Ich weiß nicht warum, aber ich muß bei der ganzen Handhabung rund um Werder und auch Werder intern immer an diesen Geschlechterwitz denken:
Wenn ein Mädel seine Freundinnen fragt: "Sagt mal bin ich zu dick"? …. dann sagen die Freundinnen garantiert (und selbst wenn es die fetteste Tonne vor dem Herrn ist) …. "nein, Du bist nur ein bißchen zu klein für Dein Gewicht" oder "Nein, schau Dich doch an, Du bist Wunderschön" ….
Tja und wenn ein Junge in die Runde fragt: "Sagt mal Jungs, bin ich zu fett"? …. dann kannst die Uhr nach stellen das einer schreit "Klar bist Du fett und hässlich biste auch noch" …..
In dem ersten Fall bei den Mädels fühlt sich das korpulente Mädel zwar dann nicht verletzt (und alle anderen fühlen sich gut dabei so politisch korrekt und empathisch geantwortet zu haben). Das pfundige Mädel kriegt aber auch kein ehrliches Feedback und damit vielleicht auch nicht den Antrieb etwas nachhaltig zu verändern. Immer nur auf der Beziehungsebene unterwegs zu sein und nicht mal auch schmerzliche Kritik zu äußern, führt zu einer tabuisierenden überzogenen politischen Korrektheit, die auch Missstände konservieren kann (wie in einer Scheinwelt).
Bei den Jungs geht der dicke Bub wohl heulend nach Hause, aber nimmt sich vielleicht dann auch vor etwas zu verändern. Er hat ein ehrliches Feedback erhalten und Erkenntnis war schon immer der erste Schritt zur Besserung. Die anderen Jungs interessierts ohnehin nicht …..
Bei Werder habe ich auch den Eindruck das auch gar keine Kritik geäußert werden darf, weder an Kohfeldt, weder an die Spieler noch vermutlich generell im Verein. Das scheint heute ohnehin state of the art zu sein; man schreibt oder sagt etwas nettes und staubt schnell billigen Applaus ab. Das ist richtig billig und auch vermutlich häufig nicht ehrlich, sondern nur gesellschaftlich erwünscht. Werder hat das nochmal auf die Spitze getrieben.
Werder ist in seinem eigenen erwünschten, kritiklosen Verleugnungssystem gefangen. Die Realität auf dem Platz/in der Tabelle deckt die Lüge immer und immer mehr auf. Deswegen wird auch die Argumentationslinie von Werder immer abstruser, weil die Scheinwelt aufrecht erhalten werden muß. Man balanciert von einer windigen Erklärung zur nächsten und stopft die entstehenden Löcher, insb. vor dem großen Feind, der Öffentlichkeit. Anstatt was zu verändern, wird weiterhin an der Scheinwelt festgehalten. Kein Spieler wird besser dadurch, keine Taktik wird besser dadurch …..nix verändert sich, weil die Realität einfach nicht erwünscht ist. Warum auch, sind la alle sicher in der Grünweissen Schein-Bubble.
Tja was soll ich sagen, irgendwann ist die Schmerzgrenze bei dem dicken Mädel dann erreicht und sie konsultiert einen Arzt und der wird Ihr dann wohl ganz wertfrei und sachlich sagen, "Nimm ab, sonst nimmt das kein gutes Ende". Erst dann wird sich Ihre Situation nachhaltig verbessern.
Die Frage ist nun, wann ist bei Werder der Leidensdruck so groß, das die Scheinwelt aufgegeben wird? Mein Tipp war ja, es läuft wie bei Titz in HH. Man geht mit Kohfeldt in Liga 2, ein weiterer Absturz erfolgt (wobei Titz sogar noch oben stand) und dann platzt die Blase mit allen personellen Konsequenzen!