Ich habe vermutet, daß das marktwirtschaftliche Prinzip Angebot und Nachfrage bzw. dessen Einfluß auf die Preisgetaltung so bekannt ist, daß es keiner weiteren Erklärung bedarf, aber offensichtlich habe ich mich geirrt. Also gut:
Wenn ein Spieler sich auf einer ohne quantitativ dünn besezten Position langfristig verletzt und dadurch ein personeller Engpaß entstanden ist, dann signalisert es bei den anderern Managern bzw. den Spielerberatern auch ohne ein verbales Zutun von FB ein mögliches/grundsätzliches Kaufinteresse, als wenn du z.B. in einem Elektro-Laden gezielt durch die Gänge mit den TV-Geräten schlenderst. Dieses offensichtliche Interesse allein impliziert jedoch noch längst keine konkrete Kaufabsicht, denn diese wird dem Anbieter erst bewußt, wenn z.B. FB bei seinem Manager-Kollegen bzw. dem Spielerberater anfragt oder du dem Verkäufer im Elektro-Laden die Anschaffung einer neuen Glotze ankündigst - dies ist die Ebene, auf der die Verhandlungsgespräche beginnen und i.d.R. die Chancen für eine Win-Win-Situation bestehen, sprich der Verkäufer hat einen guten Gewinn erziehlt und der Käufer freut sich über den gewährten Nachlaß, einer Gratis-Zugabe oder dgl.
Sobald jedoch eine Seite unter Handlungsdruck steht und die Gegenseite davon Kenntnis hat - z.B. daß FB die am 31.08. endendte TP im Nacken sitzt oder du dem TV-Verkäufer gegenüber ausplapperst, daß dein alter Fernseher kaputt ist und du einen neuen brauchst, weil übermorgen die neue Buli-Saison beginnt, dann hat diese Seite in den Verhandlungen zwansläufig die schlechteren Karten; und somit fällt es der Gegenseite leichter, ihre (ggf. intern dadurch nach oben geschraubten) Vorstellungen im größeren Maße durchzusetzen. Warum z.B. haben wir Max Kruse für relativ so kleines Geld bekommen? Bestimmt nicht, weil die Werder-Heimspielstätte idyllischer an der Weser liegt als das Radkappen-Stadion am Mittellandkanal, sondern weil die Radkappen Kruse nach seinen Eskapaden loswerden wollten, so daß dieser Handlungsdruck die Einstiegsforderung von Klaus Allofs nach unten drückte = größere Win-Situation für Werder. Und dieser Handlungsdruck ist auch Ursache dafür, daß der sportlich abgeschriebene und Etat belastende Caldirola ablösefrei gehen darf; und je länger niemand bereit ist, seine Gehaltsforderung zu erfüllen und er somit seinen Vertrag weiter aussitzt, solange steht Werder unter dem Handlungsdruck, den Spieler loszuwerden = größere Win-Situation für den Spieler. Wer unter Handlungsdruck steht, hat die schlechteren Karten, so läuft nun einmal das Geschäft - nicht nur im Fußball, sondern generell.