Die Realität ist, DASS Werder sehr wohl finanzielle Mittel/Spielraum hat(te), siehe die Transferkonstruktionen um Selke, Bittencourt und Toprak. Die Realtiät ist, DASS die Ursache der letzten Saison nicht in den Verletzungen zu finden ist, sondern die Analyse viel tiefer gehen muss. Die Realität ist, DASS Werder nicht durch Corona, sondern durch Eigenverschulden und finanzielles und sportliches Mismanagement in diese Situation erst kam, in der wir uns befinden. D.h. konkret: kontinuierliche Verschlechterung der Leistung/Performance über Monate und Jahre, was sich in der Tabellenplatzierung wiederspiegelt, kontinuierliche Verschlechterung der Attraktivität für Sponsoren und allgemeine die finanziellen Situation, u.a. eben durch Konstruktionen wie bei Selke, Toprak etc. Corona trifft alle gleich, gut geführte Vereine haben einen Puffer aufgebaut und dadurch eine höhere Absorptionsfähigkeit durch exogene Schocks. Gut geführte Vereine überleben, schlecht geführte Verein "verschwinden" bzw. steigen ab (Natürliche Selektion -> Survival of the Fittest). Die Realität ist, DASS wir einen Trainer haben, der sich medial sehr gut verkauft und gefühlt in einer Beliebtheitsskala mehr Punkte ergattert als das Gesamtkonstrukt Werder (Tendenz steigend). Und die Realität ist leider auch, DASS Werder viele treue, naive Fans hat, die von den guten alten Zeiten träumen und sich von den Protagonisten blenden lassen.
Eine kleine Geschichte: Stell Dir/Euch einen Friseurbetrieb vor, der in der 1. Liga bzw. unter der Starfriseuren mithalten will, an einem Ort, in dem es viele Friseurbetriebe auf Topniveau gibt (hoher Wettbewerb, regional konzentriert, Kunden können sehr schnell ausweichen). Der Trainer/Manager des Betriebs war früher mal ein Friseur auf dorfniveau, will heute aber keine Haare mehr schneiden, sondern die Mannschaft soll es richten und er will in der Creme de la Creme mitspielen. Um allen zu signalisieren, dass er und sein Betrieb auf Top-Niveau mithalten kann, hat er einen 3-wöchigen Kurs belegt und ein Zertifikat mit "Sehr guter Betrieb" erhalten. Alle denken "Wow, muss richtig gut sein dort". Der Manager stellt dafür einige Friseurmeister an (einige routinierte ältere Friseure mit hohem Gehalt, einige junge Friseure). Für die Gesamtkosten (Ausstattung, Miete, Gehälter usw.) hat er einen hohen Kredit bei der Bank aufgenommen. Alles ist genau durchgerechnet und der Manager muss x Gewinn machen, um "überleben" zu können. Der Betrieb startet: Am Anfang fallen einige ältere Friseure aus (Krankheit, Kinderbetreuung, Oma hat Geburtstag). So muss der Manager viel telefonieren und organisieren (sein theoretisches Wissen ist enorm, er weiß ganz genau wie er alles macht, hat er schließlich alles im 3-wöchigen Kurs gelernt). Die Leistung des Betriebs wird aber immer schlechter, Kunden sind unzufrieden und gehen zur Konkurrenz. Das zieht sich über Monate...einige routinierte Friseure kommen zurück, die Leistung wird aber trotzdem immer schlechter und schlechter. Der Manager hat eine Idee, er nutzt die Medien und gibt viele Versprechen ab. Das zieht bei den Anhängern, sie denken "Ja, er ist wirklich gut. Er kann was". Aber alles fruchtet nicht, die Leistung der Friseure wird immer schlechter und schlechter. Sie wissen nicht wie sie die Haare schneiden sollen, alle sind durcheinander, aber halten weiter zum Manager. Die Konkurrenz wird nicht besser, aber die Kunden wandern ab, weil man selbst schlechter wird. Dadurch wird es schwer den Kredit zu bedienen, die finanzielle Lage wird ernster und ernster. Einen Sicherheitspuffer hat man nicht, die Konkurrenz schon. Nun trifft auch noch das Unerwartete ein. Eine Pandemie trifft in D ein und alle Friseure müssen ihren Betrieb für einen Zeitraum t schließen. Viele Anhänger des Managers/Betriebs sind nach wie vor von ihm und seinen Friseuren überzeugt, sind emotional gebunden und sehen die Ursache im Scheitern des Betriebs ganz klar in der Pandemie. Hätte er nicht schließen müssen, dann wäre ja alles weiter gegangen und alles wäre gut. Andere, einige enge Freunde und Anhänger und viele Außenstehende sehen aber die Ursache im Mismanagement des ganzen Betriebs und haben erkannt, dass am Anfang nur ein Hype/Vorstellung/Glaube an eine bessere Zukunft da war, die Zeit aber gezeigt hatte, dass es nur heiße Luft war und der Laden bald schließen wird/muss. Mit Ach und Krach hält er seinen Laden, er hat nun eine neue Strategie und verkauft sie auch medial. Er will jetzt nur noch auf junge Friseure setzen, die sind Hip und schneiden richtig gut. Die Anhänger glauben an ihn, das ist eine super Idee. In den nächsten Wochen sitzt im Salon größtenteils aber wieder nur die "alte" Mannschaft, die Leistung ist nicht viel besser geworden..die Kunden, die übrig blieben, gehen trotzdem hin. Aus Verbundenheit oder weil man sich daran gewöhnt hat und finden in dem Friseursaloninhaber einen super Manager, weil er alles richtig gut erklären kann und auch mal seine Angestellten eine Ansage macht. Das muss ja ein guter Manager auch mal machen. In den abgewanderten Kunden bzw. Anhängern sehen sie nur depressive Leute, die nicht glücklich sind und alles nur kritisieren.