Fremde Ideen abzukupfern ist dumm. Alles trotzig abzustreiten, obwohl sich die Beweise stapeln, ist noch dümmer. Deswegen sei an dieser Stelle erwähnt, dass die ersten beiden Sätze einem Kommentar von Stephan Ueberbach entnommen sind. Aufgefallen wären sie dennoch nicht und würde sich Herr Ueberbach nicht so mitleidserregend gegen das Abkupfern seiner Ideen wehren, das bequeme Übernehmen der Sätze würde vermutlich auch niemanden interessieren.
Alleine weil die Belesenheit der meisten Deutschen nicht ausreicht, um weniger gängige Zitate zu entlarven, bedarf es schon Stubenhockern wie dem Bremer Professor Fischer-Lescano, der mit den primitiven Magisterexamen seiner Studenten scheinbar unterfordert war und so zahlreiche Abende darauf verwendete, die Suaden des damaligen Bundesverteidigungsministers zu analysieren festgehalten in einer Doktorarbeit mit dem Titel: Verfassung und Verfassungsvertrag. Konstitutionelle Entwicklungsstufen in den USA und der EU.
Und da begannen die Leiden des arglosen Karl Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg, der das Copy-and-Paste-Prinzip schon unzählige Jahre lang für seinen Namen anwenden musste. Die Geschichte ist inzwischen allerdings bis auf den letzten Blutstropfen ausgeschlachtet, nicht zuletzt auch dank der begeisterten Oppositionspolitiker, die wie Harry-Potter-Fans vor dem in einen Buchladen umgewandelten Bundestag ausharrten, um das nächste Kapitel zu erfahren.
Und durch die zahlreichen, weitaus schwerwiegenderen negativen Vorkomnisse in den letzten Wochen konnte der deutsche Wutbürger wieder andere Exemplare aus seiner breitgefächerten Schildersammlung hervorholen.
Deswegen möchte ich gar nicht einmal auf das inzwischen ermüdende Thema von Schuld und Unschuld eingehen. Viel spannender ist doch die Frage, ob die Moral des Freiherrn zu Guttenberg und die damit verbundene großzügige Auslegung des Urheberrechts nicht auch massentauglich sein kann.