Wobei er meiner Meinung nach teilweise (wenn auch aus seiner Biografie heraus verständlich) über das Ziel hinausgeschossen ist.
Über den IM "Sekretär" gibt es keine Akte. Trotzdem behauptet Gauck, dass Manfred Stolpe eben dieser IM gewesen sei und bezieht sich dabei auf ein Gutachten seiner eigenen Behörde. Den Gegenbeweis hierzu anzutreten ist für Stolpe natürlich unmöglich, eben weil es die Akte nicht gibt. Durchaus möglich oder sogar wahrscheinlich, dass Stolpe IM war, aber er wurde öffentlich gebrandmarkt, ohne dass es wirklich bewiesen war.
Oder auch wenn er sagt: Wir können nicht zulassen, dass die sozialistischen Globkes in ihren Ämtern und Positionen in Staat und Gesellschaft bleiben. geht das für mein Empfinden zu weit.
(Hans Maria Globke war derjenige, der über die Nürnberger Rassegesetze zusammen mit dem SS-Obergruppenführer Wilhelm Stuckart einen Kommentarverfasst hat. Darin werden das Zusammengehörigkeitsgefühl des "rassisch homogenen deutschen Volkes" propagiert und alle Personen "fremden Blutes", vor allem Juden, als rassisch minderwertig diskriminiert. Auch soll auf seine Iniative hin Gesetz geworden sein, dass Juden zwangweise Namenszusätze "Israel" bzw. "Sarah" führen mussten.)
Die DDR war eine abscheuliche Diktatur, für die Mauertoten, die Bespitzelung seiner Bürger und vieles Andere gibt es keine Rechtfertigung, aber das NS-Regime war eine ganz andere Dimension von Unrecht als es die SED-Diktatur war.
Dennoch finde ich die Position der LINKEN falsch. Denn Gauck will dazu beitragen "die bittere Distanz zwischen Regierenden und Regierten zu überwinden", was eine gute (und zukunftsgewandte) Entwicklung wäre.