FC Schalke 04

@5vor12
Klar, Kahn war - wohl auch zurecht - Welttorhüter. Zu seiner Zeit. Der Fußball entwickelt sich aber weiter. Man muss das ja nicht alles gut finden. Trotzdem muss man sich entscheiden, ob man die Entwicklung mitmacht oder sogar anführt oder eher auf Nostalgik macht. Einen TW wie Kahn wirst du in 10 Jahren nicht mal in der 2. Liga sehen.

In den 70ern konnten sich damalige Weltstars 5 Mal um die eigene Achse drehen, bis mal ein Gegenspieler angewatschelt kam. Heute lacht man doch, wenn man sich diese Spiele aus der Konserve ansieht.

Natürlich birgt das moderne TW-Spiel auch Gefahren. Ist doch klar. Wenn das alles risikolos wäre, müsste man sich ja wundern, warum nicht schon früher jemand auf die Idee gekommen ist, so zu spielen. Viele potentielle Torchancen entstehen doch gar nicht mehr durch den mitspielenden TW. Durch die Raumdeckung und komplettes Verschieben war die Einbindung des aktiven TW doch eh nur eine Frage der Zeit. Es geht doch in erster Linie um kurzfristiges Überzahlspiel und um Schnelligkeit. Im Prinzip sind wir hier wieder beim Libero. Nur, dass der den Ball auch in die Hand nehmen darf, wenn er ausnahmsweise mal IM Strafraum ist:D

Auch in meiner Truppe muss der TW sehr schnell spielen. Das erwarte ich von ihm. Das heißt aber nicht, dass er jeden eroberten Ball sofort wieder ins Spiel bringt. Ich erwarte von ihm, dass er vorausschauend spielt und schon vor der Ballannahme weiß, was zu tun ist in der Situation x und y. Natürlich soll er auch mal das Tempo rausnehmen, wenn die Situation es erfordert. Das herauszubekommen und zu lernen, ist einer der schwierigsten Aufgaben. Neudeutsch nennt sich das ja Gedankenschnelligkeit.
 
@Mr Ed:

Du scheinst ja ein (im positiven Sinne!) fortschrittlicher Jugendtrainer zu sein. Besuchst du eigentlich regelmäßig Fortbildungen und Seminare bzw. sind diese auch vorgeschrieben?
 
Der Siebziger Fußball war nicht nur langsam - aber im Zweifel wurde x mal zum eigenen Keeper gespielt der nahm ihn in die Hand so ging es hin und her. Warum sollte man da als Angriffspieler auf den Verteidiger gehen, der jederzeit zum Torwart zurückspielte und sich in unmittelbarer Nähe des sechzehners bewegte?

In den Achtzigern kam die Raumdeckung auf da wurds etwas besser und die Spiele wieder n bißchen schneller. Ab Neunziger Jahre ist das Spiel in etwa so schnell wie heute, nur das es damals vieeeeeeel rustikaler zu Werke ging. Spätestens die neue Rückpassregel erzwang einen neuen Torwarttypen, den ansatzweise in Deutschland Schuhmacher, Mayer und Reck vormachten.

Neuer ist für mich nicht unbedingt der Torwart der übertrieben oft mitspielen will. Das war Lehmann, der sich oft (öfter als "Pannen-Olli") bei seinen "Außenmissionen" selbst überlistete und für mich der deutlich abgehobenere und unangenehmere Zeitgenosse war/ist.
 
Neuer ist für mich nicht unbedingt der Torwart der übertrieben oft mitspielen will. Das war Lehmann, der sich oft (öfter als "Pannen-Olli") bei seinen "Außenmissionen" selbst überlistete und für mich der deutlich abgehobenere und unangenehmere Zeitgenosse war/ist.

Das mitspielende Element von Lehmann war sicher mit ausschlaggebend dafür, dass er bei der WM 2006 den Vorzug vor Kahn erhielt. Daneben war Lehmann zur damaligen Zeit derjenige Torwart, der meiner Meinung nach eine größere soziale Kompetenz vorweisen konnte. Das er sich in den Folgejahren zu einem Stinkstiefel entwickeln würde, steht freilich auf einem anderen Blatt.
 
@Mr Ed:

Du scheinst ja ein (im positiven Sinne!) fortschrittlicher Jugendtrainer zu sein. Besuchst du eigentlich regelmäßig Fortbildungen und Seminare bzw. sind diese auch vorgeschrieben?

Vorschreiben kann man das sicherlich nicht. Es wird allerdings viel angeboten. Oft sogar Seminare mit namhaften DFB-Trainern hier vor Ort. Es sind allerdings immer die selben Trainer, die daran teilnehmen. Leider. Ich schätze diese Seminare sehr, da sie themenbezogen sind und auch einen hohen Anteil Praxisarbeit haben. Man sollte ja wissen und ansatzweise können, was man vermitteln will. Auf einigen Seminaren habe ich mehr gelernt als in den Lehrgängen zu den Trainerscheinen.

Da ich beruflich stark eingebunden bin (aber auch flexibel, da selbständig), kann ich nicht alles mitnehmen. Fußball - auch die Trainerschaft - gehört aber nunmal zu meinen Hobbys. Und da möchte ich mich selbst natürlich auch weiterentwickeln und alles mitnehmen, was ich bekommen kann. Ich mag keine Trainer, die ihren Stiefel über Jahre abspulen und kaum was Neues und Innovatives im Köcher haben. Da ist es mir auch egal, ob ich eine D1 oder D3 trainiere. Der Anspruch muss einfach da sein, egal bei welcher Mannschaft.

Mein Prinzip (und auch das meines CO-Trainers) ist immer: Spaß an der Leistung.

Es macht einfach Spaß, wenn man sieht, wie sich jeder einzelne Spieler im Rahmen seiner Möglichkeiten weiterentwickelt. Wir haben schon desöfteren Spiele verloren, in denen wir die bessere Mannschaft mit der weitaus reiferen Spielanlage waren. Meine Jungs haben aber mittlerweile verstanden, was "Erfolg" ist. Nämlich in erster Linie eben nicht Spielergebnisse und Punkte. In der Hinrunde im letzten Herbst haben wir ein Spiel 1:4 verloren, weil wir eine Menge ausprobiert haben und unser Gegner "englisch" erfolgreich war. Furchtbar, so etwas ansehen zu müssen. Das Rückspiel vor 3 Wochen in selber Besetzung und selben Gegner haben wir 7:1 gewonnen...Das ist dann Erfolg 2. Grades. Schmeckt aber auch herrlich:D
 
Also mal ne kurze Anmerkung zu den Trainerlehrgängen: bei uns in Niedersachsen müssen Übungsleiter alle drei Jahre an einer Fortbildung teilnehmen, um ihren Schein zu behalten - da wird dann auch so manchem Altkonservativem vor Augen geführt, dass sich der Fußball doch anders gestaltet als zur eigenen Jugendzeit... und das Credo ist: Spaß am Fußball und die Entwicklung der Fähigkeiten jedes einzelnen Spielers. Dabei sind Ergebnisse zweitrangig. Übrigens ist das auch das Konzept der meisten Nachwuchsschmieden der Bundesligisten...
 
@5vor12
Klar, Kahn war - wohl auch zurecht - Welttorhüter. Zu seiner Zeit. Der Fußball entwickelt sich aber weiter. Man muss das ja nicht alles gut finden. Trotzdem muss man sich entscheiden, ob man die Entwicklung mitmacht oder sogar anführt oder eher auf Nostalgik macht. Einen TW wie Kahn wirst du in 10 Jahren nicht mal in der 2. Liga sehen.
Im Großen und Ganzen hast Du mit Deinem Post sicherlich nicht unrecht, auch wenn er sich nicht auf die von mir genannte Übertreibung MN´s Aktionen bezog.
Das die Entwicklung in die von Dir beschriebene Richtung geht, ist auch nicht von der Hand zu weisen. Auf der anderen Seite ist für mich generell immer die Frage, ob alles neue auch zwangsweise gleich besser sein muss?!
Das sehe ich dann grundsätzlich, nicht nur beim Fußball, nicht immer so.
Ein gutes Beispiel sind dabei für mich immer wieder Otto´s Griechen, die ganz "unmodern" mit Libero Europameister wurden, wofür sie vorher noch belächelt wurde, da ja nicht mehr zeitgemäß.
Natürlich birgt das moderne TW-Spiel auch Gefahren. Ist doch klar.
Richtig, nur sollte man eben versuchen diese Gefahren zu minimieren, indem man es mit dem Mitspielen eben nicht übertreibt und sich in erster Linie auf seine eigentliche Aufgabe konzentriert. Und dabei wird es, auch von MN, in meinen Augen mit dem Verlassen der Kiste oftmals übertrieben.

Hat MN eigentlich mal verlauten lassen, wann er sich konkret zu seinem weiteren Verlauf der Karriere äußern will. Oder bleibt er Samsatg abend gleich in M?;)
 
http://www.sportal.de/sportal/generated/article/tnt_fussball/2011/04/29/19580800000.html

Neuer-Wechsel: Manchester United will mitbieten
Eigentlich scheint der Wechsel von Manuel Neuer von Schalke 04 zum FC Bayern ja nur noch von der Höhe der Ablösesumme abzuhängen. Nun aber könnte Manchester United dem deutschen Rekordmeister noch gehörig dazwischen funken. Wie der Daily Star berichtet, wollen die Red Devils den Königsblauen in Kürze ein Angebot über 24 Millionen Pfund (umgerechnet rund 27 Millionen Euro) für den deutschen Weltklasse-Keeper auf den Tisch legen. Bei Schalkes 0:2-Niederlage im Hinspiel des Champions League-Halbfinals am vergangenen Dienstag hatte United-Coach Sir Alex Ferguson Neuer nach dessen grandioser Leistung noch in den höchsten Tönen gelobt.

hier der original link: http://www.dailystar.co.uk/football/view/188372/Sir-Alex-Ferguson-in-Manuel-Neuer-battle/

gut daily star ist ungefähr so ernst zu nehmen wie die bild hier, würde mich aber freuen, wenn bayern mehr bezahlen müßte als sie ursprünglich wollten.
 
Also mal ne kurze Anmerkung zu den Trainerlehrgängen: bei uns in Niedersachsen müssen Übungsleiter alle drei Jahre an einer Fortbildung teilnehmen, um ihren Schein zu behalten - da wird dann auch so manchem Altkonservativem vor Augen geführt, dass sich der Fußball doch anders gestaltet als zur eigenen Jugendzeit... und das Credo ist: Spaß am Fußball und die Entwicklung der Fähigkeiten jedes einzelnen Spielers. Dabei sind Ergebnisse zweitrangig. Übrigens ist das auch das Konzept der meisten Nachwuchsschmieden der Bundesligisten...

Das mit den drei Jahren ist in NRW auch so. Bringt aber nicht viel, wenn viele Trainer 1 Mal in drei Jahren auf irgendeiner Veranstaltung sind, nur um den Stempel zu bekommen. In meinem Verein haben über 80% der Jugendtrainer den C-Schein Breitensport, weil der Verein das auch stark fördert. Einige meinen aber, sie hätten damit die Weisheit verbrieft bekommen und halten sich für unfehlbar. Ich hab den Schein. Also hab ich auch Ahnung. Schlimm, wenn man dann sieht, wie die Trainer das Training gestalten und sich auf Meisterschaftsspiele "vorbereiten".

Ist zwar schon off-topic, aber: Ich habe in meinem Verein den Vorschlag gemacht, ein richtiges jahrgangsbezogenes Konzept zu erarbeiten und - vor allem - auch umzusetzen. Im letzten Sommer kamen 5 Spieler in meine D-Jugend, die jahrelang bei einem anderen Trainer waren. Koordinationstraining war für die Jungs ein Fremdwort. Auch taktisch hatten die Jungs so gut wie nichts drauf. 2 x 1 Stunde Training in der Woche. 30 Minuten die immer gleichen Übungen und 30 Minuten "Abschlussspiel". Unfassbar. Jetzt trainieren die Jungs 2 x 1,5 Stunden. Ein Abschlussspiel - was es nicht regelmäßig gibt - dauert 10 bis maximal 15 Minuten. Leerlaufzeiten - bis auf die Pausen - gibt es nicht. Einige Eltern dieser 5 Jungs haben sich über das "harte" Training schon beschwert...Ich habe den Jungs (und auch den Eltern) freigestellt bzw. nahegelegt, die Mannschaft zu wechseln. Sie sind alle geblieben und haben sich klasse entwickelt. Und: Sie haben Spaß an der Leistung bekommen.

Gibts eigentlich einen brauchbaren Thread, wo man diese Erfahrungen austauschen kann?
 
Das sich jeder seinen Arbeitgeber frei aussuchen kann, ist den Ultras wohl nicht bekannt. :stirn:
Seltsamer Einwurf...
Den Ultras wird es auf emotionaler Ebene sicherlich um andere Dinge gehen. Daher ist dieser Ausschluß irgendwo nachvollziehbar, auch wenn er vermutlich MN in der Nähe des Gesäßes vorbeirauschen wird.
Vielleicht sollte er jetzt bereits einen Mitgliedsantrag bei der Schickeria einreichen...:D
 
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