Frank Baumann (Sportvorstand Schalke 04)

  • Ersteller des Themas Ersteller des Themas Rudi64
  • Erstellungsdatum Erstellungsdatum

Frank Baumann hört im Sommer 2024 auf. Diese Entscheidung findet ihr...

  • .... richtig

    Votes: 55 74,3%
  • ... egal

    Votes: 8 10,8%
  • ... falsch

    Votes: 11 14,9%

  • Total voters
    74
Nun ja, hoffen wir mal das beste und drücken die Daumen, dass ich die Situation vielleicht etwas zu pessimistisch einschätze

Ich finde, deine Analyse beschreibt eigentlich eine recht erfolgreiche Transferperiode, deine Schlussfolgerung daraus finde ich dann tatsächlich arg pessimistisch und nicht ganz zur Analyse passend. Wo ich dir eigentlich recht gebe ist der Punkt mit dem Abgang von Füllkrug. Ich kann verstehen, dass beide Seiten ein Interesse an dem Transfer haben, das wurde auch immer klar und offen kommuniziert. Aber ebenso klar hätte eigentlich sein müssen, dass Füllkrug nirgendwo hin geht, so lange nicht sein Nachfolger den Vertrag unterschrieben hat. Well said, Fussballfan. Aber nun ist eigentlich eigentlich ein blödes Wort und so frage ich mich: Kann Werder, betriebswirtschaftlich, überhaupt so handeln? Können wir zb 8mio für Jovic auf den Tisch legen und dann reisst sich Füllkrug abends in der Küche den Meniskus? 20mio Opportunitätskosten und 8mio Ablöse. Dann was? Und reden wir besser nicht darüber im Wort zu stehen, ich möchte an Amiri erinnern oder Bayerns neuen 6er. Das Wort zählt nichts mehr, nur die Unterschrift. Am Ende ist es vermutlich schlicht und ergreifend so, dass wir nach Lynen und Deman keinen weiteren Transfer mehr realisieren können ohne vorher garantiert Ablöse zu generieren. Und das führt uns zum Deadline-Day.

P.S. Ich sehe Füllkrugs Abgang sportlich nicht so dramatisch, in der Offensive wurde auch ohne ihn geliefert. Wir haben die Punkte, als er verletzt war, nicht wegen der Offensive verloren. Menschlich und als Aushängeschild wird er natürlich fehlen.
 
Ich bin insgesamt dann doch ziemlich enttäuscht von dieser Transferperiode. Das hätte ich noch vor wenigen Stunden nicht gedacht, denn ich war heute Vormittag wirklich noch optimistisch, dass man heute noch gute Entscheidungen treffen würde und dass das dann unter dem Strich eine ordentliche Transferperiode werden würde. Das enttäuscht dann umso mehr.

Ich finde nämlich, dass viele Dinge in diesem Sommer eigentlich ganz gut liefen. Kownacki früh ablösefrei einzutüten, erscheint mir weiterhin als smarter Move. Lynen und Deman finde ich auch beide spannend und auch die Konditionen wirken okay. Genau solche Transfers brauchen wir. Bei den beiden ist das einzige Manko, dass sie so spät kamen. Aber ich war vor allem sehr glücklich, dass mit Lynen auch endlich nach Jahren wieder jemand Vielversprechendes auf der Sechs geholt wurde. Bei Keita ist es ein ziemliches Gezocke wegen seiner Verletzungsanfälligkeit. Ist er fit und in Form, wird er uns enorm weiterhelfen. Da wird man in der Rückschau gucken müssen, ob man zurecht viel gewagt hat und darauf gesetzt hat, dass er weitgehend verletzungsfrei bleibt oder ob das schief geht. So oder so kann ich den Deal aber nachvollziehen und man konnte einen so tollen Spieler ablösefrei früh an Land ziehen.

Außerdem finde ich es positiv, dass man einige kleinere Abgänge überwiegend frühzeitig lösen konnte (Mbom, Park, Schönfelder) und für Dinkci und Backhaus scheint man auch passende Ausbildungsvereine gefunden zu haben. Gerade Dinkci scheinen Heidenheim und Frank Schmidt bisher sehr gut zu tun. Da muss man nur hoffen, dass der nicht am Ende den Unterschied macht, dass Heidenheim vor uns landet. Aber das wäre dann nicht auf die Leihe zurückzuführen, sondern auf das eigene Unvermögen.

Buchanan, Schmidt und Gruev abzugeben, finde ich zwar bei allen auf ihre Art schade und gerade Schmiddi hätte ich gerne weiter hier gesehen, weil er spielerisch mMn eine der wenigen Optionen war, die uns von der Bank häufig weitergebracht haben. Trotzdem konnte ich aus Werders Sicht die Abgänge nachvollziehen, weil beide bei Werner an ihren Konkurrenten nicht beständig vorbeikamen und die Spieler daher selbst eine Veränderung suchten. Da ist es dann auch konsequent, sie abzugeben und Ablösen zu generieren. Und gerade bei Gruev war ich auch sehr angetan von der Summe, die wir dem Vernehmen nach kassiert haben. (Für mich war nur klar, dass man bei den Abgängen dann auch liefern muss und es eine Verstärkung im Mittelfeld geben muss, die dann aber nie geholt wurde – aber dazu später mehr.)

Und bei Buchanan war natürlich auch gerade die Kommunikation ungeschickt. Denn wenn man öffentlich mehrfach klarstellt, dass man ihn nur abgibt, wenn ein neuer LV bereitsteht, dann muss der auch zeitnah verpflichtet werden können. Damit ist man aber auf die Nase gefallen und hat es bis zwei Tage vor Transferfrist nicht geschafft, die Baustelle zu schließen. Insbesondere beim Pokalspiel hätte uns Lee oder ein Ersatz dann auch sehr gutgetan, auch wenn das natürlich nicht der einzige Grund für das peinliche Pokalaus war.

Was mich an der Kaderplanung zudem störte, sind die zahlreichen Verlängerungen mit älteren Spielern in der vergangenen Saison. Ob Jung, Groß, Veljkovic oder Pavlenka: Im Einzelfall kann ich die meisten Vertragsverlängerungen durchaus nachvollziehen, aber letztlich sind das alles ältere Spieler ohne große Aussicht auf künftige Ablösen, die aber auch nicht leistungstechnisch so unumstritten sind, dass sie nicht zu ersetzen wären. Man nehme nur mal die Torhüterposition: Pavlenka hat hier nach seinen ersten beiden starken Saisons keine Bäume mehr ausgerissen (ja, es gab positive Ausnahmen wie am Wochenende gegen Freiburg, aber ich meine im Gesamtblick) und man verlängert nicht nur seinen Vertrag, sondern gleich auch noch Zetterers. Letzterer ist ein richtig guter Typ und von seiner Bedeutung für das Mannschaftsgefüge wahrscheinlich auch nicht zu unterschätzen, aber er ist auch nicht mehr im Talentalter und richtig viel Druck auf Pavlenka kommt da nicht. Beide Vertragsverlängerungen sind jetzt keine Katastrophe und das Tor ist nicht das größte Problem, aber auch hier hat man die Chance vertan, einen neuen Herausforderer zu holen, der nochmal Druck macht und entweder Pavlenka ablöst oder ihn dazu antreibt, sich weiter zu verbessern.

Und ähnlich sehe ich das auf mehreren Positionen. Das negative Highlight ist für mich aber sicherlich die Vertragsverlängerung mit Bittencourt, dessen gesamte bisherige Werderzeit völlig enttäuschend war und doch verpasst man die Chance, aus der Nummer rauszukommen und hält ihn. Mir ist klar, dass man nicht in einem Sommer auf allen Positionen Änderungen vornehmen kann oder sollte. Neue Spieler könnten zudem neben dem Gehalt auch nochmal Ablösesummen und höhere Handgelder kosten, aber zumindest hätte man an einigen Stellen neue Reize setzen können und den chronisch alten Kader somit auch verjüngen können und damit auch einen größeren Fokus auf die Generierung von Mehrwerten setzen können.

Darüber hinaus hätte es diesen Sommer auch ein paar weitere Abgänge geben können wie Rapp und Dudu, aber da muss natürlich erstmal ein Angebot reinkommen, dass auch für den jeweiligen Spieler attraktiv ist. Gut, dass man heute zumindest noch Burke aus der Riege noch verleihen konnte. Auch die heutige Salifou-Leihe finde ich völlig okay. Der wäre in der Bremenliga unterfordert, als Bundesligaalternative sehe ich ihn aber auch noch nicht. Da kann er besser bei Juventus spielen. Wenn es zu einem Transfer kommt, kann man da eine vernünftige Ablöse wie damals bei Touré erhoffen. Was mich aber sehr ärgert sind die Abgänge von Chiarodia und Engelhardt, da ich die beiden wirklich sehr schätze und das aus meiner Sicht neben Woltemade die hoffnungsvollsten Talente hier waren.

Alles in allem war ich aber wie bereits gesagt dennoch bis Mittwoch ganz zufrieden. Und selbst den Lücke-Abgang kann ich an und für sich absolut nachvollziehen. Wir wissen alle, dass wir Ablösen generieren müssen – für Neuzugänge aber leider nun mal auch für das schwarze Loch. Und gerade, dass wir unsere Spieler in den letzten Jahren oft nicht auf dem Peak verkaufen konnten (siehe Maxi, Pavlenka, Rashica), hat man oft später sehr bereut. Und bei Ü30-Spielern gilt das umso mehr, weshalb eigentlich klar war, dass entweder Ducksch oder Füllkrug abgegeben werden sollte in diesem Sommer. Ich hatte ja eher auf einen Ducksch-Abgang und einen Füllkrug-Verbleib gehofft, weil Ducksch mMn deutlich besser zu ersetzen gewesen wäre, aber da fehlten dann wohl schlichtweg passende Angebote, die für alle Seiten attraktiv waren und insofern mache ich Baumann und co da auch keine Vorwürfe. Nun war aber eigentlich klar, dass Füllkrug gehen müsste. Hätten wir ihn behalten, hätten wir es vielleicht schon in wenigen Monaten bereut, weil wir auf Ablösen angewiesen sind. Die Umstände des Abgangs waren dann aber doch happig. Die Ablösesumme möchte ich noch nicht final bewerten. Wenn es wirklich nur 12-13 Mio als Sockelbetrag sein sollten, wäre das aus meiner Sicht schon etwas enttäuschend, aber am Ende hängt die Bewertung stark an der Gestaltung und Höhe der Boni und die kennen wir nicht im Detail. Kommen am Ende mit Nachzahlungen zumindest 16-18 Mio bei dem Abgang herum, wäre das aus meiner Sicht nicht überragend, aber schon okay, denn letztlich ist Füllkrug auch schon 30 und sehr verletzungsanfällig und da ist der Markt nun mal leider kleiner.

Das ändert aber nichts an Füllkrugs riesiger Bedeutung für Werder. Deshalb war mir bei dem späten Abgang mulmig und für mich stand fest, dass man das zu diesem späten Zeitpunkt nur noch dann machen darf, wenn es wirklich sicher ist, dass man einen passenden Nachfolger bekommen kann. Und dann kam der heutige Tag und das Deadline Day-Debakel. Und den heutigen Tag kann man kaum schönreden. Ich habe keine Zweifel daran, dass Borré viele spannende Anlagen mitbringt und grundsätzlich ein spannender Spieler ist. Aber als Füllkrug-Nachfolger finde ich diese Leihe überhaupt nicht gelungen.

Dabei geht es mir nicht nur um Lückes Trefferanzahl, denn man sollte Füllkrugs Bedeutung nicht nur auf die Anzahl der Tore und Scorer beschränken. Unser ganzes System war auf Füllkrug zugeschnitten und ich sehe Borré da einfach nicht als vergleichbaren Wandspieler und auch die Kopfballstärke geht ihm ab. Kein ganz so großer Punkt, da natürlich nicht zu erwarten war, dass ein Nachfolger Lücke in allen Aspekten ersetzen kann oder auch nur insgesamt ähnlich gut ist wie Lücke, aber auch sonst werden uns einige Fähigkeiten von Lücke fehlen. Bspw. hat uns seine Nervenstärke bei Elfmetern wichtige Tore erzielt und ich sehe noch nicht, wer ihn da ersetzen soll. Und auch sonst wird Lücke auch als Typ, Führungsspieler und Vize-Kapitän sowie als Person mit der größten Strahlkraft im Verein sehr fehlen.

Ich rechne damit, dass es eine Weile dauern wird, bis Borré hier überhaupt einigermaßen passend eingebaut ist und die Zeit haben wir eigentlich nicht. Umso ärgerlicher in der Hinsicht natürlich auch, dass wir auch die Länderspielpause dafür nicht nutzen können, da er da ebenso wie der zweite späte Neuzugang Deman auf Nationalmannschaftsreisen ist. Zudem wirken auch die Konditionen der Borré-Leihe nicht gerade nach einem Schnäppchen, wenn man wirklich für das eine Jahr unter dem Strich vier Millionen hinlegen muss und ihn zum Topverdiener macht. Das wirkt für mich alles nach einer Panikleihe, von der man selbst weiß, dass sie eigentlich nicht richtig passt, die aber getätigt wird, weil alle eigentlichen Kandidaten abgesagt haben. Passt ja dann auch zu heutigen Infos einiger vielzitierter Worumsuser.

Aber das darf einfach nicht passieren. Wenn wir Lücke so spät abgeben, muss safe sein, dass wir handeln können. Wenn es nicht sicher ist, dass wir reagieren können, muss man Lücke noch mindestens zum Winter oder bis nächste Saison halten. Wie schon gesagt: Da wäre ein Wertverlust nicht unwahrscheinlich gewesen, aber bei Lückes Bedeutung, darf man ihn auch nicht einfach so abgeben und zumindest lief sein Vertrag ja bis 2025, so dass zumindest keine Gefahr bestand, dass er nächstes Jahr ablösefrei gehen kann. Man sieht da wieder das Muster, das durchaus gut vorgearbeitet worden zu sein scheint und spannende und passende Kandidaten gefunden wurden, man die dann aber nicht fix machen kann. Fest eingeplante Spieler abzugeben und allein darauf zu hoffen, dass die Nachfolge schon irgendwie geregelt wird, ist aber absolut fahrlässig. Und genau das ist uns jetzt schon mehrfach passiert in den letzten Jahren: Bei Klaassen, der in der Abstiegssaison am Deadline Day ohne Ersatz abgegeben wurde. Bei Möhwald, der ohne Ersatz eigentlich nicht hätte gehen dürfen, das dann aber doch tat. Und auch diese Saison wieder bei Lee (s.o.). Wie kann uns das dann nochmal passieren und das sogar beim wichtigsten Spieler?

Auch darüber hinaus war der Deadline Day eine Enttäuschung: Wir haben jetzt nicht wenig Geld eingenommen und einen Teil davon hätte man mMn nach den Abgängen von Schmidt und Gruev im Mittelfeld investieren müssen und einen ZM holen. Da wir Borré nur geliehen haben, hätten dafür die Mittel erst recht vorhanden sein müssen, aber auch da scheint die Vorarbeit nicht gut genug gewesen zu sein, dass man heute noch handeln konnte. Zudem müsste man eigentlich erst recht hoffen, dass wir mehr übers Spielerische kommen, wenn uns jetzt mit Borré für Lücke massiv Wucht und Kopfballstärke abgehen. Da fehlt Schmidt umso mehr und auch in dieser Hinsicht wäre ein spielerisch ansprechender ZM/OM wichtig gewesen.

Und auch die Defensive konnte man nicht mehr verbessern. Sich dann am Ende des Tages mit nichts als einer Leihe ohne Kaufoption eines Stürmers, der ohnehin schon nicht ideal passt, hinzustellen, ist brutal schwach. So hat man hier in nur zwei Tagen mMn eine bis dahin in vielerlei Hinsicht ganz ordentliche Transferperiode ziemlich vor die Wand gefahren und steht jetzt mit einem sehr unausgereiften Kader da. Zudem ist der Kader auch weiterhin ziemlich dünn und wir haben wenig Alternativen bei Verletzungen oder Sperren. In der letzten Hinrunde hatten wir verhältnismäßig viel Glück, da wir wenig Ausfälle hatten, aber als es in der Rückrunde dann mehr Ausfälle gab (wenn auch weiterhin nicht übermäßig viele), ging uns schnell die Luft aus. Das war mMn auch einer der Gründe, weshalb unsere Rückrunde so viel schlechter war als die Hinrunde. Nun haben wir es aber nicht geschafft, dass unser Kader tiefer ist als im Vorjahr. Haben wir so viele Ausfälle wie bspw. 2019/20, als wir damit echt Pech hatten, könnte das übel enden.

Insofern bin ich am Ende doch ziemlich enttäuscht von Baumann, Fritz und co. Viele Dinge liefen gut in diesem Sommer und fast alle Zu- und Abgänge kann ich an und für sich nachvollziehen, aber gerade die Dinge, die dann eben nicht passiert sind, tun sehr weh. Ich hoffe sehr, dass wir mit diesem Kader mit einem blauen Auge durch die Hinrunde kommen und ausreichend punkten, um zumindest nicht abgehängt zu werden im Kampf um den Klassenerhalt. Viel wird mMn davon abhängen, wie schnell Keita fit und in Form ist und ob er dann auch gesund bleibt, davon, ob Werner aus den drei prinzipiell spannenden Stürmern Ducksch, Kownacki und Borré eine erfolgreiche Offensive formen kann und davon, ob die Mannschaft gemeinsam den Verlust von Lücke als Leader auffangen kann. Im Winter muss dann aber zwingend nachgelegt werden.

Nun ja, hoffen wir mal das beste und drücken die Daumen, dass ich die Situation vielleicht etwas zu pessimistisch einschätze und wir eine gute Saison spielen. Morgen früh geht's jedenfalls für mich wieder nach Bremen und ich habe jetzt auch schon wieder Bock, das Team morgen zu supporten.
smilie_schal2.gif


P.S. Sorry, ist ziemlich lang geworden und vielleicht auch etwas konfus. Tat aber gut, meine Gedanken mal niederzuschreiben und sie so ein Stück weit zu verarbeiten. :beer:

1899% Zustimmung :tnx:

Für die Länge brauchst du dich nicht entschuldigen, denn jede Silbe in diesem Post ist lesenswert. Nicht nur sachlich, sondern auch aus dem Blickwinkel deiner (und sicherlich auch anderer - inkl. meiner) Fan-Seele sprichst bzw. schreibst :beer:
 
Ich finde einfach ein paar Parallelen zu unseren beiden schwierigen Saisons 19/20 und das Abstiegsjahr. Viel Geld eingenommen Rashica , Klaaßen aber wenig Risiko eingegangen. Beispiel Füllkrug wieder mal nur reagiert (last minute) als wirklich geplant.
Natürlich kann man das alles nicht wissen, aber Suttgart z.B. hat sich frühzeitig für eine Undav Verpflichtung (auch wenn jetzt verletzt) entschieden und Guirassy ist auch noch da. Die sind wesentlich breiter aufgestellt und ich möchte wetten, dass die dieses Jahr besser abschneiden.
Der Kader steht somit sehr spät, muss sich erst finden. Dann darf da möglichst nicht viel an Verletzungen passieren, da sich mit einem 25 Mann KAder sonst die Mannschaft schnell von selbst aufstellt. Das sind einfach Faktoren die man mit berücksichtigen sollte, als Planer.

Beispiel letzte Saison, sind wir super in die Bundesliga gestartet und das war letzten Endes nach der Rückrunde der Meilenstein für den Klassenerhalt.
Man ist, wie ich finde, schon so früh unter Druck jetzt in den kommenden Spielen zu Punkten und zu gewinnen. Schon daran wird man sehen ob es ein Kampf-/Krampfsaison oder doch eine solide wird.
Gesunder Pessimismus ist gut und vorallem darauf vorbereitet zu sein, das wichtige Spieler gehen. Das kann ich von unseren Kaderplanern dieses Jahr einfach nicht sehen.
 
Einerseits lese ich bei vielen, dass Borré nicht der erwünschte Stürmer sei. Aber eine KO soll es bitteschön trotzdem sein? Ergibt jetzt keinen Sinn.
Ich sehe darin kein Widerspruch. Denn von den Neuzugängen ist Borré mMn am schwersten abzuschätzen, ob er ein guter Griff sein könnte oder nicht. Und wenn er dann doch einschlagen sollte, hätten wir mit einer risikolosen KO zumindest "einen Finger drauf"
 
Wenn man Werder Bremen anschaut und die finanziellen Möglichkeiten, muss man sich fragen, ob Werder nicht eigentlich in die 2. Bundesliga gehört. Da sind dann die Gehälter nicht so hoch und das Stadion wird auch voll. Wenn man dann aufsteigt nimmt man das mal mit ohne groß zu investieren und man steht finanziell solide da. Ständig Transfererlöse erzielen zum müssen, damit man 1. Bundesliga spielen kann ist doch auch nicht der Bringer. Dann kurvt man ständig unten rum und muss auch noch in die Verschuldung gehen, damit es einigermaßen läuft. Die Zeiten haben sich verändert und man muss sich anpassen. Besser finanziell gut dastehen als irgendwann von der Bildfläche zu verschwinden, weil es nicht mehr geklappt hat mit den Transfererlösen und man Konkurs anmelden muss.
 
Ich finde, deine Analyse beschreibt eigentlich eine recht erfolgreiche Transferperiode, deine Schlussfolgerung daraus finde ich dann tatsächlich arg pessimistisch und nicht ganz zur Analyse passend. […] Ich sehe Füllkrugs Abgang sportlich nicht so dramatisch, in der Offensive wurde auch ohne ihn geliefert.

Ich glaube der letzte Satz ist dann der Hauptpunkt, weshalb ich die Lage so dramatisch und insgesamt pessimistischer sehe als du. Ich glaube, dass Lückes Bedeutung weiterhin unterschätzt wurde. Es geht nicht nur um seine Tore, die ersetzt werden müssen.

Das ganze System ist auf ihn zugeschnitten und ausgerichtet. Bisher wurde immer Lücke gesucht, Borré wird diese Rolle nicht übernehmen können. Ducksch hat hier mMn nicht zuletzt deshalb geliefert, weil Lücke ihn gut einsetzte. Ich habe große Zweifel, dass Ducksch und Kownacki gut zusammen passen. Unser neuer Topverdiener passt wie oben gesagt mMn eh nicht in die Spielidee. Dazu bricht Lücke als richtig starker Kopfballspieler weg. Damit entwerten wir unsere Ecken und Freistoßflanken enorm, haben auch bei gegnerischen Standards weniger Kopfballhoheit und verlieren den einzigen Spieler, der bewiesenermaßen Elfmeter schießen kann. Dazu auch einen der wenigen Leader und den Vizekapitän. Und das alles direkt vor dem Deadline Day und in einer durch den totalen Fehlstart ohnehin schon äußerst angespannten Lage. Das hat das Potential extrem übel zu werden und damit macht man sich die - da stimme ich dir wie gesagt zu - über weite Teile dieser Transferperiode durchaus solide bis gute Arbeit kaputt.
 
Baumann in Bild: "Wir haben uns in der Breite verstärkt, haben fünf Spieler mit Stammpotenzial dazubekommen und mit Niclas nur einen Stammspieler verloren, obwohl wir aus wirtschaftlichen Gründen einen sehr hohen Transferüberschuss erzielen mussten.“
Ich finde die Behauptung, dass wir uns in der Breite verstärkt hätten schon hochgradig fragwürdig. Wir haben Füllkrug, Schmidt, Gruev, Buchanan, Philipp, Dinkci und Chiarodia (+ Mbom und Salifou, die keine echte Rolle spielten) verloren im Vergleich zur Rückrunde und an echten Alternativen Borré, Kownacki, Lynen, Deman, Woltemade und wenn fit Keita (+ Njinmah, den ich noch nicht als große Alternative sehe und Rapp, der einfach nicht gut genug ist für den Bundesligakader) dazugewonnen. Wenn man es optimistisch sehen möchte, haben wir uns in der Kaderbreite nicht deutlich verschlechtert, aber eine Verbesserung sehe ich auf gar keinen Fall. Und das, obwohl der Kader letzte Saison schon viel zu sehr auf Kante genäht war.
 
Die Experten sehen Werder jetzt als Abstiegskandidaten weil sie nicht die Phantasie haben, wer jetzt die Tore schießen soll. Mir geht es da ähnlich, denn vorne drin gibt es überhaupt niemanden mehr.
 
Ducksch hat hier mMn nicht zuletzt deshalb geliefert, weil Lücke ihn gut einsetzte.

Ja sicher, das Zusammenspiel der beiden wurde ja immer wieder thematisiert. Aber als Füllkrug fehlte, wurde sich dem angepasst. Ich will Füllkrugs sportliche Bedeutung keinesfalls runterspielen, Dortmund hat ja nicht ohne Grund Interesse an ihm gezeigt. Aber ganz so apokalyptisch sehe ich seinen Abgang eben nicht. Am ende bleibt nur unseren großen Philosophen zu zitieren: Die Wahrheit ist ein Kind der Zeit ;)

Wenn man es optimistisch sehen möchte, haben wir uns in der Kaderbreite nicht deutlich verschlechtert, aber eine Verbesserung sehe ich auf gar keinen Fall.

Die Abgänge, bis auf Lücke, sind Bankspieler, wenn überhaupt. Die Zugänge sind überwiegend Startelf-Kandidaten. Das ist schon etwas besser.
 
Also ich hätte den Burke behalten und keinen ausgeliehen. Dann hätte man wenigstens einen Mittelstürmer gehabt der vorne drin steht. Jetzt haben wir hängende Spitzen. Wer soll jetzt die Tore machen bei hohen Bällen? Keine Flanken und kurze Ecken?
 
Die Experten sehen Werder jetzt als Abstiegskandidaten weil sie nicht die Phantasie haben, wer jetzt die Tore schießen soll. Mir geht es da ähnlich, denn vorne drin gibt es überhaupt niemanden mehr.
Wäre nicht so schlimm, wenn man wenigstens Gegentore verhindern könnten. Wenn eines sicher ist, dann doch, dass Werder immer einen fängt. Zur Not in Minute 97.
 
Zynisch formuliert kann er es sich leisten, den Fans etwas vorzugaukeln. Denn seine Vorgehensweisen und Äußerungen wurden und werden von Amtsantritt an von einer großen Mehrheit der Werder-Fans (ebenso wie von dem ihn hierarchisch übergeordneten Aufsichtsrat - oder ist Abnick-Rat das zutreffendere Wording?) mitgetragen. Da waren die paar "Baumann raus"-Rufe im Weserstadion zu Beginn der Zweitligasaison nicht mehr als ein kleines Gewitter im sonnigen Familien-Ressort mit grün-weißen Sonnenbrillen. Ein kluges Pferd springt nur so hoch, wie es springen muss.

In diesem Punkt habe ich eine andere Sichtweise. Für den alten AR mag das zutreffen. Der Neue hat mMn mehr unternehmerische
Denkweisen und somit durch die Entscheidung Transfererlöse generieren zu müssen, unter rein wirtschaftlicher Betrachtung, richtig
gehandelt. Aus deren Sicht geht um das wirtschaftliche Überleben des Vereins. Was nicht passte war offensichtlich der angepasste
sportliche und finanzielle Freiraum sowie eine angepasste zeitliche Entscheidungsfindungen.
Aus der heutigen Sicht ist klar ersichtlich, dass allein die vor dem Füllkrug-Transfers getätigten Transfers lange nicht ausreichen
würden. Offensichtlich lagen für Füllkrug keine Angebote (oder niederrangige Anfragen) vor und man somit auf den DD spekulieren
musste. Die bekannte finanzielle Situation macht es da für Interessenten leichter und erst dann aktiv zu werden, wenn sich am Markt
was tut.
Bei aller Liebe und Wertschätzung zu Füllkrug hätte man ihm und sich einen internen DD, weit vor dem 01. 09., setzen müssen. Dies
wäre ein Zeichen an spekulierende Interessenten gewesen, eben nicht abzuwarten, zumindest hätte es eben diese aus der Ecke
gelockt, um somit evtl. konkrete Verhandlungen führen zu können. Die Haltung zwischen Werder und Füllkrug hat doch klar aufgezeigt,
dass beide einen Wechsel anstrebten. Werder einen wirtschaftlichen und Füllkrug einen sportlichen Erfolg im Blick hatten.
Vor dem Hintergrund der hohen Verbindlichkeiten war ein hohes Transferplus alternativlos. Dieses hätte nur erfüllt werden können durch
einen Verkauf von Füllkrug, Füllkrug/Ducksch oder nur Ducksch/Weiser, nicht aber ohne einen sportlichen Verlust.
Aufgabe ist es den richtigen Zeitpunkt zu bestimmen, um die eigene Handlungsfähigkeit nicht noch weiter einzuschränken.
Anmerkung:
Borre ist unter diesem Gesichtspunkt ein reiner Glücksfall, geht aber einher mit einer zu erwartenden anderen Spielausrichtung.
Die Vorbereitung hat man praktisch in die Tonne getreten. Die Transfers unterhalb des Füllkrugs-Transfers waren mMn reine
"Panikverkäufe", weil man nicht wusste inwiefern ein Füllkrug-Transfer unter eigenen Vorstellungen realisierbar war und mit welchen
Transfererlösen. Wer verkauft sonst, wenn auch zu ordentlichen Konditionen, einen Perspektivspieler wie z. B. Gruev?
Ich glaube Ole Werner ist angep.... ohne Ende.
 
Ich glaube der letzte Satz ist dann der Hauptpunkt, weshalb ich die Lage so dramatisch und insgesamt pessimistischer sehe als du. Ich glaube, dass Lückes Bedeutung weiterhin unterschätzt wurde. Es geht nicht nur um seine Tore, die ersetzt werden müssen.

Das ganze System ist auf ihn zugeschnitten und ausgerichtet. Bisher wurde immer Lücke gesucht, Borré wird diese Rolle nicht übernehmen können. Ducksch hat hier mMn nicht zuletzt deshalb geliefert, weil Lücke ihn gut einsetzte. Ich habe große Zweifel, dass Ducksch und Kownacki gut zusammen passen. Unser neuer Topverdiener passt wie oben gesagt mMn eh nicht in die Spielidee. Dazu bricht Lücke als richtig starker Kopfballspieler weg. Damit entwerten wir unsere Ecken und Freistoßflanken enorm, haben auch bei gegnerischen Standards weniger Kopfballhoheit und verlieren den einzigen Spieler, der bewiesenermaßen Elfmeter schießen kann. Dazu auch einen der wenigen Leader und den Vizekapitän.
:tnx:
Ich gehe sogar so weit, dass die Leader-Eigenschaften von Lücke uns mindestens genauso fehlen wie seine sportlichen Qualitäten. Denn solche Charakteren sind in der Lage, die Motivation sowohl in der Kabine als auch auf dem Platz zu erhöhen bzw. hochzuhalten


I Und das alles direkt vor dem Deadline Day und in einer durch den totalen Fehlstart ohnehin schon äußerst angespannten Lage. Das hat das Potential extrem übel zu werden und damit macht man sich die - da stimme ich dir wie gesagt zu - über weite Teile dieser Transferperiode durchaus solide bis gute Arbeit kaputt.
Dass Lücke aufgrund der finanziellen Schieflage nicht den Stempel "1899% unverkäuflich" trug, ist aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten nachvollziehbar. Und der Zeitpunkt so kurz vor dem Deadline Day war sicherlich ungünstig. Aber gibt es überhaupt einen "richtigen" Zeitpunkt, um den (wohlmöglich) wichtigsten Spieler verkaufen zu müssen? MMn nicht, denn unmittelbar vor dem Saison-Auftakt wäre ein solche Transfer zeitlich auch Mist gewesen. Und daher ist das fatale an dem finanziell wohl unausweichlichen Transfer nicht der Zeitpunkt an sich, sondern dass die sportliche Leitung trotz des wirtschaftlichen Drucks scheinbar keinen Plan B in der Schublade hatte, so dass sie lediglich die unausgegoren wirkende Notlösung Borré präsentieren konnte.
 
Back
Top