So, heute abend also in Sat 1 der grosse Rückblick auf Wurst-Uli`s Managerkarriere und sein Leben. Mal schauen....
Seit etwa 24 Jahren verfolge ich die Bundesliga ziemlich intensiv, aber was habe ich diesen Typen schon verteufelt. Das erste Mal in der Saison 85/86. Würden wir die Anzahl der scheinbar dummen, aber gezielten Sprüche zusammenfassen, würde ein extra Thread über 150 Seiten nicht reichen...
Oft hat er damit sein Ziel erreicht, andere zu verunsichern. Außer 04 gegen Werder mit dem "richtig wegfegen".

Da hat er mal was auf die Fresse bekommen, beendete im Frust umgehend Hitzfeld`s erste Bayern-Ära, hält sich seither aber in unsere Richtung merklich zurück. Wie Lattek einmal sagte: Uli kann austeilen, aber einstecken nicht."
Doch seit ca. 8 - 10 Jahren ist da bei mir dennoch auch ein bisschen Respekt entstanden. Will ich gerne zugeben.
Gomez hört sich doch schon immer gern labern und auch liesst sich auch gern.
Wer für mich angenehm bei Interviews bei Bayern auffällt ist das U. Lahm macht immer einen auf Schlaubi Schlumpf - das ist für mich genauso unsympatisch wie Gomez. Der andere der gute Interviews und Statements gibt ist van Bommel.
Man sieht: Merkbefreiung und Spielkunst bedingen nicht einander.

Das ist wohl so!
Überhaupt war ich ein wenig verwundert über
den grossen Aufschrei bei Lahm`s Interview. Was der da erzählt hat, war letztlich nichts neues. Dass es schon immer das Konzept der Bayern war, bei der Konkurrenz gezielt "rauszukaufen" und seltenst, um Bedarfspositionen in der eigenen Mannschaft wirklich aufzufüllen oder auszumerzen, ist allgemein bekannt. Ich behaupte, seit U. Hoeneß das Zepter bei den Bayern führt, wurde das Ganze mehr als eine Art heuschreckenkapitalistisches Unternehmen geleitet.
Als Außenstehender ohne Hintergrundwissen war der Eindruck für mich so: Trotz von der Namen her hoher Kompetenz in der Führungsriege hatten sie nie
wirklich den Blick für Spieler,
sowohl beim Scouting:
- Jorginho erst bei den Bayern im Probetraining durchgefallen, wurde 94 teuer bei Leverkusen rausgekauft
- Patrick Andersson galt bei den Bayern vorher als "keine Lösung", als er auf dem Markt war, wurde später dann von Gladbach gekauft
- Paulo Sergio musste über Leverkusen und AS Rom gehen, ehe die Bayern merkten, dass das ein guter Spieler war, obwohl sie seinerzeit als erste mal dran waren
usw., usf.,
während die Granaten-Einkäufe aus dem Ausland hießen:
- Hughes, Papin, Kostadinov, die allesamt wegen des klangvollen Namens geholt, aber nicht geprüft wurde, ob sie überhaupt reinpassen
- vorher Lerby, Lizarazu und Demichelis bilden drei rühmliche Ausnahmen, Sagnol dagegen war für mich nie internationales Top-Niveau
- zu den Personalien Ribery, Toni, Robben, die für derart viel Kohle verpflichtet wurden, gehört kein besonderer Blick dazu
- desweiteren Namen wie McInally, Valencia, später Santa Cruz, Karimi, dos Santos, Sosa, Breno etc.
Wozu haben die eigentlich eine weltweit operierende, teure Scouting-Abteilung?
als auch für den eigenen Nachwuchs:
- Babbel, Kuffour und Lahm mussten erst verliehen werden, obwohl bereits da ein gewisses Talent und Klasse schlummerten (zumal die Bayern vor deren Verleih genau auf diesen Positionen Schwachstellen hatten)
- zuletzt Trochowski, Guerrero, Jarolim, Misimovic, bei denen allesamt das Totschlagargument "bei Bayern war die Konkurrenz zu gross" nicht taugen dürfte, da diese Spieler sich auf gewisser Ebene auch international bewiesen haben
- Kroos, Hummels oder Niedermeier dürften als nächste dazuzuzählen sein (und Bayern sucht Innenverteidiger?

)
usw., usf.
Badstuber und T.Müller sind jetzt, glaube ich, die ersten eigenen Nachwuchsleute seit Nerlinger, Frey und Hamann, mit Hargreaves zwischendurch, die direkt den Sprung in die Stammelf geschafft haben. Magere Ausbeute für einen solchen Verein, wie ich finde.....
In diesem Zusammenhang war besonders die Magath-Entlassung fatal, letztlich aber typisch für die sportliche Weitsicht beim FC Bayern...
Da das so war, Bayern aber und vor allem durch Uli immer verdammt gut mit Geld umzugehen wusste, musste eben die eigene Liga herhalten mit Spielern, die sich schon in der BL durchgesetzt hatten, insbesondere aber um die Konkurrenz nieder zu halten. Mittlerweile ist dieser Kurs aber ins Schlingern gekommen und funktioniert nicht mehr, wie`s mal war, weil sich die Bundesligisten das so nicht mehr gefallen lassen. Früher hätten die Bayern Gomez für 8 Mio. bekommen und für 30 Mio. nach Italien weitergereicht...
Jedenfalls sind das Dinge, die U. Hoeneß mMn im nachhinein und damit auch sich selbst im Rückblick kritisch hinterfragen müsste. Und Nerlinger hat er kein leichtes Erbe, vor allem in der jetzigen Zeit, hinterlassen.