[...]Als dann Pizarro auf 2:0 erhöhte, wurde den Bremer Anhängern das Geschehen auf dem Platz so langweilig, dass sie sich darauf konzentrierten, den Fanblock zu demolieren und Leuchtraketen abzuschießen. [...]
Die Bremer Spieler vertrauten derweil auf den zuletzt so erfolgreichen Zwei-Varianten-Fußball: Entweder inszenieren sie einen Angriff mit einem kurzen Pass auf den Mittelfeldspieler Diego, der danach kreativ tätig werden sollte - oder mit einem langen Ball auf den Stürmer Claudio Pizarro, der auf nachrückende Kollegen - am besten auf Diego - ablegte oder in die Richtung des gegnerischen Tors verlängerte. Immer wieder trugen die Bremer beide Varianten schnell vor und hätten vor der Pause noch mehr Tore erzielen können. [...]
Ohnehin scheint es derzeit, als würde Thomas Schaaf zu seinen beiden Stars neun sorgfältige Arbeiter aufs Feld schicken, damit es eben elf Spieler sind. Er pflegt offensiv eine Philosophie, die der Basketballspieler Shaquille O'Neal vor wenigen Jahren so formulierte: "Gebt mir den Ball und geht aus dem Weg!" An 15 der 20 Bremer Tore in der Rückrunde in allen drei Wettbewerben waren Diego und Pizarro mittlerweile direkt beteiligt.[...]
Die mangelnde Torgefahr der Franzosen lag zum einen am formidablen Stellungsspiel der Bremer Defensivspieler Naldo, Per Mertesacker und Torsten Frings. Es lag aber auch an den Franzosen, deren Angriffe an Einfallslosigkeit und Lustlosigkeit kaum zu überbieten waren. [...]
Weil die Bremer Defensivspieler den Vorsprung so stoisch wie Hindu-Kühe verwalteten, brauchte es einen schlampigen Abwurf von Torwart Wiese, um den Franzosen in der 64. Minute den Anschlusstreffer durch Johan Benalouane zu ermöglichen. In der Nachspielzeit durfte Sebastian Grax noch den Ausgleich erzielen, weil die Bremer Spieler schon an den Trikottausch dachten.