Hat es etwa jemand behauptet, daß es nur Bode sei? Ebenso wenig wurde behauptet, daß der Verein die kompletten 17 Jahre "wie ein Karnickelverein geführt "wurde. Denn es sollte eigentlich bekannt sein, daß die KGaA eine Zeit lang gut, wenn sich soger sehr gut geführt wurde – und es ist kein Zufall, daß die Malaise bei Werder ihren Anfang nahm, als der fortschrittlich und unternehmerisch denkende Jürgen Born durch ein perfides Intrigenspiel „kaltgestellt“ wurde und Art der Führung der KGaA sich zurück entwickelte, damit bloß wieder die heile Werder-e.V.-Familie der 1980er Jahre vor den Erfordernissen des modernen Profifußballs am Ende der ersten Dekade des neuen Jahrtausends stand; mit den fatalen Folgen, daß das Wirken langjähriger Werderaner nicht kritisch hinterfragt und durch dieses Unterlassen binnen kürzester Zeit aus einem Dauergast in der CL ein Dauergast im Tabellenkeller der Bundesliga wurde.
Wenn MB es im Gesamtzusammenhang gesehen hätte, so wäre eine sachlich falsche Äußerung. Denn es handelt sich hier im rechtlichen Sinne um zwei unterschiedliche Institutionen, sprich der e.V. unterliegt dem Vereinsrecht, die GmbH & Co. KGaA dem Aktiengesetz und müssen demzufolge unterschiedlich betrachtet werden.
Die einzige rechtliche Verbindung zwischen diesen beiden Institutionen ist die, daß der e.V. als juristische Person Komplementär der GmbH & Co. KGaA ist (eine Möglichkeit, der erst durch die Novellierung des Aktiengesetzes im Jahr 1997 möglich wurde, bis dahin konnte nur eine natürliche Person Komplementär einer GmbH & Co. KGaA sein) und im Gegensatz zu dem Komplementär einer „normalen“ (GmbH & Co.) KG nicht mit dem Gesamtvermögen, sondern nur in der Höhe der Einlage haftet. D.h., daß im Falle einer Zahlungsunfähigkeit der GmbH & Co. KGaA der e.V. „nur“ seine Einlage verliert und trotzdem weiter existieren und somit seiner im Vereinsrecht verankerten Pflicht zur Gemeinnützigkeit weiterhin nachkommen kann. Dieser Schutz des e.V. war 1999 doch eines der Hauptgründe dafür, die Abteilung Profifußball aus dem Gesamtverein auszugliedern, so daß es keinen Sinn macht, sie rechtlich, wirtschaftlich und führungstechnisch in einem Pott zu werfen.
Selbstverständlich ist eine GmbH & Co. KGaA im Profisport mit denen in der freien Wirtschaft vergleichbar, allein schon deshalb weil das Gesetz hier keine Unterscheidungen vornimmt. Die Handlungsweisen, Bewertungsgrundlagen etc. mögen sicherlich unterschiedlich sein, aber jede Branche hat ihre ureigenen Besonderheiten z.B. investiert ein Großhändler tagtäglich in Handelsware, während die Beschaffungen von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen bei einem Industriebetrieb für Großanlagen oder -maschinen auch von den eingehenden Produktionsaufträgen abhängig sein können. Mit nicht beeinflußbaren, teilweise starken Unwägbarkeiten haben auch andere Branchen zu rechnen, z.B. die witterungsabhängige Gastronomie und somit auch ihre Zulieferer. Und trotz dieser Unwägbarkeiten ist der wirtschaftliche Erfolg immer noch primär von dem sportlichen Erfolg, sprich der Arbeit aller Beteiligten abhängig - auch im Profifußball.
Selbstverständlich trägt ein Trainer die Hauptverantwortung für die Leistungen der Mannschaft. Wer denn sonst? Etwa auch der GF Sport? Es ist schließlich der Job eines Trainers, die Mannschaft auf die Spiele in einer Saison vorzubereiten bzw. einzustellen. Und wenn man sieht, zu welchen Leistungen die Truppe z.B. in den beiden Partien in LEV, auf Schalke und beim Pokalspiel in MG in der Lage war, dann ist es trotz der unübersehbaren Defizite offensichtlich, daß man mit diesem Kader über mehr spielerisches Potential verfügt als wie z.B. Darmstadt, Mainz oder Ingolstadt. Aber dort sitzen nun einmal Trainer auf den Stühlen, die im Laufe einer gesamten Saison mehr aus ihrer Mannschaft rausholen konnten und somit im Gegensatz zu dem Coach Werder Bremen das für Fans und Funktionäre wünschenswerte Minimalziel Klassenerhalt schon vor dem 34. Spieltag sicherten.