Vereine tragen übrigens auch soziale verantwortung. In dem zuge soll jugendlichen bzw. jungen erwachsenen mit einem lebenslangen stadionverbot ein großer teil ihres lebensinhaltes und dadurch quasi auch ihre bezugsgruppe genommen werden? Das passt nicht.
Die werden in ihrem stadionumfeld, in ihrer gruppe überwiegend junge männer als mitstreiter haben. Gerade in so einem umfeld wird sich dann eben ausprobiert, da werden grenzen getestet und übertreten, da gehts darum sich gegenüber den anderen zu beweisen. Generell ist so eine gruppe und auch die fankurve an sich ein wichtiger aspekt für die sozialisation der leute in ihr. Da gehts um beziehungen und da werden auch werte vermittelt. Und was wichtig ist: das passiert alles unter einer gewissen aufsicht, nämlich der des fanprojekts, das die leute auf dem weg begleitet, vermitteln und auch eingreifen kann.Sperrt man die leute jetzt auf diese weise aus (ohne aussicht auf rückkehr) isoliert man sie in gewisser weise. Wie die das dann bewältigen, in welchem rahmen sie sich dann woanders vielleicht neu organisieren? Die chance auf eine radikalisierung wird da wohl recht groß sein, weil der frust und die tatsache, dass es nicht möglich ist, selber zu handeln groß ist. Neben dem problem, dass ein wichtiger teil des lebens und die bezugsgruppe weg sind.
daher sollten imo stadionverbote, wenn man den meint sie aussprechen zu müssen, zum einen für eine absehbare zeit begrenzt sein, zum anderen sollten die betroffenen weiterhin mit dem verein verbunden bleiben, bspw. stunden im fanprojekt ableisten oder ähnliches. Alles andere wird der sozialen verantwortung des vereins nicht gerecht.
abschließend noch: die zündler werden immer als so unreif beschrieben. Klar werden sie ja auch in den meisten fällen sein. Sind halt junge leute. Nur passt es dann nicht, dass man gleichzeitig von ihnen erwartet, alle konsequenzen ihres handelns genau voraussagen zu können.