da meine stimme nun nach dem spiel ohnehin weg ist, kann ich meine eindrücke ja mal aufschreiben: mir hat einiges heute gefallen, alles fand ich allerdings nicht gut. die vorgegebene art und weise fand ich super. aggressives und zumeist auch gut koordiniertes, sehr hohes pressing mit dem wolfsburg zu beginn erhebliche probleme hatte, auch wenn sie es das ein oder andere mal umspielen konnten. gesamtmannschaftlich hat man gut mitverschoben, sodass man meistens kompakt stand. außerdem eilten die umspielten dann auch umgehend wieder mit zurück um den raum wieder zu verdichten. das war schon ein imposantes auftreten für eine mannschaft, die in der krise steckt. aber vorallem war es meiner meinung nach genau richtig. während viele bei schlechten ergebnissen dazu neigen, sich tiefer fallen zu lassen, zu mauern und rein über konter zum torabschluss zu kommen, hat sich kohfeldt für den exakt entgegengesetzten weg entschieden. man verschob die aktivitäten gegen den ball sogar weiter nach vorne und holte sich durch aggressivität und initiative selbst die überzeugung zurück. quasi gegenteilig zum auftritt gegen schalke (hier ist insbesondere hälfte eins gemeint). normalerweise variiert man im pressing mehr und setzt das sehr hohe anlaufen nur partiell ein.
bargfrede passte zur heutigen herangehensweise gut. auch wenn langkamp zuletzt nicht gut aussah, fand ich die andere startelfänderung hingegen nicht gut. groß konnte erwartungsgemäß heute nicht auf dem niveau mithalten, war einerseits physisch mit den wolfsburgern überfordert, andererseits sind eben auch andere, grundlegende fähigkeiten nicht wirklich bundesligareif. auch das was zuletzt noch ordentlich klappte, das andribbeln und eröffnen bei eher geringem druck auf ihn, funktioniert dann eben nicht wenn der druck höher als gering ist. war mehrfach heute zu sehen.
während man zuerst die zweite halbzeit ähnlich begann wie die erste, lies man sich dann leider doch immer weiter zurückfallen. wolfsburg durfte uns bespielen und konnte so mit mehr ruhe und mehr zeit auch die individuell fehlende qualität in der abwehrkette aufdecken. groß wurde schon genannt aber auch gebre war heute lange zeit absolut nicht auf der höhe, was bei ihm dann erst gegen ende deutlich besser wurde als er nach innen rückte.
mitentscheidend für all das war meiner meinung nach, dass bargfrede so ab minute 60 herum einfach komplett fertig war. machte er das bis dahin insbesondere im kontext der gewählten herangehensweise gut, lies die intensität dann rapide ab. aggressives pressing im verbund funktionierte so nicht mehr und man wich mehr und mehr zurück. da hätte man wechseln sollen. ja, osako war heute, abgesehen von ein paar einzelszenen, schwach aber aus genannten gründen wäre bargfrede auch für mich erste wahl für eine auswechslung gewesen. nur eben bereits viel früher.
stark dann hingegen sich für den in der phase überraschenden wechsel "sargent für bargfrede" zu entscheiden. auch das ist sicher konträr zur gewohnten handlung vieler anderer trainer, wenn das spiel endgültig zu entgleiten droht. da wird oft mit noch mehr mauern geantwortet. auch da wollte man sich aber unbedingt das vertrauen in die eigene stärke initiativ zurückholen.
naja: und über den punkt standards muss glaube ich nicht mehr viel gesagt werden. da zeigt sich die mannschaft leider nach wie vor verunsichert auch wenn man heute natürlich auch den immensen größenunterschied ansprechen muss. da hatte wolfsburg klare vorteile.
spielerisch wars übrigens weiterhin verbesserungswürdig. da zeigt sich dann eben doch, dass dieses erfolgserlebnis bei allem sonstigen gegensteuern gegen schwindendes selbstbewusstsein extrem wichtig war.