Die Geschichte ist nicht nur wegen der CL-Gelder anders. Denn als BMG, Köln, HSV und Werder den Bayern im Nacken saßen, bedeute sportlicher Erfolg nicht automatisch finanzielle Gewinne - zumindest nicht in Relationen wie heute. Denn damals waren die Haupteinahmequellen der Klubs nicht die TV-Gelder mit ihren Erfolgsprämien, sondern die Zuschauereinnahmen, so daß gerade zB Mönchengladbach trotz seiner Erfolge - mit 5 Titeln Rekordmeister der 1970er Jahre - mit seinem kleinen Bökelberg gezwungen war, reihenweise Leistungsträger wie Le Fevre, Dietrich, Laumen, Netzer, Jensen, Stielike, Simonsen, Bonhof zu verkaufen.
Hinzu kam, daß es damals keine CL mit Gruppenphase gab, wo der Meister und Vize der Bundesliga gesetzt sind und somit selbst dann mit Einnahmen aus drei Heimspielen und der Antrittsprämien kalkulieren können, wenn sie alle 6 Gruppenspiele vergeigen. Eine solche Planungssicherheit gab es in v.g. Zeiten nicht. Wenn du dort in der ersten Europapokal-Runde gescheitert bist und es zu allem Überfluß noch ein nominell wenig attraktiver Gegner war, so daß sich beim Heimspiel gerade einmal höchstens 12.000 Zuschauer im Stadion verirrten. mußte man als Club schon froh sein, wenn abzüglich aller Kosten inkl. für Reise und Unterkunft zum Auswärtsspiel der Erfolg, sich für Europa qualifiziert zu haben, nicht zu einem Zuschußgeschäft wurde.
Gut beschrieben.
Und:
Genau das meinte ich damit, als ich schrieb, dass in der CL, im Gegensatz zu früher, enorme Geldeinnahmen zu erzielen sind.
Allerdings wollte ich das nicht so ausführlich darstellen, weil es mir und da um etwas anderes ging.
Nämlich, dass die jeweiligen Zweiten bzw. Dritten auch damals schon gegenüber dem Rest der Liga dann im Vorteil waren, wenn sie, wie BMG oder auch Werder, ein zwei Runden überstanden haben und, noch besser, dann attraktive Gegner bekamen.
Mithin nichts anderes als jetzt, nur zu extrem anderen Bedingungen, sprich extrem schlechteren Einnahmen.
Gegenüber dem Rest der Liga waren sie dennoch privilegiert.
Ich meine zudem, kann mich da aber auch irren, dass Werder in dieser Zeit eine riesige Chance hat liegen lassen, sich weiter zu etablieren.
Hausgemachte Trainerprobleme und vor allem einem übertriebenen Sparzwang von WL waren sicher der Hemmschuh dafür.
Aus MEINER Sicht als immer außenstehender Beobachter, hat WL einen kaufmännischen Weg eingeschlagen, der das vertretbare finanzielle Risiko völlig außen vor gelassen hat.
Ohne ein solches, ist nun einmal kein Blumentopf zu gewinnen.
Damit meine ich, ausdrücklich darauf hingewiesen, nicht das Gebaren vom BVB, hin zum Beinah-Insolvenz.
DAS darf niemals der Weg eines Managements, eines Vereins sein.
Nur wo blieb der neue Özil, Micoud, Diego?
Wie wurden sie, die wichtigsten Leute im technisch immer anspruchsvollen und ansehlichen Spielstil von Werder, ersetzt?
Solche Transferrisiken wurden vermieden, stattdessen Unsummen in den Stadionbau gesteckt.
Ich glaube auch, dass die Bremer Politik keine gute Rolle gegenüber Werden gespielt hat/spielt.
Nur war da WL zwischenzeitlich involviert und vorher sicher gut vernetzt.
Gegenwärtig hilft der Senat ja auch nicht gerade, wenn ich an das leidige Thema der Kostenübernahme für Polizeieinsätze denke.
Der BVB hingegen, hat
beispielsweise nach der Beinah-Insolvenz, die nötigen Schlüsse gezogen und vieles besser als vorher gemacht.
Sicher unter besseren und anderen Voraussetzungen.
Mithin ist es zwar reine Spekulation, aber möglicherweise könnte Werder sich jetzt auch im Bereich von BMG, Leverkusen oder der aufstrebenden Eintracht bewegen, wenn WL risikomäßig nicht seinem zwanghaften Sparvogel gefolgt wäre, sondern gemäßigter und ausgewogener gehandelt hätte.
Aber:
Hätte, hätte, Fahrradkette.
Es ist wie es ist.
Werder muss jetzt versuchen aus dieser Lage herauszukomnen.
Wird schwer genug, weshalb man sich zunächst besser keine Gedanken um irgendwelche EL-Quali machen sollte.
Konsulutierung sollte das Magic Word heißen und erst dann der nächste Schritt folgen.
DAS ist zumindest meine Sicht der Dinge.
Ob alles richtig ist, was ich geschrieben, weiß ich natürlich nicht zu 100%.
Da bin ich nicht nah genug an Werder dran.
Als langjähriger Sympathisant habe ich Werder immer im Auge gehabt und das Geschehen immer irgendwie auf dem Radar gehabt.
Und es empfunden, wie geschrieben.
Wenn ich also etwas falsch dargestellt habe, ist das keinesfalls böse gemeint.