Jens Pascal

Was spricht also hinsichtlich des Grabsteins moralisch nun dagegen? Wenn du mir schon vorwirfst, dass ich bestimme, was Moral ist... Was ich definitiv nie getan habe!

Weil ein solcher Grabstein auf einem KATHOLISCHEN FRIEDHOF (also bei der Kirche, die sehr an Gott glaubt) eben gegen die Moral der Kirche verstößt.
Definition von Moral: "Bezeichnung für ein kompliziertes System von Regeln, sittlichen Normen und Werten, die das soziale Verhalten des Menschen betreffen und die der Gesellschaft zugrunde liegen. In jeder Gesellschaft gibt es Verhaltensvorschriften (Regeln), die für ihre Mitglieder gelten. Ob ein bestimmtes Verhalten moralisch ist oder nicht, wird aus Übereinstimmung mit oder Abweichung (s. Devianz) von diesen erschlossenen Regeln beurteilt
 
Ja, das mag wohl. Aber in solch einer Situation ist dazu wohl kaum jemand in der Lage...

Ich mußte mich auch damit befassen, als mein Sohn im Alter von knapp 9 Jahren verstorben ist. Denn in der Friedhofsordnung ist u.a. auch geregelt, welcher Stein (Material) auf`s Grab darf und welcher nicht.

Das mag jetzt herzlos klingen, aber gerade dort wo es keinen plötzlichen, sondern einen zu erwartenden Tod gab, kann man sowas vorher abklären.
Besonders wenn ich nicht in der Kirche bin und mein nicht getauftes Kind dann auf einem kirchlichem Friedhof beerdigen möchte.

Und selbst wenn der Tod plötzlich war, hat man genügend Zeit, denn zwischen Beisetzung und Grabsteinerstellung liegen mindestens 3-4 Wochen.
 
Was spricht also hinsichtlich des Grabsteins moralisch nun dagegen? Wenn du mir schon vorwirfst, dass ich bestimme, was Moral ist... Was ich definitiv nie getan habe!
Frag doch die Leute, die sich diese Ordnung ausgedacht haben. Irgendwas werden die sich schon dabei gedacht haben. Ich glaub, das wird sogar recht kompliziert und geht so ziemlich in Religiöse. Und dann kann man ja darüber diskutieren, ob das sein muss oder nicht, oder doch, oder was weiss ich. Ich hab kein Plan, warum es überhaupt durch die Freidhofsordnung verboten ist, weiss nur, dass das so ist. Dann kann ich aber schlecht einfach sagen, ich will das aber, die Kirche find ich sowieso doof und ständig mit dem Argument "letzter Wunsch" ankommen.
 
Das mag jetzt herzlos klingen, aber gerade dort wo es keinen plötzlichen, sondern einen zu erwartenden Tod gab, kann man sowas vorher abklären.
Besonders wenn ich nicht in der Kirche bin und mein nicht getauftes Kind dann auf einem kirchlichem Friedhof beerdigen möchte.

Ich denke, in der Zeit, die man noch gemeinsam hat, kümmert man sich um andere Dinge... Es klingt aber nicht herzlos, was du sagst, sondern eher logisch. Aber logisches Denken in solch einer Situation? Schwierig!

Finde ich trotzdem nicht gut... Aber da gehen halt die Meinungen auseinander.

Trotzdem darf man nicht vergessen, dass die Kirche dafür auch Geld bekommt, wenn man dort beerdigt wird. Egal ob man in der Kirche ist oder nicht... Und es bleibt für mich nur ein Grabstein.



@FF: zu katholischer Kirche und Moral äußere ich mich besser nicht. Da würde ich ein Fass öffnen, das den Rahmen sprengt...

Und auch hier, es ist nur ein Grabstein mit einer Aufschrift, die nur einen Teil des Jungen wiederspiegelt... Damit wird niemand beleidigt, angegriffen oder sonst was.
 
Und auch hier, es ist nur ein Grabstein mit einer Aufschrift, die nur einen Teil des Jungen wiederspiegelt... Damit wird niemand beleidigt, angegriffen oder sonst was.
Gerade im Fußball wird gerne mal vom Fußballgott gesprochen, von der Ersatzreligion, von lebenslang (und darüber hinaus), von, von, von... da gibt es unzählige Beispiele. Da finde ich es nicht verwunderlich, dass Leute sowas nicht wollen und auch irgendwo nachvollziehbar.
 
Zitat von Fliegenfänger;2445086:
:tnx::tnx::tnx: So sieht es aus. Auch wenn es schwer fällt,
informieren muss man sich selbst, das wird einem nicht geschenkt.

man muss doch sowieso die gesamte Beerdigung vorbereiten, Dinge aussuchen und dergleichen. Das ist schmerzhaft keine Frage, aber im zuge dessen kann man sowas eben auch nachfragen. Es ist ja nun nicht so, als ob das jetzt das einzig schwierige in so einer Situation wäre!
 
Ich mußte mich auch damit befassen, als mein Sohn im Alter von knapp 9 Jahren verstorben ist. Denn in der Friedhofsordnung ist u.a. auch geregelt, welcher Stein (Material) auf`s Grab darf und welcher nicht.



Und selbst wenn der Tod plötzlich war, hat man genügend Zeit, denn zwischen Beisetzung und Grabsteinerstellung liegen mindestens 3-4 Wochen.

Erstmal: das tut mir von Herzen Leid!

Zum anderen: wenn ich es richtig verstehe, geht es um den Stein und seiner Aufschrift. Die Zeit zwischen Tod und Beerdigung ist kurz. Und in der Zeit hätte man sich informieren müssen bzw einen anderen Friedhof wählen müssen. Das ist sehr kurzfristig. Und ich weiß nicht, ob es möglich ist, in dieser kurzen Zeit sowas zu durchdenken... Bei uns liegen meist 3-5 Tage dazwischen... Ich glaube, da ist man mit anderen Dingen beschäftigt. Das ist ja das Problematische... Die Beerdigung ist vollzogen und nun dieser Hammer mit dem Grabstein.

Ich würde mich freuen, wenn der Junge seinen Grabstein so bekommt, wie er sich es gewünscht hat. Es ist nur ein Stück Stein mit einer Aufschrift.
 
Erstmal: das tut mir von Herzen Leid!

Zum anderen: wenn ich es richtig verstehe, geht es um den Stein und seiner Aufschrift. Die Zeit zwischen Tod und Beerdigung ist kurz. Und in der Zeit hätte man sich informieren müssen bzw einen anderen Friedhof wählen müssen. Das ist sehr kurzfristig. Und ich weiß nicht, ob es möglich ist, in dieser kurzen Zeit sowas zu durchdenken... Bei uns liegen meist 3-5 Tage dazwischen... Ich glaube, da ist man mit anderen Dingen beschäftigt. Das ist ja das Problematische... Die Beerdigung ist vollzogen und nun dieser Hammer mit dem Grabstein.

Ich würde mich freuen, wenn der Junge seinen Grabstein so bekommt, wie er sich es gewünscht hat. Es ist nur ein Stück Stein mit einer Aufschrift.

Beerdigung ist nicht gleich Grabsteinsetzung :roll:
Das kann durchaus 3-6 Wochen dauern. Das Grab muss sich erst "setzen".
 
Zitat von Fliegenfänger;2445101:
Beerdigung ist nicht gleich Grabsteinsetzung :roll:
Das kann durchaus 3-6 Wochen dauern. Das Grab muss sich erst "setzen".



Ja darum! In der kurzen Zeit bis zur Beerdigung, kümmert man sich um die Beerdigung. Und wenn die Beerdigung durch ist, heißt es, der letzte Wille kann nicht erfüllt werden. Heißt: Man muss quasi den Jungen ausgraben und woanders beerdigen um seinen letzten Willen gerecht zu werden... Und das ist das Schlimme an der Sache!

@ Niedersachse: Für den Friedhof ist es nur eine Aufschrift auf einem Stein, für die Familie der letzte Wille des eigenen Sohnes. Für mich hat zweiteres mehr Wert!
 
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