Das Problem sehe ich hier im Forum immer wieder. Es werden immer wieder völlig überhöhte Erwartungshaltungen geschürt, die Spieler, wie Rakitic oder meinetwegen auch Sanchez oder auch Farfan dann zu erfüllen haben. Übertragbar auf hiesige Neuzugänge Eins zu Eins. Werden diese Erwartungen dann nicht sofort erfüllt, hat das sportliche Management versagt.
Wenn man immer wieder hier oder anderswo liest "Verein XY hat Spieler Z geholt - jetzt müssen wir aber erstmal Spieler AB holen, sonst ist alles im Eimer", dann lässt das natürlich unberücksichtigt, dass Verein XY auch wirklich Bedarf hatte, einen entsprechenden Spieler zu verpflichten - der eigene Verein allerdings schon weit in Vorlage getreten ist und nun dem vorhandenen Personal die Chance zur Bewährung geben muss. Das ist nun mal die Basis, auf welche sich der Erfolg der letzten Jahre überhaupt begründet - und welche, zumindest mittelfristig auch am erfolgsversprechendsten ist. Leider mangelt es Seitens der Fans immer wieder an Geduld und auch der Weitblick, dieses auch zu erkennen, und schon hat in jenen Augen die sportliche Leitung gepennt und gehört entlassen.
Was ich damit sagen möchte, ist, dass der Effekt der Neuzugänge im Allgemeinen weithin überschätzt wird und eigentlich immer die Spieler, die der Mannschaft sofort weiterhelfen, nur ein Strohfeuer darstellen. Das kann ambivalente Gründe haben: Möglicherweise ist deren Qualität so groß, dass sie nur kurzfristig dem Verein überhaupt zur Verfügung stehen und sie zum nächstgrößeren Verein wechseln. Der Verlust schwerer wiegt dann häufig schwerer, als ihr kurzfristiger Gewinn zum Erfolg beitragen konnte. Dann gibt es noch jene, die ein nur ne Leuchtrakete sind, die hell strahlen, aber auch schnell verlöschen, weil einfach die Qualität fehlt.
Auch wenn die Floskel "Fußball ist Tagesgeschäft" in vielen Bereichen dort greifen mag: ein Verein muss mindestens mittelfristig planen. Wenn dann mal ein Jahr dabei ist, wo ein Platz 5 bei raus springt, dann ist das eben so. Aber sicher kein Grund, kurzfristige Dinge und Handlungen vorzunehmen, die langfristige Planungen über den Haufen werfen.