1. Warum wird hier stets von "den Muslimen" als eine homogene Gruppe gesprochen?
Ich habe doch extra zu Beginn geschrieben das
einige Muslime dies nicht gern sehen. Von allen Muslimen habe ich nicht gesprochen.
Von Muslimen muss man ja wohl sprechen, denn ein Christ oder Hinduist wird sich wohl kaum über einen Vers, in dem Mohammed vorkommt, aufregen.
2. Was hat diese Vorfall mit dem Eu-Beitritt der Türkei zu tun? Nur weil einige türkischer Schmierblätter (natürlich vollkommenen) Unsinn schreiben? Die Bild in Berlin titelte vor kurzer Zeit "Ihr Bettler, ihr nervt" -- aus der EU ausschließen?
Es hat sehr wohl etwas mit dem EU-Beitritt zu tun, denn solche Meldungen werden das Bild der Türkei in den aktuellen Staaten der EU nicht gerade verbessern und es kann ein Anzeichen für die fortschreitende Islamisierung der Türkei sein, denn wenn du in den letzten Jahren ab und an mal Nachrichten geschaut hast, dann wüsstet du das viele Türken gegen die zunehmende Islamisierung auf die Strasse gehen um dagegen zu protestieren.
3. Es gibt auch christliche Gruppe, die sich über jegliche Verunglimpfung ihrer Religion aufregen, sie sind ebenso in der Minderheit wie bei den Muslimen. Bei letzteren wird jedoch darüber berichtet, weil die Leute das lesen wollen.
So einfach ist es dann auch wieder nicht. Religiöse Fanatiker gibt es auf beiden Seiten, nur werden bislang von christlichen Fanatikern keine Terroranschläge verübt und es werden keine Gesetze aus archaischen Zeiten mehr befolgt im Namen des Christentums.
4. Einige schalten beeindruckend reflexartig auf "ja, mal wieder die muslime..." Da wird reflexartig von der Scharie usw. gesprochen. Könnt ihr euch eigtl vorstellen, dass die meisten Muslime ein völlig normales Leben leben, und sich nicht ständig über irgendetwas aufregen, dass diese Aufregung stets nur von wenigen Gruppen kommt und hochgepuscht wird? Aber nein, es sind ja "viele Muslime" (natürlich nicht alle, man ist ja politisch korrekt, gell?)
Ja, ich kann mir vorstellen das viele Muslime anders leben, aber die Anzahl der Länder in denen die Scharia teilweise oder komplett befolgt wird nimmt leider zu. Auch im Westen findet die Anwendung der Scharia immer mehr Anhänger, das aber nur mal so nebenbei.
Ich schalte auch nicht reflexartig auf "ja, mal wieder die Muslime...", aber ich kann durchaus Dinge ansprechen und kritisieren. Das tue ich nicht nur bei Problemen die den Islam betreffen, sondern auch bei anderen Religionen wie dem Christentum.
Interessant ist hier z.B. der aktuelle Kampf um Jerusalem. Strengorthodoxe Juden sind dabei immer mehr Teile der Stadt zu übernehmen und völlig den religiösen Riten zu unterwerfen, wogegen sich noch viele "sakuläre" Isralis wehren. Vor kurzem kam sogar ne Doku darüber im TV. Spannendes Thema und äußert aufschlussreich, da die Religionen in immer mehr Ländern immer mehr Menschen, hauptsächlich arme Menschen, in ihren Bann ziehen.
Verschon mich also bitte mir irgendwelchen Absurden vorwürfen, denn ich gehöre nicht zu den Leuten die ihre Meinung und "Bildung" aus der BILD beziehen.
5. Es gab im Mittelalter keine Satire über die Kirche / den Papst? Vielleicht solltest du dich mit einem Thema beschäftigen, bevor du deinen Senf ablässt.
Ich habe nicht gesagt das es keine Kritik/Satire am Christentum im Mittelalter gab. Diese gab es durchaus. Allerdings gab es auch nicht wenige Fälle wo Religionskritik mit Ketzerei gleichgesetzt wurde.
Interessant ist doch was Kritikern des Christentums widerfährt, so werden Religionskritiker wie die Philosophen Nietzsche, Voltaire oder Feuerbach noch heute "verehrt" und ihre Schriften studiert. Kritiker des Islam hingegen leben da wesentlich gefährlicher, man frage nur mal Salman Rushdie.
Fazit: Der Text des Liedes ist Unsinn, die Aufregung darüber ist noch unsinniger, aber bei weitem noch nicht so unsinnig wie dien Reaktionen auf diese Aufregung.
Die Reaktionen um ein Lied das eigentlich keiner Aufregung bedarf ist doch bezeichnend für die Auseinandersetzung und Unterschiede zweier Religionen bzw. Lebensweisen. Ich würde mir einen Islam in Europa wünschen der mit Kritik und Satire an der eigenen Religion genauso locker umgeht wie die mehrheitlich christliche Bevölkerung der Europäischen Union. Würde die gesamte islamische Welt diese Lockerheit übernehmen, so wäre das sicherlich der Idealfall, aber dieser Weg ist sicherlich noch weit.
Die heftige Reaktion auf diese Aufregung um das Schalkelied kamen zuerst von anderen Usern, die sofort forderten das man umgehend alles was auch nur im entferntesten Sinne den Islam und seinen Propheten beleidigen würde, sofort ändern oder verbieten müsste.
Dagegen habe ich Einspruch erhoben, denn Meinungsfreiheit und Pressefreiheit sowie in diesem Fall die Kunstfreiheit (Art. 5 Abs. 3 GG) müssen in Deutschland unbedingt gewahrt bleiben.
Ein sakulärer Staat in dem alle Religionen zusammenleben können, das muss das Ziel sein. Deutsche Muslimenverbände die gegen das Schalkelied protestieren, tragen zu diesem Ziel nicht bei.
Korrigier mich also wenn ich falsch liegen sollte, aber ich denke das ich es schon ganz richtig formuliert habe.
Insgesamt bin ich der Meinung das wir eine politische Diskussion an dieser Stelle beenden sollten, da wir hier in einem Fussballforum sind und daher sollte eben dieser Sport auch im Vordergrund stehen und nicht politisiert werden. Der Fussball als Verbindung von Menschen mit verschiedenen Hautfarben oder Religionen; so und nicht anders sollte es sein.