Florian Kohfeldt (SV Darmstadt 98)

Bist Du Dir da so sicher? Werder hat in den letzten 10 Jahren so oft an die Pforte der 2. Liga geklopft, dass ein solcher Diskussionsprozess doch schon längst hätte stattfinden müssen.
Natürlich hätte der Diskussionsprozess in Gang kommen müssen. Aber von wem? Es gibt keine Opposition. Hier liegt das Hauptproblem. Der ganze Verein ist von oben nach unten klar auf Linie durchstrukturiert. Man will auch keinen Dissens im Verein, denn Streit bedeutet Abrieb, ist anstrengend, geht nicht selten ins Persönliche usw.. Dann lieber Piep, Piep, Piep, wir haben uns alle lieb. Mit Blick auf die Vergangenheit meinen sie, dass das ihre große Stärke sei. 2004 das Double. Mit diesem Totschlagargument wird jede Diskussion im Keim erstickt.
Die Gesamtentwicklung im Fußball ist an ihnen vorbeigezogen. Sie verwerfen jedweden Einspruch diesbezüglich mit dem Hinweis auf die Werdertraditionen und denen seien sie verpflichtet. Die Fans wiederum goutieren dies und beide Seiten blenden aus, dass Werder kein Verein mehr ist sondern ein mittelständisches Unternehmen, welches sich in einem gnadenlosen kommerziellen Verdrängungswettbewerb mit anderen befindet, in denen Fehler nicht verziehen werden. Werder kokettiert mit dem Attribut "der etwas andere Verein". Sie sind aber eine Gmbh & Co KG aA, was sie bis heute nicht internalisiert haben. Dann passiert eben das, was wir jede Saison in der einen oder anderen Art erleben.
 
...Ketzerisch gefragt: sportlich spielen zwar in der ersten Liga. Aber? Hast Du den Eindruck, dass hier erstklassige Arbeit verrichtet wird?...

Keine Frage. Da ich hier einer der schärfsten Kritiker bin, sehe ich das natürlich nicht erstklassig, sondern teilweise schon drittklassig.


... Man kann hier in Bremen den Nichtabstieg jede Saison als Erfolg feiern. Mehr ist hier nicht drin. Das kann doch nicht so schwer sein zu akzeptieren?
Durch Corona wird die Schere zwischen Clubs mit CL/Investor etc und dem Rest weiter auseinandergehen. Da Werder nicht bereit ist, sich zB irgendeinem externen Geldgeber zu öffnen, sind sie nunmehr in ihrer sportlichen Welt Plätze 10 bis 15 gefangen. ...

Genau. Nichtabstieg ist das höchste der Gefühle, zu mehr wird man es nicht bringen. Dafür arbeiten Filbry/Bode/Baumann und die Getreuen FK/TB/CF etc. zu schlecht. Und weil sie so arbeiten, sind sie auch zu unsexy für einen Investor. Sie sagen, sie wollen das nicht. Aber: Schon zu CL-Zeiten hatte Bremen ja drittklassige Werbepartner. Näher liegt wohl, dass sich niemand findet.

Jetzt ist Werder für große Investoren so attraktiv wie Fußpilz. Und bremische Unternehmen mit Geld gibt es nicht mehr viele. Und die, die es gibt, haben es mit der Werder-Verbundenheit nicht so. Übrigens: Die im Aufsichtsrat vertretenen Millionäre hüten sich, auch nur einen Cent öffentlichkeitswirksam Richtung Werder zu manövrieren...warum nur? Tja, das ist die Gretchenfrage...
 
Mich nervt es einfach nur noch, dass er zu allem etwas sagen muss!

Ist er vertraglich dazu denn verpflichtet, auf jede Frage eine Antwort zu geben?

Muss er alle Interviews überhaupt annehmen?

Kann er nicht einfach mal zu bestimmten Themen schweigen, eine Antwort verweigern oder freundlich eine nichtssagende Antwort geben?

Muss immer alles kommuniziert werden?

Das Gleiche gilt für Baumann...

Da stellt sich doch prompt die Frage, wozu Ehrenspielführer Clemens Fritz installiert wurde, welcher den Trainer doch auch in der Öffentlichkeitsarbeit entlasten und den Medien für Nachfragen zur Verfügung stehen soll. Aber den Clemens hat unser eloquenter Trainer ja im Eifer des Gefechts namentlich ganz außer Acht gelassen - er spricht ja auch viel schöner. :dance:

Es ist schon erstaunlich, dass der bestmögliche Trainer auch nochmal sensibilisieren muss,
dass der Verein sich in einer dramatischen Lage befindet und konsolidiert werden muss.

Wenn Baumi und Flori dem dümmlichen Volk erzählen müssen, dass die Pandemie einzig ursächlich für
die finanzielle Schieflage des Vereins ist, dann sollte das auch dem letzten Zweifler die Augen öffnen.

Die Formel des Erfolgs wird auch gleich mitgeliefert: Riesenjob 2020/2021 = wirtschaftliche Konsolidierung + Klassenerhalt
Moment.... das wurde doch vor Jahren bereits geleistet.

Wahrscheinlich war es auch ein Vorbote der Corona-Pandemie, der den Personalaufwand, der im Jahr 2017/2018 noch bei 58,34 Mio lag,
im Jahre 2018/2019 auf 71,93 Mio aufblähte. Herzlichen Glückwunsch.
 

Der Nichtabstieg ist wegen der finanziellen Situation dieses Jahr das offizielle Ziel, was wird denn sonst erwartet nach der letzten Saison? Finde das jetzt nicht besonders verwerflich, wenn er das auch so sagt, auch wenn ich persönlich glaube, dass wir mit der Mannschaft und dem Trainer viel weiter oben landen werden. So ist es halt und man kann jetzt weiter in der alten Scheiße herumwühlen (macht er ja sogar kurz, als er auf die gemachten Fehler eingeht) und jammern, aber er schaut grundsätzlich nach vorne. Wichtige Spieler haben uns verlassen, aber es gibt jetzt die Chance für die jüngeren, denen er durchaus einiges zutraut. Das ist doch gar nicht verkehrt! Finde ihn sehr positiv und ich finde, dass viel über seinen Umgang mit den Spielern herauszuhören ist und er sich der Schwierigkeiten bewusst war und ist, die auf den Verein zukommen. Er ist halt durch und durch Werder.:top:
Ich finde seine Statements einfach nur ehrlich und bin wieder mal mehr als froh, dass er unser Trainer ist.:wdance:
 
Das macht doch kaum mal ein Trainer! Wechsel in den ersten 15 Minuten der 2. Halbzeit gibt es doch äußerst selten mal in Spielen in der Bundesliga. Höchstens verletzungsbedingt.
Wechsel zur Halbzeit oder ab 60. Minute ist bei nahezu allen Trainern Usus. Und eigentlich dann auch nur bei Rückstand oder Remis.

Ich habe das mal für die letzten Spielzeiten aufgelistet.

In den ersten beiden Spielzeiten unter Kohfeldt sehr häufig innerhalb der Halbzeitpause (teilweise schon vorher) Justierungen vorgenommen und Einfluss ausgeübt. Das hat er letzte Spielzeit komplett über den Haufen geworfen, deswegen halte ich die Aussage für nicht ganz richtig. ;-)
 
Das Umschaltspiel fehlt. Bei der Mannschaft zwischen Defizive und Hoffensive, beim Trainer zwischen Theorie und Praxis, Analyse und sichtbaren Konsequenzen. Was wir brauchen, ist ein Schalter.
 
Liest du es auch durch was du schreibst Torsti alias FLOKO. Wenn man zur Halbzeit hinten liegt, grottenschlecht spielt wie sehr viele Spiele letzte Saison dann sollte man zur Halbzeit reagieren und nicht warten auf Gottes Hilfe.

Erst einmal: Klar lese ich, was ich schreibe (jedenfalls meistens! ;))
Und zu Diener Anmerkung: Genau, was du forderst, hat er doch gemacht!? Gegen Jena sogar schon beim Stand von 0:0 und gegen Berlin beim Stand von 0:2 hat er jeweils in der 46. Minute, also zur Halbzeit reagiert! Was willst du jetzt mehr? Das er schon direkt nach dem 0:1 gegen Berlin wechselt?
 
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Super, ich danke dir für die Mühe CK!
Ist tatsächlich sehr auffällig! Da wir in dieser Spielzeit aber schon in 2 Spielen Auswechslungen zur HZ erleben durften, gehe ich mal davon aus, dass die letzte Saison (auch in anderer Hinsicht) ein "Ausrutscher" war! :)

Diese Saison würde ich auch noch nicht bewerten wollen. Das geht denke ich erst so ab dem 10. Spieltag etwas genauer...

Letzte Saison war das für mich ein Spiegelbild dessen was der Verein grundsätzlich auch neben dem Platz gezeigt hat. Zögern, zaudern und ängstlich reagieren statt agieren.

Der Trainer hat ja im Endeffekt nur zwei Möglichkeiten während des Spiels konkret Einfluss zu nehmen. 1. Durch die Halbzeitansprache und 2. Durch Auswechslungen... Letzte Saison definitiv ausbaufähig.
 
Natürlich hätte der Diskussionsprozess in Gang kommen müssen. Aber von wem? Es gibt keine Opposition. Hier liegt das Hauptproblem. Der ganze Verein ist von oben nach unten klar auf Linie durchstrukturiert. Man will auch keinen Dissens im Verein, denn Streit bedeutet Abrieb, ist anstrengend, geht nicht selten ins Persönliche usw.. Dann lieber Piep, Piep, Piep, wir haben uns alle lieb. Mit Blick auf die Vergangenheit meinen sie, dass das ihre große Stärke sei. 2004 das Double. Mit diesem Totschlagargument wird jede Diskussion im Keim erstickt.
Die Gesamtentwicklung im Fußball ist an ihnen vorbeigezogen. Sie verwerfen jedweden Einspruch diesbezüglich mit dem Hinweis auf die Werdertraditionen und denen seien sie verpflichtet. Die Fans wiederum goutieren dies und beide Seiten blenden aus, dass Werder kein Verein mehr ist sondern ein mittelständisches Unternehmen, welches sich in einem gnadenlosen kommerziellen Verdrängungswettbewerb mit anderen befindet, in denen Fehler nicht verziehen werden. Werder kokettiert mit dem Attribut "der etwas andere Verein". Sie sind aber eine Gmbh & Co KG aA, was sie bis heute nicht internalisiert haben. Dann passiert eben das, was wir jede Saison in der einen oder anderen Art erleben.

1899% Zustimmung zu Deinem Beitrag :tnx:

zum Fettgedruckten: es muss - obwohl generell wünschenswert - nicht gleich eine Opposition vorhanden sein, um einen Diskussionsprozess in Gang zu bringen. Doch das wird furch der Betriebsblindheit sowie den sehr engen persönlichen Verbindungen blockiert. Das spiegelt sich auch - um den Faden zum Thread-Thema nicht ganz zu verlieren und auch wieder zum Ausgangspunkt dieser Diskussion zurückzukehren - in der Totalen-Begeisterung-Aussage von FK wieder. In der letzten Saison waren nach seinen großen Worte zu selten entsprechende Taten zu sehen, und trotzdem finden solche Phrasen in dieser Saison eine Fortsetzung. Warum zieht FK nicht die Lehren daraus? Und wenn er es nicht schafft, warum steuert sein unmittelbarer Vorgesetzter FB nicht dagegen?
 
:tnx:

Dass FK "totale Begeisterung" für seinen Job verspürt und er wie MB und FB unter der Prämisse, das Beste für Werder zu tun, arbeitet, ist zunächst lobenswert. Doch aufgrund der der letzten 15 Monate und dem daraus resultierenden Ist-Zustand des Kaders sowie der finanziellen Situation ergibt sich die Frage, warum sieht man zu wenig davon, dass diese Herren ihr Bestes für Werder geben? Wenn DAS das Beste, sein soll, dann Gute Nacht Marie, bzw. Gute Nacht, Werder. Daher kann das Fazit nur lauten, dass wenn MB/FB/FK wirklich das Beste für Werder tun möchten, dann sollten sie ihre Posten für Personal mit mehr Fachkompetenz zur Verfügung stellen.

Ich denke sie tun tatsächlich ihr bestes für Werder, die Situation ist ja bekannt und mehr ist bei den drei nicht drin. Die Aussagen von FK lassen den Schluss zu, dass nicht die drei für den Zustand verantwortlich sind, sondern ein exogener Schock (Corona?), wofür sie natürlich nichts können und keine Verantwortung tragen.
 
im Gegensatz zum underperformenden Baumann, muss ich sagen das Kohfeldt aus dem ersten Pflichtspiel gelernt zu haben scheint! ENDLICH hat er auch mal zwei mal mit der selben Formation spielen lassen, was ich persönlich gerade zum Start einer Saison ENORM wichtig finde. Natürlich können jetzt vereinzelnt auch Spieler rein rotieren wenn andere schwächeln! :top:
 
Was soll denn FK nach der schlechtesten Saison aller Zeiten sagen? Wenn er auf beleidigte Leberwurst machen würde, könnte das seine Position bei FB und MB schwächen.
Auf jeden Fall bin ich mir nicht sichre, ob nicht der Abstieg für Werder am Ende der bessere Weg gewesen wäre? Ist hochriskant, weil man sogleich wieder aufsteigen sollte, aber was wäre denn wirklich gewesen?
Zuschauer haben wir sowieso nicht, TV-Gelder deutlich weniger, aber keine Kaufverpflichtungen und alle hochpreisigen Spieler wären weg. Von der jetzigen Truppe wären Pavlas und Ludde wohl noch entschwunden. Für die anderen ist kein Markt. Das wäre dann ein echter Neuanfang gewesen.
anstatt unbedingt "etwas sagen zu müssen", wäre Schweigen angebracht.... warum muss er auch unbedingt seinen Senf überall dazu geben?
 
Wenn man ihn fragt, soll er sagen: Kein Kommentar? Oder einfach weggehen?
Das würde hier genauso zerrissen.

Vielleicht erst einmal tiefstapeln, keine Versprechungen loslassen wie "jetzt wird alles anders", "der Umbruch kommt" und bla bla... sondern mal so etwas wie in die Richtung "Schauen wir mal" äußern. Aber das wird er natürlich nicht, weil - zugespitzt ausgedrückt - er seinen Job auch nur noch aufgrund seiner Rhetorik hat. Anders ausgedrückt: Er lebt von seiner Rhetorik, in dem er Hoffnungen schürt und ihm viele blind folgen und wieder enttäuscht werden. Genau das, d.h. diese Rhetorik, wird ihm niemand nehmen und das weiß er und spielt diese Karte aus.
 
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