Lieben Freund/innen,
wer so lange Werder-Fan ist - und nie untreu wurde - ist Kummer gewöhnt. Ich bin das seit 1958/59. Auch wenn die große Rehagel-Zeit für Werderverhältnisse ungewöhnlich
lang dauerte und sehr erfolgreich war, sind es oft die schlechteren Zeiten gewesen, die sich in die Länge zogen, z.B. die 70er Jahre des 20.Jhs..
Seit einiger Zeit deutet sich eine neue Saure-Gurken-Zeit an. Woran das liegen könnte, davon sind inzwischen die Zeitungen voll. Ich muss das hier nicht wiederholen.
Es ist vorn und hinten der Wurm drin, Werder hatte Zeiten mit einer fabelhaften Abwehr, die alten Recken (wie Max Lorenz und Sepp Piontek, Eisenfuß Höttges nicht zu vergessen!)
werden sich erinnern. Aber es gab auch Zeiten mit grandiosem Sturm, ich sag nur Völler
und Riedle. Im Augenblick hat der Sturm oft Ladehemmung, die eigentlich ordentlich besetzte Abwehr kassiert unnötige Tore in Reihe. In den großen Zeiten von Werder, sorgte die starke Abwehr dafür, dass selbst Zitterspiele gewonnen werden konnten. V.a. das Bayern-Spiel deckte gnadenlos
die Schwächen auf. Noch vor gar nicht langer Zeit waren für Bayern solche Spiele nicht einmal in München Selbstgänger. Gegen kaum eine Mannschaft haben die Bayern so oft
alt ausgesehen. Allerdings präsentiert sich die Heynckes-Truppe in diesem Jahr sehr gut eingespielt.
Wir wollen die Kirche im Dorf lassen. Werder hat sich in 50 Jahren, mit nur einem Abstieg,
außerordentlich gut gehalten. Nur der HSV war von Beginn an dabei und stieg nie ab. Auch dort wurschtelt man sich seit längerem nur noch durch.
Wer im Einzugs-Bereich von Hans Rostock wohnt, wie ich seit fast 14 Jahren (vorher viele Jahre Bremerhaven und Hamburg), erlebt, wie schnell es mit einer Mannschaft bergab gehen kann, da helfen viele Trainerwechsel offensichtlich nix mehr. Die Fehler liegen oft weit zurück, der Hansa-Fisch stinkt vom Kopfe her.
Werder gilt als äußerst solider Verein. Hat deshalb auch Fans weit im Umkreis, sogar in entfernten Regionen, sogar in den USA, aber auch hier im Osten. Vielleicht ist aber genau das inzwischen der Punkt, dem Verein fehlt der Biss, um noch eine europäische Spitzenmannschaft zu sein. Das war Werder mal!
Inzwischen wird auch die Trainerfrage gestellt - und das m. E. zurecht. Wenn es mit einem Trainer nicht mehr geht, dann ist das so. Die Ära Schaaf währt inzwischen lang, vielleicht zu lang, bei allen Verdiensten. Wie oft haben die erfolgreichen Bayern seit Mitte der 90er den Trainer gewechselt? Natürlich waren die Rauswürfe bei Bayern oft sehr gewagt. Aber der Erfolg gab ihnen recht!
Werder muss seine Biederkeit ablegen, dann passt aber auch Thomas Schaaf nicht mehr zu einem gewendeten Club.
Werder ist nicht irgendwer, der Verein hat einen Ruf zu verlieren. Er gehört(e) zu den Leistungsträgern der Liga, und das auch international.
Will man zu den VfL Bochums &Co der Liga gehören, zu den "Fahrstuhlmannschaften"?
Oder will man endlich wieder seinem guten Ruf gerecht werden - bevor man ihn verspielt hat?
Es wird Zeit umzudenken, das Kleinkleindenken abzulegen. Wenn es in dieser Saison noch zum Klassenerhalt reichen wird - dann vielleicht im nächsten Jahr schon nicht mehr ...
Nur Mut. Eure Fans stehen hinter euch. Macht es uns nicht so schwer.
