Aufstieg? Ja, sicher. Aber...
...will man dann wieder in der ersten Bundesliga vom ersten Spieltag an gegen den Abstieg kämpfen? Natürlich, dann würde man nicht so dermaßen "geschichtsträchtig" absteigen mit Ausschalten der Bundesligauhr etc. Insofern wäre der Fall bei weitem nicht so groß wie als "letzter Dino". Dennoch, will man quasi 34 Spieltage lang ständig mit dem Rücken zur Wand stehen? In der zweiten Liga spielt man oben mit, ein Gefühl, das man in der ersten Liga zuletzt vor gut einem Dutzend Jahren hatte. Und für die Gefühlslage vieler Fans ist es deutlich entspannter, wenn man eher über die Höhe des Sieges spekulieren darf als darüber, wieviele Buden man diesmal fängt.
Natürlich, man will als Sportler und auch als Fan möglichst weit oben stehen. Und es kann auch nicht das Ziel sein, so ähnlich wie Fürth, Jahr für Jahr im oberen Tabellendrittel der zweiten Liga mitzuspielen, nur um dann doch nicht aufzusteigen. Das ist der Anspruch, den man als Verein, als Spieler und auch als Fan hat: Aufstieg. Nur sollte es dann eine Möglichkeit geben, dauerhaft die erste Liga zu halten. Und vielleicht irgendwann auch eher in Richtung einstelliger Tabellenplatz schielt. Eines der Paradebeispiele in den letzten zehn Jahren dafür ist Gladbach. Was dort geschaffen wurde, gerade auch an Strukturen im Verein, sollte für den HSV Vorbild sein. Die Frage, die sich mir stellt, ist dann eher, ob der HSV intern das zulässt. Dazu gibt es aus meiner Sicht immer noch viel zu viele Köche, die den Brei verderben können. Und auch kaum Einsicht zeigen, wenn es darum geht, das eigene Ego zurückzustellen. Solange man "hinter den Kulissen" nicht wirklich an einem Strang zieht, wird man bestenfalls Fahrstuhlmannschaft werden. Und das dürfte für viele Fans viel schwerer zu ertragen sein als einige Jahre zweite Liga mit Ambitionen nach oben.
Wie auch immer, leicht wirds nicht. Aber was ist für einen echten Fan eines sogenannten "Traditionsvereins" schon leicht, wenn "Neureiche" wie Leipzig, Hoffenheim oder Wolfsburg nicht nur weiter oben stehen, sondern auch einen besseren Fußball spielen? Unter anderem auch deswegen, weil sich die Strukturen im Hintergrund nicht selber im Weg stehen.
Jetzt jedenfalls freue ich mich sehr oft, dass der HSV ansehnlichen Offensivfußball spielt, viele Tore schießt und regelmäßig Punkte einfährt.