Die Kritik nach den Niederlagen gegen Ingolstadt, Darmstadt und Hannover kann ich absolut nachvollziehen.
Warum nach einem 1-3 gegen eine Mannschaft, die davor schon 5-1 und 7-1 gewonnen hatte, wieder hier so "am Rad gedreht" wird, verstehe ich aber gar nicht.
Der BVB ist einfach nicht unsere Kragenweite.
Beim Fettgedruckten bin ich dabei. Allerdings hätte das Spiel auch locker 1:5 oder 1:6 ausgehen können. Dann wäre die Diskussion hier ganz anders gelaufen. Aber egal!
Es geht hier nicht darum Untergangsphantasien auszuleben oder als Untergangsprediger zu wirken.
Nach 5 Jahren darf aber schon mal eine vorsichtige Bilanz gezogen werden.
Werder hat sich einen sportlichen und finanziellen Konsolidierungskurs auferlegt. Das ist auch absolut richtig. Die Ziele waren sportlich sich im MF zu bewegen und finanziell einen ausgeglichenen Haushalt hinzubekommen.
Zwar hat man es geschafft, in den letzten 5 Jahren am Saisonende oberhalb des Striches, sprich Abstiegsränge, zu stehen, doch bewegt man sich kontinuierlich an und um die Abstiegszone. Immer neue negative Rekorde werden aufgestellt und das spielerische Vermögen ist über die gesamte Saison seit Jahren gesehen schwach. Eine Besserung oder Weiterentwicklung gar ist hier nicht eingetreten.
Finanziell übersteigen die Gesamtausgaben die Gesamteinnahmen um ca 6-8 Mio/anno (je nach Tabellenstand). Der Kader ist mit 30 Mio Kosten zwar reduziert worden, aber augenscheinlich nicht soweit eingedämmt worden, um die Mehrausgaben komplett zu kompensieren. Neuakquise von Sponsoren scheint hier in Bremen kaum möglich zu sein und Altverträge werden mit einem geringen Aufschlag oftmals verlängert, was aber dem boomenden Fußball in D entspricht.
Letztes Jahr war die klare Maxime Spieler aus- und zu verleihen. Das bewährte Geschäftsmodell Mehrwertspieler zu kreieren wird auf jeden Fall beibehalten. Das ist auch unstrittig, aber wir reden hier über ganz andere Qualitäten. Ein Vestergaard ist kein Mertesacker, ein Ujah ist kein Klose und ein Junozovic ist kein Özil. Die o.g. Ex-Bremer sind Weltmeister geworden.
Ob wir nun einen oder alle drei von den aktuellen Spielern am Saisonende verkaufen, wird kaum mittelfristig ausreichen um das Defizit auf 0 zu drücken. Wer soll denn in den darauffolgenden Jahren dann als Verkaufskandidat herhalten, wenn man nur auf durchschnittliche Nachwuchskräfte setzen kann bzw muss?
Daher habe ich auch diesen Sommer die Aktionen um FDS nicht verstanden. Es wurde einen VVL zu 4 Mio/a kolportiert?! Als FDS dann auf Schalke anheuerte, hat man sogleich die Transfermillionen in einen chronisch verletzten Spieler aus der Erendivisi reinvestiert.
Warum ist man nicht seinem eigenen Credo gefolgt und hätte einen Teil des Geldes zur Deckung des Defizits genommen und hätte gleichzeitig versucht, einen Stürmer auszuleihen? Der Werderweg wird aus Werderkreisen so nach Außen kommuniziert. Warum folgt man ihm nicht in letzter Konsequenz?
Nach nunmehr 5 Jahren darf festgestellt werden, dass Werder seine sportlichen und finanziellen Ziele verfehlt hat.
Auf einem Abstiegsplatz stehend und jedes JAHR ein großes Defizit auszuweisen, kann keine Erfolgsstory sein.
In der Schule würde man sagen:
Thema verfehlt, Versetzung akut gefährdet. Und genau danach sieht es derzeit aus. Mag sein, dass es sich noch im weiteren Verlauf zum Positiven wendet??? Aber selbst dann ist die Zukunft alles andere als rosig...