Kompanys Aktion ist beschämend. Ich kann Diego, Rafinha, Kacar, Odjidja-Ofoe, Kompany und wer da noch alles in Peking rumeiert absolut verstehen, dass Olympia für die ein wahrscheinlich einmaliges Erlebnis ist, was man in vollen Zügen auskosten möchte und somit auch gerne dran teilnehmen würde.
Die Debatte ob ein Spieler nach Olympia darf oder lieber dem Verein treu bleibt, ihr mehrmals durchgekaut, weil es einfach keine klare Antwort gibt, sondern eher einen Interessenkonflikt, in dem man beide Seiten verstehen kann.
Ebenso möchte ich nicht weiter auf die Fifa eingehen, da die Sache mMn klar erledigt ist: Sie hat sich auf einem Entscheidungsgebiet, auf dem sie nichts zu sagen hat, in bester Manier griß aufgespielt und ist tief gefallen.
Aufgrund der gegensätzlichen Vorstellungen vom Verein und beispielsweise Kompany ist es umso erfreulicher, wenn es dem HSV und Kompany gelingt, sich im Vorfeld auf einen Kompromiss zu einigen. Der Kompromiss, dass Kompany nach Olympia darf, aber morgen zurückerwartet wird.
Wenn Kompany dieser Abmachung zustimmt hat er sie nicht im Nachinein zu brechen. Jol und die Vereinsführung werden den nach seiner Rückkehr schon in die Schranken weisen, und in diesem Fall tun sie das zurecht. Ein bisschen mehr Dankbarkeit und Solidarität zum Verein würde ich mir als HSV-Fan da auch erhoffen. Dass da einige derart überzogen durchdrehen, ist einfach eine Frage des Charakters des Einzelnen. Manche übertreiben es da nunmal, andere nicht - und das vereinsunabhängig.
Klar ist: Die Enttäuschung ist berechtigt, Kompanys Verhalten geht in diesem Fall gar nicht.