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Hallo,ich habe mal eine Frage komme aus Berlin und möchte ein Bremer Tageszeitung abonnieren und hoffe ihr sagt mir in welcher Zeitung am meisten grüne schrift ist!;)dank eim vorraus!
 
Heiterkeit auf der Großbaustelle
Werder wirkt nach 16 Pflichtspielen ohne Niederlage unverwundbar - selbst die unterlegenen Lauterer klatschen dankbar Beifall

Bremen - Wenn es wider Erwarten doch nichts werden sollte mit der Trainerkarriere von Marco Kurz, so könnte er vielleicht danach auf wissenschaftlicher Basis dem Fußball verbunden bleiben. Am Mittwoch stellte der Coach des 1. FC Kaiserslautern schon mal die Arbeitsthese für seinen ersten möglichen Forschungsauftrag vor. Geradezu begeistert berichtete er im Anschluss an das 0:3 seiner Mannschaft im Pokal-Achtelfinale bei Werder Bremen vom "Lernprozess bei Negativerfahrung". Schöner Titel. Die Studie, die Kurz über 90 Minuten im Kopf schon mal vorgedacht hatte, befasst sich mit der Unmöglichkeit, "überhaupt Zugriff auf den Gegner zu bekommen", der daraus resultierenden Schwäche, "selbst Angriffe aufzuziehen" und einer alles in allem "über 90 Minuten klaren Angelegenheit". Referent Kurz bedankte sich am Ende bei den Probanden von Werder Bremen, die den Pfälzern so bereitwillig bei der Ausarbeitung ihrer Defizite behilflich gewesen waren: "Wir haben das gerne angenommen."

Sogar Schaaf ist zufrieden

Bitteschön, gern geschehen. Den Tabellenzweiten der zweiten Bundesliga derart lektioniert zu haben, dass der sich nachher freute, bei diesem Auftritt der Bremer so gute Sichtplätze direkt auf dem Rasen gehabt zu haben, das machte sogar Werder-Trainer Thomas Schaaf geschmeidig. So einen Gegner müsse man ja auch erst einmal "derart kontrollieren, wie wir das getan haben". Er sei, sagte Thomas Schaaf, tatsächlich "mit der Leistung sehr zufrieden".

Warum auch nicht? Sogar ein immer vorsichtiger, nie restlos überzeugter Experte wie Schaaf kann an seiner Mannschaft derzeit einfach keine Schwäche finden. 16 Pflichtspiele ohne Niederlage haben den Finalsieger der vergangenen Pokalsaison in einen Zustand angenommener Unverwundbarkeit versetzt. Vorbei sind die Zeiten, als sich Zuschauer im Bremer Weserstadion nervös die Nägel kauten, sobald sich ein Angreifer des Gegners auch nur die Schuhe schnürte - würde dieses taktische Manöver schon reichen, die Werder-Defensive entscheidend zu verunsichern? Inzwischen überdauert die gelassene Heiterkeit in der Großbaustelle Weserstadion Steilpässe, Dribblings und Flanken des Gegners. Die Gewissheit, dass einer der permanent über den Platz kreiselnden Bremer den Angriff stoppen wird, macht entspannt. Das meinte Kurz, als er vom vergeblichen Versuch sprach, Zugriff auf das Spiel zu bekommen.

Özil zaubert, Hunt ist Stratege

Werder macht das derzeit so ähnlich wie die Bautrupps in der Arena: Dort werden die Kurven begradigt. Auch in der Mannschaft ist das Spiel geradliniger geworden. Das Zusammenspiel von Mesut Özil, der mit einer einzigen Körpertäuschung drei Gegner vor Publikum wegzaubern kann, dem Hochgeschwindigkeitsdribbler Marko Marin und dem zum Strategen erwachsenen Aaron Hunt nähert sich in der besten Phase, die Werder seit Jahren hatte, der Perfektion. Davon lassen sich auch Gelegenheitsphlegmatiker wie Tim Borowski mitreißen, gegen Kaiserslautern war er neben Verteidiger Petri Pasanen und Nachwuchsspieler Torsten Oehrl Torschütze.

"Glückwunsch", sagte Marco Kurz zum Abschied, "Glückwunsch zu dieser tollen Mannschaft."
Ralf Wiegand

Quelle: Süddeutsche Zeitung
Nr.250, Freitag, den 30. Oktober 2009
 
Während alle beeindruckt oder schockiert über Schalke, HSV, Leverkusen und Krisen-Bayern reden, hat sich fast heimlich ein Klub oben festgesetzt, den man aus reiner Gewohnheit schon nicht mehr auf der Rechnung hatte: Werder Bremen.

Die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf hat eine erstaunliche Entwicklung hinter sich. Völlig abgestürzt in der vorigen Saison (Platz zehn), siegt sie sich seit Sommer zurück nach oben. Sie ist jetzt Zweiter der Bundesliga, steht nach dem Sieg am Donnerstag gegen Wien in der Runde der letzten 32 Mannschaften der Europa League und dazu im Viertelfinale des DFB-Pokals. In Zahlen heißt das: zwölf Saison-Siege, fünf Unentschieden, nur eine Niederlage.

Wie das kommt? Trainer Schaaf greift inzwischen knallhart durch, er hat alle Undiszipliniertheiten sanktioniert. "Bei vielen Dingen, die ich früher voraussetzen und laufen lassen konnte, muss ich jetzt darauf achten, dass sie umgesetzt werden", sagt er.

Über 20000 Euro Strafe hat der Klub diese Saison von schlampigen Spielern eingenommen - und die haben die Zeichen der Zeit erkannt. Dazu kommt, dass Schaaf den Weggang von Diego zu Juventus Turin perfekt kompensiert hat: Spieler wie Özil, Hunt, Frings oder Pizarro blühen auf - und werden verstärkt durch gute Zugänge wie Marin und Borowski. Gar nicht zu reden vom überragenden Wiese: Den Torwart treibt der Kampf ums WM-Ticket zu Höchstleistungen (siehe das 2:0 gegen Wien).

Kein Zweifel: Die Bremer Bosse Schaaf und Manager Allofs haben in der Krise wirklich alles richtig gemacht (im Gegensatz zu den Bayern-Bossen übrigens, aber das ist ein anderes Thema).

Was am Ende daraus werden könnte? Nicht weniger als der größte Triumph in der Klubgeschichte von Werder Bremen: der Gewinn des Triples!

Alexander Steudel
http://sportbild.bild.de/SPORT/mein...2009/11/06/werder-bremen/holt-das-triple.html


Ob das jetzt gut oder schlecht ist? Bekanntermaßen liegen die Sportbild-Heinis mit ihren Fahne-im-Wind-Prognosen regelmäßig grandios daneben. :(
 
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