Florian Kohfeldt (SV Darmstadt 98)

Das hab ich schon mit jemand anders mal durchgekaut, aber dann gehen wir mal durch was danach kam:

2 x 16 Platz. Was ist das? Und dann auch noch direkt hintereinander

Ich kritisiere nicht, dass sich die Wege getrennt haben, mich stört allerdings die Art und Weise des Umgangs mit der vom Verein geschaffenen Tatsache (sowohl auf die handelnden Personen bezogen als auch inhaltlich).
 
Ich finde die Freistellung von Kohfeldt richtig. Nachdem man das so wichtige Augsburgspiel in den Sand gesetzt hat, musste man handeln, um überhaupt nochmal eine kleine Chance zu haben, etwas zu reißen nächste Woche und sich irgendwie gegen den direkten Abstieg zu wehren. Ehrlicherweise wäre es wsl. besser gewesen, das bereits unmittelbar nach dem Unionspiel getan zu haben.

Ich finde die Trennung von Flo dennoch sehr traurig, denn ich habe wirklich sehr gehofft, dass wir nochmal mit ihm die Kurve bekommen. Denn auch wenn er selbstverständlich als Cheftrainer gemeinsam mit Baumi den größten Anteil an den schlimmen vergangenen beiden Saisons hatte und ich auch Personalentscheidungen in den letzten Wochen überhaupt nicht nachvollziehen konnte (Warum spielt Schmid keine Rolle mehr? Weshalb spielen wir ein 4-3-3, bei dem zwei Neuner völlig verloren auf den Außenpositionen in der Luft hängen?), halte ich Kohfeldt nach wie vor für einen sehr talentierten Trainer, dem ich definitiv auch noch so Einiges zutraue. 2017/18 hat er mit dem neuen Trainerteam in einer sehr heiklen Situation die Kohlen aus dem Feuer geholt und die Saison 2018/19 war die beste Saison der vergangenen zehn Jahre. Da hat Werder endlich mal wieder richtig Spaß gemacht und das hatte entscheidend auch mit Kohfeldt zu tun. Ich hatte damals erstmals seit Schaaf wieder das Gefühl, dass da ein Team zusammenwächst, Werder eine klare Handschrift hat und wir den perfekten Trainer für die kommenden Jahre haben. Umso brutaler, wie es dann letztlich letzte und diese Saison lief. Trotzdem hat Kohfeldt gezeigt, dass er es prinzipiell kann und ein guter Trainer ist.

Außerdem mag ich Flo nach wie vor als Menschen sehr, sehr gerne. Ich merke ihm die totale Identifikation mit Werder an und mag es auch, wie er sich außerhalb des Platzes gibt und kommuniziert. Auch dass die Mannschaft bis zuletzt bei der sportlichen Talfahrt klar hinter ihm stand, spricht meiner Meinung nach für ihn als Person. Dass er bis zuletzt „am Trainerstuhl klebte“ und nicht von allein ging, würde ich ihm anders als andere Stimmen überhaupt nicht vorwerfen. So lange er selbst daran glaubt, dass er es mit dem Team schafft, ist es nicht nur legitim, sondern auch seine Verpflichtung, dass er sich den Herausforderungen stellt. Ein Trainerwechsel hätte von der Geschäftsführung ausgehen müssen, da sehe ich keinen Grund für einen Vorwurf an Kohfeldt. Ich kaufe ihm ab, dass er nicht resigniert hat und bis zuletzt daran glaubte, den Klassenerhalt mit Werder zu schaffen.

Auch wenn ich ihn prinzipiell für einen guten Trainer halte und ihn menschlich mag, ist die Freistellung aus meiner Sicht dennoch die richtige Entscheidung, wie ich bereits eingangs andeutete. In unserer aktuellen Situation muss geschaut werden, was JETZT für Verein und Mannschaft das beste ist und so bitter es auch ist, glaube ich nicht, dass Kohfeldt dem Team bis zum Gladbachspiel nochmal einen entscheidenden Impuls gegeben hätte, um die Situation nochmal zu drehen. Das ändert aber nichts daran, dass ich Flo nach wie vor sehr mag und ihm dankbar bin für alles, was er für Werder getan hat. Da spüre ich nicht den leichtesten Drang, nachzutreten oder wegen des Misserfolgs in der jüngeren Vergangenheit seine Verdienste zu Beginn seiner Trainerzeit bei uns zu relativieren. Ich wünsche ihm alles erdenklich Gute und hoffe auch für ihn sehr, dass wir es doch noch irgendwie packen, in der Liga zu bleiben. Ich bin mir sicher, dass Flo der allererste wäre, der sich darüber riesig freuen würde.

Danke, Flo.
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Danke für zwei Jahre Abstiegszone. Leider als Trainer nix, bei dem Material auch schwer. In letzter Zeit aber auch viele Fehler.
Menschlich immer Topp, viel Erfolg wo auch immer.
 
Lieber Florian,

an dieser Stelle herzlichen Dank für die vergangenen vier Jahre - du hast unglaublich viel für Werder geleistet!

Als du im Oktober 2017 gekommen bist, waren wir nach zehn Spielen immer noch sieglos: du hast uns mit deiner fachlichen Expertise und deiner Leidenschaft für Werder Bremen von Anfang an in den Bann gezogen. Am Ende deiner ersten Saison waren wir nach zwölf ungeschlagenen Heimspielen Elfter. Eine klasse Leistung, wie du uns aus dem Abstiegsstrudel herausgeführt hast. Werder Bremen hatte plötzlich wieder ein Gesicht, mit dem sich einfach jeder identifizieren konnte. In deiner zweiten Saison haben wir uns noch weiter gesteigert: wir waren am Ende der Saison auf Platz acht. Uns allen wird sicher das DFB-Pokalhalbfinale in Erinnerung bleiben: dank deiner Arbeit waren wir in diesem Spiel das erste Mal seit langem wieder auf Augenhöhe mit dem FC Bayern München. Das Spiel war ein Genuss für jeden Werderfan - allein schon für diesen Abend gebührt dir der ewige Dank aller Werderfans. Mit etwas mehr Glück mit dem Schiedsrichter, hätten wir damals das Finale erreicht, schade.

Die Saison 19/20 war schwierig: es gab viele Verletzungen, die uns unerwartet in den Abstiegsstrudel rissen. Wir waren nach vielen Spielen komplett am Boden: aber du hast es immer wieder geschafft, uns mit deinen Aussagen aufzubauen, so dass jedes Mal vor dem Spiel der absolute Glaube an den Sieg vorhanden war. Wir haben mit dir gelitten und sind dank dir in Heidenheim in der Klasse geblieben. Dein Interview nach dem Spiel sprach jedem Werderfan aus der Seele. Heidenheim vergessen wir nie!

20/21 lief bis zum 24. Spieltag sehr gut: danach hatten wir einfach unglaublich wenig Spielglück, was seinen Höhepunkt im Pfostenschuss von Leo Bittencourt fand. Du hast uns Woche für Woche trotz der Niederlagen für den Verein begeistert. Wir haben vor dem TV mitgefiebert und waren genauso engagiert dabei wie du an der Linie. Und nicht zu vergessen: wir haben eine tolle Pokalsaison gespielt, in der wir Leipzig am Rande einer Niederlage hatten: ich bin mir sicher, dass wir den BVB im Finale besiegt hätten.

Ich fühle mich heute als Werderfan unglaublich schlecht, weil du den heutigen Tag nicht verdient hast: du hast immer mehr als 100 % für Werder gegeben, hast dich voll und ganz mit Werder identifiziert - grün weiße Liebe in Person = Florian Kohfeldt. Ich bin mir sicher, dass wir den Klassenerhalt mit dir in den nächsten Spielen noch geschafft hätten. Die Lage, in der wir uns aktuell befinden, hast du als allerletztes zu verantworten.

Danke für deinen großen Einsatz für Werder, für deinen Ehrgeiz, deine Leidenschaft - du wirst uns fehlen! Wir alle haben für dich und für Werder gebrannt.

Ich wünsche dir für deine persönliche Zukunft alles erdenklich Gute: ich bin mir sicher, dass du eines Tages bei einem der ganzen großen Vereine landest. Unser grün-weißes Herz wird dann immer auch ein bisschen für dein neues Team schlagen.

Florian, wir werden den Klassenerhalt am Samstag oder spätestens in der Relegation für dich holen!! Wir werden die Dinge nun regeln!

Lebenslang Grün-Weiß: danke Florian!
 
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