zu 1). Finanzielle Bedrängnis definiere ich mal als Liquiditätsproblem. Wenn du was anderes meinst, definiere den Begriff bitte.
Liquide scheint Schalke derzeit zu sein. Auch rechne ich, sofern es bei den aktuellen Planungen bleibt nicht mit kurzfristigen Engpässen. Zumal wir z.B. nicht wissen, in welchen Raten denn die Ablösesummen für die Neuverpflichtungen gezahlt werden müssen.
Allerdings drückt Schalke eine immense Last an Zahlungsverpflichtungen, die den Handlungsrahmen erheblich einschränken, da man aus den Einnahmen einen erheblichen Teilen für Zinsen und Tilgungen aufwenden muss.
Entscheidend ist alleine, ob Schalke in Zukunft seine finanziellen Verpflichtungen erfüllen kann. Und zur Beantwortung dieser Fragen hast du keine Fakten vorgetragen.
Schalke selbst sagt doch, dass wegen der hohen Schuldenlast es ein Problem darstellen könnte, an Kredite zu gelangen, wenn man kurzfristig Geldmittel benötigen sollte. So war es ja offensichtlich im Oktober 2009, als dann die GEW einsprang. Dafür hat man aber einen weiteren Teil des Vermögens, nämlich Anteile an der Stadiongesellschaft, verkauft.
zu 2). Es ist richtig, dass die aufgeführten Punkte wie z.B. möglicher Zuschauerrückgang, möglicher Wegfall von Fernsehgeldern oder ausbleibender sportlicher Erfolg erhebliche Risiken in sich bergen. Aber das gilt definitiv nicht nur für Schalke. Die Textpassagen sind sehr allgemein gehalten. Darauf hinzuweisen ist Pflicht! Aber wer weiß schon, wie sich diese Dinge entwickeln.
Natürlich ist kein Verein vor solchen Entwicklungen gefeit. Aber andere Vereine könnten z.B. noch künftige Einnahmen verpfänden, was bei Schalke schon geschehen ist. Werder z.B. könnte noch den Stadionnamen verkaufen, was bei Schalke ebenfalls schon geschehen ist.
Die Schlüsse, die du daraus ziehst, sind aber sehr einseitig und nicht zutreffend. Du willst ja auch nur Schlechtes sehen, klar...
Es ist keineswegs meine Absicht, nur schlechtes aus den Zahlen abzuleiten. Wenn Du mir Zahlen zeigst, die eine bessere Prognose zulassen als "es könnte mittel- bis langfristig sehr eng werden", nehme ich diese gerne zur Kenntnis.
ABER: Solange der S04 nicht gegen Lizenzvorschriften, -auflagen o.ä. verstoßen hat, kann man sich über die Unternehmenspolitik unterhalten, nicht aber darüber, dass diesem Verein die Lizenz entzogen werden muss.
Das sehe ich ähnlich. Schalke hat den Statuten entsprochen und dementsprechend die Lizenz bekommen - unter der Voraussetzung, gewisse Auflagen zu erfüllen. Wie der Mehrheit der Bundesligisten.
Man kann sich natürlich darüber streiten, ob diese Statuten nicht zu lasch sind; ob man etwa einem Verein mit hohem Schuldenstand nicht verpflichten müsste, höchstens so viele Transferausgaben zu machen wie man erlöst.
Aber momentan gibt es solche Vorschriften nicht, also nimmt Schalke zu Recht am Spielbetrieb teil.
Verstehen kann ich allerdings den Unmut darüber, dass so manchem kleinen Verein mit deutlich geringerem Schuldenstand keine Lizenz erteilt worden ist. Beim SSV Reutlingen lag es daran, dass man den Vertrag über den Verkauf des Mannschaftsbusses nicht akzeptiert hat, während z.B. Eintracht Frabkfurt meines Wissens nach eine geforderte bedingungslose Bankbürgschaft erst nach Ablauf der Frist vorgelegt hat. Allerdings hat dies nichts mit Schalke zu tun, sondern mit einem allgemeinen Unbehagen gegen das Lizensierungsverfahren an sich.