Was wird denn erwartet, wenn Bayern ein Vielfaches der Kosten stemmen kann, die ein normalo Verein hat? Allein der Götze-Transfer ist schon höher als die Etats von 2/3 der Bundesligisten. Wenn man dann gut mit dem Geld arbeitet, dann gibt's halt keine zwei Meinungen mehr.
Vor 15 Jahren waren Pokal-Duelle David gegen Goliath vielleicht noch interessant. Heute kommen die gegen den Ballbesitz-Fußball doch kaum noch an, sehen aus wie Schuljungen. Das ist dann so wie Basketball spielen und zu sehen wie der zwei Köpfe größere Gegner sich den Ball oberhalb der Reichweite zupasst. Und nicht viel anders sieht das gegen Braunschweig, Augsburg... oder halt uns aus.
Ich weiß auch nicht wen solche Spiele interessieren. Bayern spielt 60 Spiele im Jahr und vielleicht 25% davon sind auf dem Papier interessant.
Der Grund für die schwachsinnige Berichterstattung von Sky oder Sport1 liegt mMn nicht daran, dass der beliebteste Verein Deutschlands immer interessanter wird, sondern daran, dass er immer langweiliger wird.
Die Leistung ist phänomenal. Aber für den neutralen Fußball-Fan ist das einfach sterbenslangweilig. Da sähe ich lieber 18 Mannschaften, die jeweils 50 Mio zur Verfügung haben, statt einer mit 140 gegen einen Gegner mit 30 oder weniger... Entsprechend verschiebt sich das Interesse in Zukunft - da kann sich die Bundesliga anstrengen wie sie will - zunehmend in Richtung CL.
Da gebe ich dir absolut Recht. Wobei ich 25% interessante Spieler noch für übertrieben halte. Heimspiele der Bayern sind aktuell gegen 16 von 17 Gegnern in der Bundesliga eigentlich komplett uninteressant, weil immer nach dem gleichen Schema ablaufend und in der CL wirds ab der KO-Runde so langsam interessant, eben weil in einem Spiel "scheinbar" alles möglich ist.
Ansonsten ist die Dominanz einfach erdrückend und das wird sich nicht mehr ändern. Die Zeiten, in denen es richtige Überraschungen gab, sind, wenn bei Bayern mit dem vielen Geld weiter so gut gearbeitet wird, vorbei.
Dortmund hätte gestern gewinnen können, weil sie eben manchmal perfekt umschalten und super schnell kontern, aber im Abschluss hat dann doch die individuelle Klasse gestern gefehlt, auch weil der BVB aktuell nicht in Topform ist. Auf die Saison gesehen ist der Kader der Bayern aber einfach zu stark. Da kann auch der BVB nicht mithalten. Und Lev? Die haben zwar nen Punkt geholt gegen Bayern, aber wie weiß keiner. Die waren ja turmhoch unterlegen.
Zum Titel kann man schon gratulieren, die einzige Frage wird sein, ob man es ohne Niederlage schafft.
Und dann werden die einzigen 4, 5 interessanten Spiele diese Saison in der KO-Runde der CL gegen die anderen europäischen Topclubs sein. Da wird man sehen, ob sie ähnlich souverän wie letztes Jahr sind. Klar ist aber, dass es die Garantie für den CL-Titel natürlich nicht gibt.
Was das Produkt Bundesliga angeht, wird man sehen, wie lange es interessant bleibt, wenn eine Mannschaft dauerhaft so überlegen sein wird. Solange kompetente Leute die Bayern im sportlichen und wirtschaftlichen Bereich führen wirds schwer die nochmal ernsthaft anzugreifen. Und es hieß ja immer, dass wenn das Stadion abbezahlt ist, man noch mehr Kohle hat.
Und generell habe ich den Eindruck, dass sich die Gegner nicht mehr darauf freuen gegen die Bayern zu spielen, weil man nicht mehr wirklich daran glaubt, sie schlagen zu können. Vielmehr ist bei vielen die Angst da nicht komplett abgeschossen zu werden, bzw. nimmt man das Spiel einfach so mit, aber schliesst es in den Berechnungen und Analysen der Saison einfach aus, weil es sozusagen "außer Konkurrenz" abläuft.
Also dann: ich ziehe dennoch meinen Hut und gratuliere zur Meisterschaft. Pep hats schneller geschafft, als ich dachte. Wieviel man mit dem Personal allerdings noch falsch machen kann, weiß ich nicht.