Meiner Meinung nach ist es verkehrt, einzelne Spieler wie Hunt oder Fritz herauszupicken und für die Misere verantwortlich zu machen. Hunt und Fritz sind Überbleibsel aus einer anderen Ära, übrigens die einzigen Überbleibsel. Damals haben sie in einem völlig anderen Kollektiv vollkommen andere Rollen gespielt, Hunt hatte immer einen Spielmacher neben sich, der den Druck von ihm genommen hat, und Fritz war erstens jünger und schneller und zweitens nicht gezwungen, das Spiel selbst zu eröffnen. Gegen Frankfurt hatte er die meisten Ballkontakte aller Bremer!
Das Problem ist, dass die Statik der Mannschaft vollkommen zusammengebrochen ist, und zwar in Etappen. Die letzten Abrissarbeiten leistete der Verkauf von Sokratis und die Rückkehr de Bruynes zum FC Chelsea. Beides war wohl nicht zu verhindern - doch als frühere Leistungsträger blieben eben nur noch Fritz und Hunt übrig. Viel Druck für zwei Typen, die nicht gerade besonders breite Schultern haben.
Meiner Meinung nach hat Werder viel zu lange auf Risiko gespielt und versucht, mit den immer gleichen Mechanismen den Erfolg zu verlängern. Hochriskante Transfers wurden getätigt, um immer wieder die Champions League zu erreichen, und dabei wurde versäumt, für den Tag x vorzusorgen, an dem es einmal schief geht. Es gab genug Anzeichen, auch in den letzten der erfolgreichen Jahre, dass die Luft dünner wird. Aber Werder hat weiter die Jugendarbeit vernachlässigt, hat keine Impulse von außen ins Trainerteam geholt und sich keine neuen Spielermärkte erschlossen. Einfach immer weiter so - bis die Blase geplatzt ist.
Jetzt sind keinerlei stille Reserven mehr in der Mannschaft, Transferflops kann sich der Klub nicht mehr leisten. Die Jugendarbeit liegt am Boden. Während etwa Streich in Freiburg auf die "Freiburger Schule" zurückgreifen kann und im eigenen Klub junge Spieler findet, die schon genau das spielen können, was auch die Profis einstudieren, ist von einer "Bremer Schule" nichts zu sehen. Da wird einfach mal der eine, mal der andere in einem ständig wechselnden System verheizt und letztlich in die 2. Liga geschickt.
Der letzte, der in Bremen ganzheitlich gedacht hat, war - Achtung - Aad de Mos. Unter dem wurde wenigstens die Viererkette bis zur Pampers-Mannschaft Pflicht.
Werder und wir, die Fans, haben doch die ganze Zeit gedacht wie Banker in der Krise: Der Verein ist "to big to fail". Ist er aber nicht. Werder ist ein Nischenklub, er kann nur mit einer besonderen Idee Erfolg haben. Das waren, jahrelang, die speziellen Allofs-Transfers. Micoud, Klose, Özil, Diego, Ismael zum Beispiel, sie galten alle als schwierig oder bereits als gescheitert, Allofs fand sie auf den Reservebänken guter Klubs. Heute gehen solche Spieler für ein paar Millionen mehr in den Osten, Werder hätte sowieso nicht das Geld dafür. Aber während sich andere Klubs in Polen (Dortmund), Frankreich (Freiburg) oder Japan (Nürnberg) umgeschaut haben, hat Werder keinen neuen Spielermarkt erschlossen. Garcia, die Santos? Hm, der argentinische Markt dürfte zu gut gescoutet sein, als dass die beiden jemand übersehen haben könnte, wenn sie wirklich gut wären.
Mit missfällt auch, wie klein sich Werder inzwischen macht. Thomas Eichin brauchte sicher eine gewisse unsentimentale Härte, um die Trennung von Thomas Schaaf zu vollziehen, das verstehe ich voll und ganz. Aber meiner Meinung nach fehlt ihm das Verständnis für diesen Verein vollkommen; er und Dutt kommen mir manchmal vor, als hätte eine Unternehmensberatung die beiden zu einem Sanierungsfall geschickt. Dass Werder einen besonderen Wert in dieser Liga dargestellt hat, ein einzigartiges Spektakel geboten hat und das noch phasenweise bis in die drei schlechten letzten Jahre hinein - davon kann man sich nix kaufen, aber man sollte es auch nicht verleugnen. Im Prinzip spielt Werder heute doch nur das, was Eichin seit seinem Amtsbeginn herbei geredet hat: Angsterfüllten Klassenerhalts-Fußball ohne jede eigene kreative Idee. Als solle die Mannschaft dem Umfeld auch auf dem Feld unmissverständlich beweisen, dass die fetten Jahre vorbei sind.
Wir haben das jetzt verstanden. Werder ist auf die Grundmauern niedergebrannt. Man darf jetzt gerne mal anfangen, etwas aufzubauen. Aber mit Mut bitte - denn mutlos, wie sie in den ersten Spielen der Saison aufgetreten ist, wird die Mannschaft sowieso untergehen. Dann doch lieber im Werder-Stil mit Pauken und Trompeten!
Das Problem ist, dass die Statik der Mannschaft vollkommen zusammengebrochen ist, und zwar in Etappen. Die letzten Abrissarbeiten leistete der Verkauf von Sokratis und die Rückkehr de Bruynes zum FC Chelsea. Beides war wohl nicht zu verhindern - doch als frühere Leistungsträger blieben eben nur noch Fritz und Hunt übrig. Viel Druck für zwei Typen, die nicht gerade besonders breite Schultern haben.
Meiner Meinung nach hat Werder viel zu lange auf Risiko gespielt und versucht, mit den immer gleichen Mechanismen den Erfolg zu verlängern. Hochriskante Transfers wurden getätigt, um immer wieder die Champions League zu erreichen, und dabei wurde versäumt, für den Tag x vorzusorgen, an dem es einmal schief geht. Es gab genug Anzeichen, auch in den letzten der erfolgreichen Jahre, dass die Luft dünner wird. Aber Werder hat weiter die Jugendarbeit vernachlässigt, hat keine Impulse von außen ins Trainerteam geholt und sich keine neuen Spielermärkte erschlossen. Einfach immer weiter so - bis die Blase geplatzt ist.
Jetzt sind keinerlei stille Reserven mehr in der Mannschaft, Transferflops kann sich der Klub nicht mehr leisten. Die Jugendarbeit liegt am Boden. Während etwa Streich in Freiburg auf die "Freiburger Schule" zurückgreifen kann und im eigenen Klub junge Spieler findet, die schon genau das spielen können, was auch die Profis einstudieren, ist von einer "Bremer Schule" nichts zu sehen. Da wird einfach mal der eine, mal der andere in einem ständig wechselnden System verheizt und letztlich in die 2. Liga geschickt.
Der letzte, der in Bremen ganzheitlich gedacht hat, war - Achtung - Aad de Mos. Unter dem wurde wenigstens die Viererkette bis zur Pampers-Mannschaft Pflicht.
Werder und wir, die Fans, haben doch die ganze Zeit gedacht wie Banker in der Krise: Der Verein ist "to big to fail". Ist er aber nicht. Werder ist ein Nischenklub, er kann nur mit einer besonderen Idee Erfolg haben. Das waren, jahrelang, die speziellen Allofs-Transfers. Micoud, Klose, Özil, Diego, Ismael zum Beispiel, sie galten alle als schwierig oder bereits als gescheitert, Allofs fand sie auf den Reservebänken guter Klubs. Heute gehen solche Spieler für ein paar Millionen mehr in den Osten, Werder hätte sowieso nicht das Geld dafür. Aber während sich andere Klubs in Polen (Dortmund), Frankreich (Freiburg) oder Japan (Nürnberg) umgeschaut haben, hat Werder keinen neuen Spielermarkt erschlossen. Garcia, die Santos? Hm, der argentinische Markt dürfte zu gut gescoutet sein, als dass die beiden jemand übersehen haben könnte, wenn sie wirklich gut wären.
Mit missfällt auch, wie klein sich Werder inzwischen macht. Thomas Eichin brauchte sicher eine gewisse unsentimentale Härte, um die Trennung von Thomas Schaaf zu vollziehen, das verstehe ich voll und ganz. Aber meiner Meinung nach fehlt ihm das Verständnis für diesen Verein vollkommen; er und Dutt kommen mir manchmal vor, als hätte eine Unternehmensberatung die beiden zu einem Sanierungsfall geschickt. Dass Werder einen besonderen Wert in dieser Liga dargestellt hat, ein einzigartiges Spektakel geboten hat und das noch phasenweise bis in die drei schlechten letzten Jahre hinein - davon kann man sich nix kaufen, aber man sollte es auch nicht verleugnen. Im Prinzip spielt Werder heute doch nur das, was Eichin seit seinem Amtsbeginn herbei geredet hat: Angsterfüllten Klassenerhalts-Fußball ohne jede eigene kreative Idee. Als solle die Mannschaft dem Umfeld auch auf dem Feld unmissverständlich beweisen, dass die fetten Jahre vorbei sind.
Wir haben das jetzt verstanden. Werder ist auf die Grundmauern niedergebrannt. Man darf jetzt gerne mal anfangen, etwas aufzubauen. Aber mit Mut bitte - denn mutlos, wie sie in den ersten Spielen der Saison aufgetreten ist, wird die Mannschaft sowieso untergehen. Dann doch lieber im Werder-Stil mit Pauken und Trompeten!

