Pfeilchen klicken!).
http://www.titanic-magazin.de/newsticker.html
:D

Denn manchmal gibt's bei Twitter veritable Scoops, exklusive Informationen. So geschehen bei der Wahl des mittlerweile geflüchteten Horst Köhler zum Staatsoberhaupt. Damals, im 2009, schickten zwei Abgeordnete die Ergebnisse vorab über Twitter. Bei den Offiziellen war der Ärger darüber mächtig, alle Wahlprüfer haben versprochen, bei dieser Wahl vorsichtiger zu sein. Ein "Twitter-Verbot" wurde ausgesprochen, auch wenn niemand genau erklären konnte, wie das jemals durchgesetzt werden sollte. Alle Vorsicht fahren lassen haben dagegen manche Medien, trotz aller Skepsis, die mittlerweile gegen über den "Tweets" angebracht wäre. So berichtete der rasende Reporter Ulrich Deppendorf, ansonsten gesitteter und honoriger ARD-Büroleiter im politischen Berlin, weniger Minuten vor Bekanntgabe des Ergebnisses des ersten Wahlgangs atemlos davon, dass über das "Twitternetz" gemeldet werde, dass Wulff es geschafft habe. Klar, Vorsicht sei angebracht. Aber in Windeseile schienen alle Kommentatoren die Nachricht für bare Münze zu nehmen. Irgendwas ist ja immer dran an so einem Gerücht, oder?

Was war passiert? Ein Twitterer oder eine Twitterin mit dem Namen "martinagedeck" hatte folgende Nachricht abgesetzt: "ok busemann (CDU) hat ne sms bekommen leute :-) also kein zweiter wahlgang". Dazu die Hashtags (Doppelkreuze) "Bundesversammlung" und " bpw" für Bundespräsidentenwahl. Auf den ersten Blick schien das durchaus möglich zu sein. Die Schauspielerin Martina Gedeck ist von den Grünen als Wahlfrau in die Bundesversammlung entsandt – und so einer Künstlerin traute man anscheinend durchaus zu, "illegal" aus der honorigen Veranstaltung zu twittern. Doch schon ein zweiter Blick auf "martinagedeck" hätte ausgereicht, um Zweifel aufkommen zu lassen. Der Twitter-Account war erst gestern angelegt worden und bis zur Bundespräsidentenwahl mit meist belanglosem und teilweise kruden Postings befüllt worden, Rechtschreibfehler inklusive: "Veronica Ferres hat echt schön symmetrisch Brüste. Muß man einfach neidlos anerkennen." Aber anstatt spätestens hier innezuhalten, wurde der SMS-Tweet von "martinagedeck" einfach weiterkolportiert. Und aus dem "Gerücht" wurde wie beim "Stille-Post-Spiel" die superexklusive News.

Andere Tweets vermeldeten, dass Wulff sechs mehr Stimmen erhalten hatte, als für die absolute Mehrheit notwendig sind. Die Kollegen von "faz.net", der seriösen und an sich sehr sorgfältigen Website der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" hoben eine Meldung mit dem Titel "Twitter: Wulff im 1. Wahlgang gewählt" auf die Seite - und zogen sie kurze Zeit später wieder zurück. Höhepunkt des absurden Schauspiels war der Reporter der ARD, der noch kurz vor dem zweiten Wahlgang behauptete, die Tweets der Martina Gedeck seien wohl eine Fehlinformation gewesen. Wohl gemerkt, nur die Meldungen, nicht der ganze Spuk und Fake drum herum.
http://www.stern.de/politik/deutsch...-falschen-wahrsager-aus-dem-netz-1578607.html
 
Dass die Linken als "Verweigerer" wahrgenommen werden, liegt aber auch an der falschen Wahrnehmung über deren Gründe. Es liegt nicht nur an der Rolle Gaucks bei der Aufarbeitung der SED-Diktatur, sondern auch an Gaucks politischen Positionen, die denen der Linken entgegenstehen.
Das wussten auch SPD und Grüne, also sind durchaus auch sie schuld, wenn ein von der Mehrheit der Bevölkerung nicht gewollter Herr Wullf Präsident wird. Man hätte sich auch vorher auf einen Kandidaten einigen können, gegen den es seitens der Linken keine Vorbehalte gibt.


Daß die Linken als "Verweigerer" darstehen, liegt nicht an einer falschen Wahrnehmung, sondern weil diese Partei nur durch populistische Forderungen auffällt, die aber in den seltesten Fällen realisierbar sind. Wenn die Linken aber möchten, daß die Wahrnehmung über sie positiver wird, dann hätten sie heute die Möglichkeit, dies mit einem Votum für Gauck zu beweisen, aber aufgrund der Gauck'schen Aufarbeitung der SED-Diktatur wird das wohl nicht geschen und damit würden die Linken eindrucksvoll beweisen, daß sie für die (SED-)Vergangenheit und nicht für eine Zufunkt in einem demokratischen Deutschland stehen und damit nicht politik- geschweige denn regierungsfähig sind und aufgrund dieser Einstellung dürfte es für SPD und Grüne wohl äußerst schwierig sein, einen Kandidaten zu finden, der den Linken genehm sein könnte.

Abgesehen davon: wie können SPD und Grüne die Schuldigen sein, wenn Wulff durch die deutliche Mehrheit von Union und FDP gewinnt? Schuld haben rot-grün höchtens dadurch, daß sie aufgrund ihrer Politik keine parlamentarische Mehrheit haben, um ihren Kandidaten zum Sieg zu verhelfen.
 
Wenn die Linken aber möchten, daß die Wahrnehmung über sie positiver wird, dann hätten sie heute die Möglichkeit, dies mit einem Votum für Gauck zu beweisen
Warum, weil es dann im ganzen Land Schadenfreude über Schwarz-Gelb gibt?
Es sind beides konservative Kandidaten, die eine ganz andere Politik als die Linke vertreten. SPD und Grüne haben den doch nur vorgeschlagen, um der Regierung ans Bein zu pissen.
 
Daß die Linken als "Verweigerer" darstehen, liegt nicht an einer falschen Wahrnehmung, sondern weil diese Partei nur durch populistische Forderungen auffällt, die aber in den seltesten Fällen realisierbar sind.

Das "Verweigerer" bezog sich in diesem Fall auf Wahl (oder nicht verhinderte Wahl) von Wulff. Und wie ja schon bereits mehrfach gesagt ist nicht etwa nur Gaucks Vergangenheit als Gegner der SED Grund dafür, dass ihn viele Linke für keinen guten Kandidaten halten, sondern auch seine jüngsten Äußerungen darüber, dass man auch angesichts der Finanzkrise die Wirtschaft nicht maßregeln solle. Wie er überhaupt ein Konservativer, ein Liberaler ist, aber niemand, der einem linksdenkenden politisch nahesteht

Übrigens hat Die Linke durchaus Konzepte zur Finanzierung ihrer Absichten. Die Erhöhung des Rentenalters beispielsweise wäre nicht nötig, wenn man alle Arten von Einkommen (auch aus Kapital) heranziehen würde und es keine Beitragsbemessungsgrenze gäbe. Ob man das für politisch richtig hält ist natürlich noch was anderes, aber der Union/FDP Kurs "Wir wollen weniger einnehmen, um mehr ausgeben zu können und dabei die Schulden zu senken"
scheint mir da wesentlich realitätsferner.

Wenn die Linken aber möchten, daß die Wahrnehmung über sie positiver wird, dann hätten sie heute die Möglichkeit, dies mit einem Votum für Gauck zu beweisen.

Und das ist ein Dilemma: Soll man einen Kandidaten, den man für einen schlechten Präsidenten hält wählen, damit ein anderer (ebenfalls als schlecht empfundener) es nicht wird?

aber aufgrund der Gauck'schen Aufarbeitung der SED-Diktatur wird das wohl nicht geschen und damit würden die Linken eindrucksvoll beweisen, daß sie für die (SED-)Vergangenheit und nicht für eine Zufunkt in einem demokratischen Deutschland stehen

Nicht jedes Mitglied der Linken war Mitglied oder Befürworter der SED-Diktatur. Vom aktuellen Vorstand war nur eine Minderheit SED-Mitglied. Das wird sich im übrigen schon aus Altersgründen immer mehr wandeln.


wie können SPD und Grüne die Schuldigen sein, wenn Wulff durch die deutliche Mehrheit von Union und FDP gewinnt?

Es ging mir darum, dass es eben auch nicht Schuld der Linken ist. Union/FDP haben bei der Kandidatenkür einen Fehler gemacht und jemanden ausgewählt, der selbst in den eigenen Reihen keine Mehrheit findet. Wäre es SPD/Grünen gelungen, einen Kandidaten zu finden, der bei "Abtrünnigen" und Linken vermittelbar gewesen wäre, hätte dieser Kandidat gewinnen können.
 
Warum, weil es dann im ganzen Land Schadenfreude über Schwarz-Gelb gibt?
Es sind beides konservative Kandidaten, die eine ganz andere Politik als die Linke vertreten. SPD und Grüne haben den doch nur vorgeschlagen, um der Regierung ans Bein zu pissen.


Was Union und FDP hätten vermeiden können, denn 1999 war Gauck einer der Favoriten auf die Kandidatur von Union und FDP, sie hätten "nur" auf ihn zurückgreifen müssen. Damit hätte die Koaltition auch Zustimmung von SPD und Grüne bekommen, was in diesen politisch und wirtschaftlich schwierigen Zeiten dem Land sicher gut getan hätte.
 
Übrigens hat Die Linke durchaus Konzepte zur Finanzierung ihrer Absichten. Die Erhöhung des Rentenalters beispielsweise wäre nicht nötig, wenn man alle Arten von Einkommen (auch aus Kapital) heranziehen würde und es keine Beitragsbemessungsgrenze gäbe. Ob man das für politisch richtig hält ist natürlich noch was anderes, aber der Union/FDP Kurs "Wir wollen weniger einnehmen, um mehr ausgeben zu können und dabei die Schulden zu senken"
scheint mir da wesentlich realitätsferner.

Gehört zwar nicht zum Thread aber: Ohne Beitragsbemessungsgrenze würden noch mehr Menschen mit höherem Einkommen zu den privaten Krankenkassen wechseln, und damit würde das ohnehin marode Gesundheitssystem erst recht zusammenbrechen.


Nicht jedes Mitglied der Linken war Mitglied oder Befürworter der SED-Diktatur.


Natürlich nicht jeder, aber dennoch haben diejenigen einen so großen Einfluß, daß Gauck aufgrund der Aufarbeitung der Vergangenheit im Vorfeld der Wahl von den Linken abgelehnt wurde. Siehe auch: http://www.politik.de/forum/parteien/223298-warum.html
 
Gehört zwar nicht zum Thread aber: Ohne Beitragsbemessungsgrenze würden noch mehr Menschen mit höherem Einkommen zu den privaten Krankenkassen wechseln, und damit würde das ohnehin marode Gesundheitssystem erst recht zusammenbrechen.

Zum einen sprach ich über die Rentenkassen, zum anderen will Die Linkedie privaten Krankenkasse ja auch abschaffen.
Aber das ist wohl wirklich eher was für den Allgemeinen Politikthreat.



Natürlich nicht jeder, aber dennoch haben diejenigen einen so großen Einfluß, daß Gauck aufgrund der Aufarbeitung der Vergangenheit im Vorfeld der Wahl von den Linken abgelehnt wurde. Siehe auch: http://www.politik.de/forum/parteien/223298-warum.html

Das ist auch nicht mehr als die Meinung eines Diskutanten in einem Forum. Ich will ja auch gar nicht abstreiten, dass die SED-Vergangenheit so manchen Linken davon abhält, Gauck zu wählen. Aber es gibt aus Sicht von politisch links stehenden auch andere gute Gründe, jemanden mit der politischen Position eines Herrn Gauck nicht zu wählen.

Übrigens finde ich den Hinweis auf die SED-Vergangenheit ziemlich falsch. Diverse Funktionäre aus SED oder den Blockparteien wie der CDU der DDR sind heute in anderen Parteien aktiv.

Ich kenne mindestens eine ehemalige FDJ-Sekretärin für Propaganda und Agitation, die Herrn Wullf wählen wird. Schließlich hat sie ihn ja als Kandidatin vorgeschlagen.
 
nichtsdestotrotz wird wulff nach menschlichem ermessen gewinnen (müssen) ;)
nicht mal alle stimmen der linken könnte ne einfache mehrheit für gauck bringen, wenn nicht noch 1 aus dem 2. wahlgang der CDU/FDP "überläuft".
und so viel parteipolitische gewalt trau ich dem bürgerlichen lager zu, dass sie so einen GAU(ck) [herrlich solche wortwitze :D] nicht zulassen.

aber spannender als erwartet war die wahl schon mal und vor allem für die aktuelle regierung schon ein desaster. spannend spannend :)
vor allem was nach der wahl noch so folgt, das könnte noch einiges geben. auch in hinsicht auf landtagswahlen im nächsten jahr.
 
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