FC Bayern München

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Viele finden die Bayern scheiße, aber warum eigentlich?


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Falls es jemanden interessiert. In diesem Handelsblatt-Artikel wird mit ein paar Vorurteilen aufgeräumt:

Kruzifix, ein Preuße war’s

Von Jan Keuchel

Der FC Bayern München ist ein Phänomen, sportlich und wirtschaftlich spielen die „Bayern“ auf außerordentlich hohem Niveau. Doch wer sind die Urheber dieser Erfolgsgeschichte?

Am 27. Februar 1900 gründet ein Brandenburger den Traditionsverein. Vielleicht ist das der Grund, warum sich Deutschlands erfolgreichster Fußballclub nicht für seine Wurzeln interessiert.
FÜRSTENWALDE. Natürlich, Franz. Wie soll er auch sonst heißen?

Eingemeißelt steht sein Name auf dem unscheinbaren marmornen Stein, den die Wintersonne an diesem Januartag in mildes, hoffnungsfrohes Licht taucht. Am Ende einer langen Reihe, nach dem wir diverse Pfützen umgehen mussten, haben wir ihn endlich gefunden.

In der Stadtverwaltung Fürstenwalde wussten sie erst gar nicht, wer hier begraben liegt.
Auf dem akkurat angelegten Friedhof könnte man das Grab auch glatt übersehen, wäre da nicht Heinz-Georg Härchen, 60, das Fürstenwalder Original, das wandelnde Lexikon, der einen langen Vortrag halten könnte über den, der da unten seine Ruhe gefunden hat – wo er doch im Leben so rastlos war.

„Det“, sagt Härchen und kneift die Augen hinter der Brille zu Schlitzen zusammen, „war so en Wandervojel jewesen.“

Ein vergessener Wandervogel – wäre da nicht die Inschrift auf dem dunklen Stein, glänzend, in Gold, und das Allerwichtigste in Großbuchstaben: „Erster Präsident“, steht da, „des FC BAYERN MÜNCHEN“.

Ja, ist der Franz denn schon tot? Ja, der schon. Hier in Fürstenwalde ruht nicht Franz Beckenbauer, der Kaiser, hier ruht Franz John, der Gründer des FC Bayern München, 1952 verstorben, vereinsamt im Norden der Republik. Er, der gebürtige Brandenburger.

Ja, Kruzifix noch mal, wer hätte das gedacht: Ein Preuße war’s, der im Jahr 1900 den bayerischsten aller bayerischen Fußballclubs und den heute sportlich wie wirtschaftlich erfolgreichsten sowieso gründete. In wenigen Tagen, am 27. Februar, jährt sich das Ereignis.

Ein Preuße – vielleicht ist ja auch das der Grund, warum die Bayern-Offiziellen mit ihrem Team noch nie hier in Fürstenwalde waren. Warum sie keine Zeit für Gespräche über ihre Vergangenheit haben. Und warum sie ihre Wurzeln erst langsam entdecken, 108 Jahre nach der Vereinsgründung. Auch davon handelt diese Geschichte.

Der 27. Februar ist ein besonderer Tag. Im Leben von Franz John, in den Annalen des FC Bayern München – und in meinem Leben. Im Jahr 1900 trommelte Franz John zehn Kerle zusammen, um einen Verein zu installieren, der heute alles auf sich vereinigt: Wirtschaftskraft, Ränkespiele, Hass, Bewunderung. Exakt 65 Jahre später kam ich auf die Welt, in Essen – und konnte, früh zum Niederrhein verzogen und in den 70ern von den Gladbacher Fohlen verzaubert, den Bayern fortan nie etwas abgewinnen.

Nun hat uns diese Geschichte zusammengeführt – und meinen Blick auf den Fußballclub, mit dem ich alljährlich Jahrestag feiere, ein wenig geändert.

Campino, Frontmann der Band „Die toten Hosen“, der einst über die Bayern sang: „Was für Eltern muss man haben, um so verdorben zu sein, einen Vertrag zu unterschreiben bei diesem Scheißverein“, hat es kürzlich auf den Punkt gebracht: „Man kann mit Bayern München nur ordentlich als Feind umgehen, wenn man unsachlich bleibt. Sobald man sich an die Fakten hält, wird es schwierig.“

Also erst einmal die Fakten: Die Bayern sind der erfolgreichste Fußballclub Deutschlands und wirtschaftlich kerngesund. „Wir vom FC Bayern schätzen es“, hat Manager Uli Hoeneß einmal frohlockt, „wenn wir in die Festgeldabteilung gehen.“ Kein Wunder: Der Verein kann eine Eigenkapitalrendite von 30,2 Prozent vorweisen, er macht 226 Millionen Euro Umsatz, und das operative Ergebnis (Ebita) liegt bei 53,5 Millionen Euro.

Und wer genau hinsieht, kommt nicht umhin zuzugeben, dass der Verein auch keineswegs die seelenlose Geldmaschine ist, als die er gerne verspottet wird. In der Nazizeit etwa haben die Bayern sich schützend vor ihre jüdischen Mitglieder gestellt. Und bis heute pflegen sie so etwas wie ein soziales Gewissen.

Doch zurück ins Jahr 1900, zur Zahl 27. Gerade mal 27 Jahre alt ist Franz John, als er die Gründung des FC Bayern angeht. Eigentlich ist er nur ein Fußballfan – und ein aufgebrachter, am 27. Februar.
Es soll ein saukalter Tag gewesen sein.

John war erst drei Jahre zuvor aus Berlin gekommen. Bereits mit 21 Jahren hat er dort mitgeholfen, den VfB Pankow aus der Taufe zu heben. Wenig später zieht es den Fotografen und „Wandervojel“ gen Süden, der Arbeit wegen. In München tritt er in den Münchner Turnverein (MTV) ein, der hat eine Fußballmannschaft.

Doch bald schon kommt es zum Krach, der am 27. Februar 1900 eskaliert. Die Fußballer verlangen den Beitritt zum süddeutschen Fußballverband, um professioneller zu werden. Die Vereinsführung sperrt sich. Statt Beitritt gibt es Austritt. Einem Freund schreibt John später: „Mit genau elf Mann haben wir dann Bayern gegründet, gerade eine Mannschaft. Um den Namen wurde noch hart gekämpft.“ Um die Vereinsfarben hingegen nicht. Schnell einigte man sich: auf Blau-Weiß. Der Mitgliedsbeitrag wird auf eine Mark im Monat festgesetzt.

Die Gründungsurkunde, in altdeutscher Schrift mit schwarzen Buchstaben, in Rot davon abgehoben die Buchstaben „F.C.B“, wird im Café Gisela unterzeichnet. Erste Sponsoren sind zwei Geschäftsleute, die Tore spendieren – und später auch die Spielstätte an der Clemensstraße in Schwabing.

Das erste Mannschaftsfoto zeigt ernst dreinblickende Herren mit Schnauzbart. Man trägt bereits kurze Hosen. Die Hemden sind noch langarmig mit steifen Kragen.

Geschmeidig hingegen die sportlichen Erfolge. Nach der Vereinsgründung geht es kontinuierlich bergauf. 1902 wird erstmals die Stadtmeisterschaft errungen – Start für eine langjährige Derby-Geschichte. Die Bayern besiegen ihren späteren Erzrivalen TSV 1860 München mit 3:0.

Über Ostkreismeisterschaft, südbayerische und süddeutsche Meisterschaft geht es dann zur ersten Deutschen Meisterschaft – im Finale 1932 durch ein 2:0 über Eintracht Frankfurt. Da spielen die Bayern längst in Rot-Weiß, was ihnen den Titel „die Rothosen“ einbringt.

Holprig reimt Humorist Michl Ebhauer auf der ersten Meisterfeier im Löwenbräukeller: „Willkommen in diesem Saal des Grußes, Ihr markigen Brüder vom Balle des Fußes!“

Heute sind die markigen Brüder nur noch „die Roten“, dafür hat sich ihre Titelsammlung erweitert, 20 nationale Meisterschaften stehen zu Buche, ein Gewinn des Uefa-Pokals und vier Siege im Finale um den Europapokal der Landesmeister – einschließlich Champions League.

Wirtschaftlich ist der Verein ein Musterbeispiel für die Liga. Rund 136 000 Mitglieder hat der FC Bayern München heute, als Sponsor fungiert T-Home, als zehnprozentiger Anteilseigner und Ausrüster Adidas. Diese Verbindung war ein schlauer Zug. Adidas half, die pompöse Allianz-Arena im Norden der Stadt zu finanzieren. Bis zu 240 000 Euro kassiert der FC Bayern nun pro Spielzeit für eine Loge. Und im Stadion selbst logieren klassische Würstchenbuden neben Edel-Caterern.

Urheber dieser Erfolgsstory sind zwei Männer: Wilhelm Neudecker und Uli Hoeneß. Neudecker, Präsident von 1962 bis 1979, führte den Verein in die Professionalität, gab den Spielern erstmals Verträge. Davor, erinnert sich Torwartlegende Sepp Maier, gab es das Geld in einer Tüte, Anfang der 60er-Jahre rund 160 Mark im Monat – plus die knappe Bemerkung. „Da host es.“ Hoeneß hat mit eisernem Sparwillen die Bayern zu dem gemacht, was sie heute unzweifelhaft sind.

Ein reicher Club, ein international geachteter – und ein ob dieser Kombination national umstrittener. Wir Gladbacher haben damals gern das Fass aufgemacht: Hier kämpft Leidenschaft gegen Geld.

In seinem Buch „Gute Freunde“ widerlegt Journalist Thomas Hüetlin jedoch eindrucksvoll das Vorurteil gegen die Bayern als Scheckbuch-Sieger. Als Hoeneß 1979 den Verein übernahm, stand er kurz vor dem Bankrott. Bis zum millionenschweren Verkauf von Karl-Heinz Rummenigge an Inter Mailand 1984 sanierte Hoeneß den Club vor allem durch den Kauf billiger Spieler.

Und bereits als 27-Jähriger hatte Hoeneß das im Sinn, was die Bayern später reich machen sollte – die Vermarktung der Fernsehrechte.

Was Sänger Campino allerdings eher beeindruckt hat und ebenfalls für eine differenziertere Sicht auf diesen Verein sorgt, ist etwas anderes: „Zu den wenigen bekanntgewordenen Ausnahmen im Sport, die sich dem antisemitischen Ungeist widersetzten, gehörte der FC Bayern München“, schreibt die Bundeszentrale für politische Bildung.

Dass der damalige Präsident, der Jude Kurt Landauer, 1933 sein Amt niederlegen und emigrieren muss, können die Bayern zwar nicht verhindern. Aber im Hintergrund operiert er weiter. 1947 kehrt er zurück und wird noch dreimal als Präsident wiedergewählt.

Der Verein aus dem Künstlerviertel Schwabing, der tatsächlich einmal in seine Satzung aufnahm, dass nur Abiturienten Mitglieder werden dürfen, leistet sich zudem einen Hang zu sozialer Verantwortung. Heute arbeiten viele Ehemalige im Verein, allen voran Gerd Müller, der „Bomber“, dem die Bayern gemeinsam mit Beckenbauer ihre größten sportlichen Erfolge verdanken.

Dem in Amerika in Schulden und die Alkoholsucht abgeglittenen Müller halfen die Bayern mit einem Trainer-Job.

Und welchen Anteil hat Franz John, der Gründer, an all dem? Wie bewerten Hoeneß und die anderen aktuellen Macher des Vereins die Entwicklung rückblickend?

Das ist das traurige Kapitel dieser Geschichte. Der 27. Februar 1900 ist den Bayern heute kein Wort mehr wert. Zum 100. Geburtstag haben sie eine große Vereinschronik auflegen lassen, das muss reichen. Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge haben Gesprächsanfragen abgesagt. Auch Fritz Scherer, der Vize-Präsident des Vereins, hat angeblich keine Zeit.

Das Interesse der Bayern an den eigenen Wurzeln scheint unterentwickelt. Aus vereinsnahen Kreisen ist zu hören, dass man jetzt, 108 Jahre nach Gründung, daran gehe, ein Vereinsmuseum zu bauen. In Fürstenwalde jedoch warten sie noch immer auf einen Besuch der Bayern. Erst auf Druck von Fans aus Fürstenwalde, erzählt Hans-Georg Härchen am Grab des Vereinsgründers, ließen die Bayern den Marmorstein für Franz John errichten. Die Pflege der Ruhestätte bezahlen sie nun angeblich auch.

Die fällt an diesem Januartag reichlich mickrig aus. Ein einziges Gesteck aus verdorrenden Zweigen und einigen Zapfen – mehr ziert das Urnengrab, dass sich John mit einer seiner Schwestern teilt, nicht. Wie so viele damals, starb er an Gelbsucht. Die Bomben auf Berlin hatten Johns Schwester 1944 nach Fürstenwalde verschlagen. John, der 1903 den Vorsitz beim FC Bayern abgab, folgte ihr.

Dort hoffen sie nun, dass der Kaiser, der Namensvetter, doch noch eines Tages kommt, um dem Gründer zu huldigen – und um Fürstenwalde ein wenig herauszuheben aus dem Einerlei der Geschichte.

Aber wenn nicht, „dann is et irjendwie auch jut“, sagt Hans-Georg Härchen. „Wichtig ist, wir haben ihn“ – und nickt in Richtung Franz, wie zu einem letzten Gruß an einen markigen Bruder des Fußes.

(handelsblatt)
 
Amüsant waren die Äusserungen Riberys bezüglich der Erfüllung seines Vertrages bis 2011,der einen vorzeitigen Wechsel nicht ausschloss.Dies wird sicher keinem Clubverantwortlichen gefallen,zumal KHR ja getönt hat,das Ribery mindestens bis 2011 bleibt.Sollte Real Madrid ihn wirklich wollen,dann bekommen sie ihn auch.Auch wenn man dies in München gerne verdrängt,unter den Topclubs in Europa sind sie eben nicht die absolute Spitze sondern eher gehobene Mittelklasse.
 
Ob der Ribery für diese peinliche Aktion wohl eine Strafe vom FCB bekommt ?
Zur Zeit nervt er die Verantwortlichen ja mit diversen Interviews doch ganz schön.
 
Also echt.
http://www.sportbild.de/photos/sportbild/09/01/resize/460x300_a407d63e02970e065b1acd41da71cc63.jpg


Sportbild kann echt am besten alles aufputschen. Denke man nur an alle "Olic wechselt zu Bayern" die letzten Wochen. Danach geh ich auf TM.de und was steht da?

Sportbild: Olic zu Bayern! TM.de: Bayern hat Anteresse an Olic
Sportbild: Fix! Olic kommt! TM.de: Gespräche um Olic wurden aufgenommen
Sportbild: Olic ist da! TM.de: Olic wird spätestens im Sommer einen Vertrag unterschrieben
Sportbild: Olic schon im Winter! TM.de: Eventuell Olic schon im Winter zu den Bayern
Sportbild: Poldi zum HSV, dafür kommt Olic im Winter! TM.de: Eveltueller Poldi-Olic tausch?

Natürlich auch ein wenig überspitzt dargestellt aber so ist es doch meistens.


Aber wenn das so ist: Diego verkaufen, Ribery kaufen und einen LV, einen DM und einen Stürmer holen ;)
 
Hi und Moin Moin,

wäre Dieses webster Urteil oder wie das heisst denn überhaupt in Deutschland anwendbar ?Könnte ich mir eigentlich von der Gesetzeslage her nicht vorstellen.
wenn aber doch dann könnte das wenn das Warheit sein sollte eine riesige Welle von Wechseln bedeuten in ganz Europa.

GrünWeisse Grüße PicoSchütz
 
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