http://www.sportbuzzer.de/artikel/h...position-mir-fehlt-einfach-das-vertrauen/amp/
Interview mit zwei Jungs aus der aktiven Fanszene zu den Problemen hinsichtlich der Uebernahme durch Kind.
Ganz interessant wie ich finde, da zumindest mir die Hintergruende nicht so im Detail bewusst waren.
Ich sehe diese geäußerten Bedenken als zwar zutreffend, aber im Kern am jeden anderen Standort auch vorkommend an.
Wir haben mit unserem Vereinsrecht und den gleichzeitigen KGs im Fußball versucht, einen Spagat zwischen der Tradition des jeweiligen Vereins und den Anforderungen einer KG in einem immer mehr explodierendem Markt zu machen. Hier stoßen wir schon seit Jahren an unsere Grenzen.
Ein Martin Kind hat über Jahre zig Millionen in den Verein gegeben. Die Statuten allerdings besagen, dass jedes zahlende Mitglied mitentscheiden darf. Somit haben wir das Spannungsfeld Millionenschwerer Investor/Mäzen auf der einen Seite und die Zahl der Mitglieder mit vielleicht einem Jahresbeitrag von 100€/a?!
Ein Kind meint zurecht (?) " Wer das Geld hat, der bestimmt auch." Bleibt die Frage, inwieweit der Einfluss der Mitglieder in Wahrheit ist? Auf der 1x stattfindenden JHV können diverse Themen diskutiert werden, Posten werden gewählt und der Vorstand mit seinem Jahresabschluss von den Mitgliedern entlastet. Der wirkliche Einfluss mag gefühlt höher sein, als er in Wirklichkeit ist. Eine JHV unterliegt einer klaren Struktur, so dass die einzelnen Themen vorgegeben sind. Unter Verschiedenes mag manches subsummiert werden, aber in die Entscheidung kommt es zumeist nicht.
Am Ende haben wir Unternehmen mit teilweise mehreren Hundert Mio€ Umsatz, die man versucht mit einer Vereinsstruktur abzubilden. Hier liegt die Krux.
Viel schlimmer finde ich daher solche Konstrukte wie RB Leipzig, die eben nicht 20.000 Mitglieder haben sondern lediglich 17 Fördermitglieder. Findige Juristen haben unter Zuhilfenahme des DFB und der DFL sämtliche Statuten mehr oder weniger gebeugt. Die Politik goutiert dies alles, die Verbände sind froh und ein Rettig führt einen Entscheid Pro 50+1 herbei, der überhaupt nicht rechtsbindend ist, während die Büchse der Pandora längst geöffnet worden ist.