Bremen
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Analyse zu der Gegentorflut:
https://www.weser-kurier.de/werder/...ie-gegentore-nerven-massiv-_arid,1858164.html

Insgesamt eine, wie ich finde, zutreffende Analyse. 44% weniger zugelassene Chancen ist ein sehr erfreulicher Wert - dennoch fehlt bei Verteidigung des eigenen Kastens oft die entscheidende Konsequenz; und das wiederum ist keine Novität der noch jungen, aktuellen Saison, sondern es sind Dinge, die schon in 18/19 offensichtlich waren. Liegt das an der personellen Qualität in der Defensive? An fehlender geistiger Frische? Dahingehend nicht ausreichendem Training? Wie auch immer, für das Erreichen des selbstgesteckten Ziels Europa reicht eine 44%ige Reduzierung an zugelassener Chancen alleine nicht aus, denn es sind stets mehrere Zahnräder, die ineinander greifen müssen.
https://www.weser-kurier.de/werder/...ie-gegentore-nerven-massiv-_arid,1858164.html
Na ja, ebenso ließe sich argumentieren, daß der Fehler von Moisander durch den Fauxpas von Sahin nicht "besser" wird bzw. keiner mehr ist. Denn Gegentore fallen oft nicht nur durch einen, sondern durch die Aneinanderreihung von zwei oder mehreren individuellen Fehlern.Eine Flanke kommt in Werders Strafraum, der Abwehrchef macht ein paar Schritte und steigt zum Kopfball hoch – doch der nur 1,74 Meter kleine Gästestürmer Ruben Vargas springt höher und köpft den Ball zum zwischenzeitlichen 1:1 ins Tor. Fehler Moisander? [...] Doch die Ermittlungen im Strafraum ergeben: Moisander ist unschuldig. Ein paar Sekunden zuvor hat Nuri Sahin den flinken Vargas einfach laufen lassen, und der erfahrene Moisander will nur noch retten, was schon nicht mehr zu retten ist. Doch das sieht nur, wer sehr genau hinsieht.
Das weder verrückt noch shizophren, sondern die Folge von mangelender Konsequenz, Aufmerksamkeit etc. und somit genau das, was FK schon in der Vorsaison wiederholt "predigte", daß wenn man nicht zu 100% bei der Sache ist, es mit dem Gewinnen schwierig wird.Die vielen Gegentore nun allein mit den Ausfällen in der Defensive zu erklären, ist sehr verlockend. Doch bei der Ursachenforschung fällt eine Zahl besonders auf, und die spricht gegen eine chronisch geschwächte Abwehr: Es ist die Zahl 44. Datenbanken belegen, dass Werder in den bisherigen Spielen 44 Prozent weniger Großchancen zuließ als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. An sich ein geradezu sensationeller Wert – wären da nicht die acht Gegentore. Die Statistik deckt sich mit der Wahrnehmung von Florian Kohfeldt. „Es ist schon verrückt“, meint Werders Trainer, „wir lassen im Durchschnitt extrem wenige Chancen zu, kassieren aber acht Gegentore. Das ist ein wenig schizophren im Moment, dass wir über ganz lange Zeiten eines Spiels richtig gut verteidigen, und wenn wir es einmal nicht so gut machen, dann sind wir auch direkt richtig schlecht. Dann passt direkt gar nichts mehr. Das ist momentan ein großes Problem.“
Auch ein leidiges wie bekanntes Thema: mangelnde Schnellkeit - losgelöst davon, ob dies nun in der Antizipation und/oder im Läuferischen begründet ist.Die beiden Gegentore gegen Augsburg kommen bestimmt in den Mannschaftssitzungen zur Sprache. Dann wird Sahin seinen Fehler schnell sehen, und beim zweiten Augsburger Tor werden einige im Team sehr schnell merken, dass sie genau das eben nicht sind: sehr schnell. Der flinke Vargas ist bei diesem Konter gegen drei Bremer eigentlich chancenlos in Unterzahl, läuft aber allen weg. Michael Lang, Theodor Gebre Selassie und Moisander sind die drei Bremer Verteidiger in dieser Szene, am ehesten hätte Neuzugang Lang handeln müssen. „Wir spielen hinten drei gegen eins, das darf uns nicht passieren“, sagt auch Kohfeldt [...]
Was die eine Hand aufbaut, macht die andere wieder kaputt...Die vielen Verletzten in der Defensive sind grundsätzlich ein Problem, aber nicht immer entscheidend. „Beide Tore von Augsburg entstanden aus gruppentaktischen oder individuellen Fehlern, beides hat nichts mit der Abstimmung zu tun“, betont Kohfeldt. [...] „Die Ausfälle in der Defensive würden deshalb zwar sicher einen großen Teil der acht Gegentore erklären, meint Kohfeldt, „aber man darf sich dahinter auch nicht verstecken. Es gab trotzdem bei jedem Tor auch klare gruppentaktische Fehler, oder Abstimmungsprobleme bei Standards, für die es gar keine Entschuldigung gibt. Und das ist echt schade, wenn man bedenkt, dass wir ja eigentlich extrem wenige Chancen zulassen.“
Auf den Punkt gebrachtKohfeldt geht es bei den Gegentoren inzwischen wie allen Werder-Fans. „Uns Nerven diese Tore massiv“, sagt er, „wie sie fallen, und ihre Anzahl. Es geht nicht darum, jedes Spiel mit 3:2 zu gewinnen. Das ist nicht die Grundidee. Wir wollen genauso gut verteidigen, wie wir angreifen.“ Das wird auch nötig sein, um die für den Europacup so wichtigen Siegesserien schaffen zu können. Denn bei allem Spektakel geht es natürlich auch ums Ergebnis: „Und da muss uns klar sein, dass wir nicht immer drei Tore schießen können.“ [...] Nur einen Sieg aus drei Spielen haben auch Gladbach, Hoffenheim und Schalke geholt, also direkte Konkurrenten. Der offensichtlichste Unterschied: Sie kassierten höchstens halb so viele Tore.

Insgesamt eine, wie ich finde, zutreffende Analyse. 44% weniger zugelassene Chancen ist ein sehr erfreulicher Wert - dennoch fehlt bei Verteidigung des eigenen Kastens oft die entscheidende Konsequenz; und das wiederum ist keine Novität der noch jungen, aktuellen Saison, sondern es sind Dinge, die schon in 18/19 offensichtlich waren. Liegt das an der personellen Qualität in der Defensive? An fehlender geistiger Frische? Dahingehend nicht ausreichendem Training? Wie auch immer, für das Erreichen des selbstgesteckten Ziels Europa reicht eine 44%ige Reduzierung an zugelassener Chancen alleine nicht aus, denn es sind stets mehrere Zahnräder, die ineinander greifen müssen.







