Das stelle ich mir nicht so leicht vor wie du. Aus eigener Erfahrung weiß ich z.B., dass ich teilweise nur bei bestimmten Usern provozierend wirke. Das ist nun mal so, mit einigen kommt man weniger gut klar als mit anderen. Und es sind immer beide anteilig Schuld! Deswegen fand ich weiter oben die Schlussfolgerung, dass ja evtl. nur ein "Spiegel" vorgehalten wird, nicht okay. Nur weil Susi angefangen hat, darf Kai ihr nicht seinen Kaugummi in die Haare schmieren. Finde ich.
Was Dein Beispiel betrifft, möchte ich Dir Recht geben. Wenn die Sache SO klar ist, wie in diesem Fall, gibt es da auch meiner Ansicht nach nichts zu diskutieren. Hier hat Kai die Konsequenzen seines Handelns zu tragen, egal, ob er nun Mod ist oder nicht. Warum? Es liegt eine klare Provokation und wahrscheinlich auch eine klare Überreaktion vor.
Allerdings gebe ich zu bedenken, dass es an der Stelle, wo es eben nur um
gefühlte Provokationen geht, sehr, sehr schwierig wird. Du sagst es ja selbst, mit dem Einen kommt man besser klar als mit dem Anderen. Von dem einen User lässt man sich eher etwas sagen als vom Anderen. Und dann interpretiert man vielleicht auch schnell mal eine Provokation in etwas hinein, was im Kern bspw. eigentlich nur eine Richtigstellung oder eben eine hier viel zitierte Spiegelung des eigenen Verhaltens ist.
Und genau dieser Umstand macht die Sache problematisch. Denn es kann meiner Ansicht nach auch nicht richtig sein, zu Sanktionen zu greifen, nur weil jemand damit nicht klar kommt in einem Diskussionsforum kritisiert zu werden. Bereits alles zu sanktionieren, was von irgendjemandem als Provokation empfunden werden KÖNNTE, wäre fatal und würde im Hinblick auf die Kleinkriege hier im Forum nur dafür sorgen, dass eine Jagd nach kleinsten Anlässen vom Zaun brechen würde, die zum Ziel hat, den jeweiligen Kontrahenten loszuwerden (und sich als Sieger zu fühlen). Ergo kann man hier meiner Ansicht nach nur das sanktionieren, was nicht nur subjektiv gefühlt, sondern allgemein nach bestem Wissen und Gewissen als Provokation gewertet werden kann.
Natürlich ist die Welt auch an dieser Stelle nicht vollständig schwarz oder weiß, auch hier ist die Grenze sicherlich fließend. Es gibt sicherlich Einzelfälle, in denen man drüber diskutieren kann, ob eine Provokation vorliegt, die man sich lieber hätte sparen sollen und ob man eingreifen sollte.
Ich finde es allerdings eben grundsätzlich nicht verwerflich jemandem, der sich in einer Diskussion auf sehr dünnes Eis begeben hat, darauf aufmerksam zu machen, solange man dabei nicht persönlich wird. Wie gesagt: Wer diskutiert muss auch Kritik aushalten können.
Lassen wir es gut sein, irgendwie ist das eine never-ending story.
Ich gönne mir nun jedenfalls ein Gläschen Whisky. :bier: Auf unseren Niedersachsen - auch wenn dies mancheiner als Provokation empfinden mag.
