"Früher war alles besser."
Aber stimmt teilweise ja schon. Wenn man sich heute ein F1-Rennen von vor 12 Jahren ansieht, versteht man es (taktisch/strategisch) ja gar nicht! Heute hat der Fahrer, der früher zum Reifenstopp reinkommt einen Vorteil durch die neueren Reifen. Das soll Spannung erzeugen, weil so der Vordermann unter Druck gesetzt wird bzw. überholt werden kann. Paradox ist: Vor 12 Jahren hatte derjenige den Vorteil, der länger draußen blieb! Der hatte das leichtere Auto und konnte entsprechend Vorsprung rausfahren. Zwei Effekte von früher sieht man heute nicht (kaum) mehr:
1) Verschiedene Strategien sind fast völlig verschwunden. Einige Hinterbänkler versuchen das mal. Oder ein "mutiger" Fahrer wechselt erst auf die harten Reifen und später auf die weichen, wobei da im Rennen kaum ein Unterschied auszumachen ist. Früher konnte man einen kurzen Zwischensprint einlegen oder mit einem leichten Auto losfahren und dann randvoll machen, etc..
2) Wenn der länger fahrende Pilot einen Vorteil hat, dann hat reifenschonende Fahrweise natürlich auch einen großen Bonus. Wenn man nicht am Anfang des Stints schnell ist, sondern am Ende, kommt ist eher mal zu interessanten Duellen, weil beide Fahrer schneller werden, schlechtere Reifen haben und trotzdem lange draußen bleiben möchten, um das schnelle, leichte Auto so lange wie möglich auszunutzen. Jetzt ist es nur so, dass die Reifen schlechter werden, die Fahrer dann bei einem vorgezogenen Reifenwechsel aber keinen nennenswerten Nachteil mehr haben, sondern sogar einen Vorteil.
Daher: Bitte nachtanken!