sehen wir das ganze doch mal aus der logischen, praktischen Perspektive: was würdest Du als Profi der vor seiner letzten Saison steht machen wenn Du wüsstest Du kannst Dich selber aufstellen, Dich selber trainieren (oder auch aussetzen) so wie Du wolltest? also ich als Spieler würde denken: geil! das is ja das Paradies! woanders wäre ich vom Trainer und meiner Leistung abhängig! ein TRAUM!
man muss ja auch garnicht alles was dort geschrieben steht Wort für Wort glauben. es reicht ja schon n Bruchteil davon um den Trainer instante porte zu kicken. und so wie die Kreiszeitung recherchiert ist es mMn unmöglich das da garnix dran ist!
Es ist zu vermuten, dass Mannschaft und Funktionsteam spätestens nach dem Augsburg-Spiel ganz eng zusammengerückt und die berüchtigte Wagenburg errichtet haben. Direkt nach dem Spiel soll Eichin ja die Spieler interviewt und ein Meinungsbild eingeholt haben. Kolportiert wurde, dass sich die Spieler für einen Verbleib Skripniks bis zum Saisonende ausgesprochen und den Abstiegskampf mit ihm angenommen haben. Die Leistungen der letzten Spiele sprechen, anders als z.B in Stuttgart, nicht dafür, dass die Mannschaft "gegen den Trainer" gespielt haben.
Gleichzeitig muss das Ergebnis des Meinungsbildes im Nachhinein als erste Niederlage Eichins im Machtkampf mit Skripnik gewertet werden. Das Ganze hätte nach meinem Gefühl auch genau andersherum ausgehen können. Dann wäre Eichin heute vermutlich noch da, Skripnik durch einen anderen ersetzt.
Wie kann man sich die Stimmung innerhalb der "Wagenburg" Vorstellen? Für die Spieler galt es, einen Tunnelblick zu entwickeln, zusammen zu rücken, den Werdergeist zu beschwören, alle Ablenkungen und negativen Gedanken irgendwie abzulegen. Für das Trainierteam galt es, Stärken zu beschwören, Schwächen abzumildern, Taktiken und Aufstellungen auszuloten. Zuversicht zu verstroemen. Mut zuzusprechen.
Für das Management galt es, die Bedingungen für eine Wagenburg zu schaffen ( Wünsche erfüllen, Trainingslager organisieren, Rücken freihalten, Ruhe zu gewährleisten ( Presseboykott für Spieler).
Das Wesen der Wagenburg bedingt, dass ganz enge Absprachen zwischen allen Beteiligten stattfinden. Man kann sich vorstellen, dass dazu auch Taktikabsprachen mit wichtigen Spielern ( dem Spielerrat) gehören. Dass Fritz und Pizarro dabei angehört werden, halte ich für absolut logisch.
Die Presse war in der Zeit außen vor und war auf spärliche Informationen der Geschäftsführung bzw. vereinzelte Interviews der dazu autorisierten Spieler angewiesen. Der Rest ist für die Journalie pure Spekulation.
Warum berichtet Knips von der Skz hinterher so kritisch über Skripnik? Hatte z.B ein Clemens Fritz im letzten und einzigen Interview vorm Frankfurtspiel Anlass dazu geboten? Zu lesen war davon nichts. War es nicht vielmehr so, dass sich derselbe Journalist schon frühzeitig ( nach dem Augsburgspiel?) selbst festgelegt hatte, Skripnik müsse weg? Hatte er sich nicht ganz klar für den Vorschlag Eichins ausgesprochen? Wurde seine voreilige Berichterstattung durch das Meinungsbild der Mannschaft, durch die Wagenburg, letztlich durch die Auftritte des Teams und die Erfolge sukzessive widerlegt? Konnte er, nachdem er sich zuvor so einseitig festgelegt hatte, einem Skripnik überhaupt noch auch nur einen Bruchteil dieser Entwicklung zuschreiben?
Imho hat sich die Skz während des Sprechverbots der Spieler in der Endphase der Saison völlig vergaloppiert.
Sicher wird an der eigenen Unsicherheit, der Sturheit, der Befragung von Fritz und Pizarro irgendwas dran gewesen sein. Am Ende ist es aber dann, wie immer. eine Frage der Interpretation. Dass Fritz und Pizarro das Zepter übernommen, Skripnik, Frings und Kohfeldt nur zugeschaut und gestaunt haben, kann man sich auch beim schlechtesten Willen nicht vorstellen.