Erst Schalke, dann Frei.Wild

Also, wer Frei.Wild als "ganz normale" Rockband bezeichnet, sollte sich wirklich mal ein bisschen informieren... :ugly:
 
Ich wollte mich da zwar nicht einmischen, aber muss gestehen, dass ich in dem Thema ziemlich informatiosmüde bin. Ich mag einige Lieder von denen, bin aber auch kein Fan. Auf Wacken fand ich Sie grandios. Das war's dann aber auch. Erzählst du mir ein bisschen? :)

Nur kurz umrissen... der Sänger der Band war in einer Partei von Südtirol aktiv, die sehr in der rechten Ecke (zurecht) gesehen wird. Daraus hat er sich zwar 2008 zurückgezogen, aber nur weil die Fans im das krumm genommen haben. Von der Ideologie hatte er sich nie distanziert, ungefähres Zitat: "Ich habe mich nicht zurückgezogen weil mir das Programm nicht gefallen hat."

Dazu spielte er vorher in einer Nazi-Band und die Band Frei.Wild ist auf mehreren fragwürdigen Samplern neben eindeutigen Rechtsrock-Bands vertreten.

Dazukommt, dass sie auf ihren Konzerten Leuten mit eindeutigen Absichten bzw Tendenzen auf ihr Konzert lassen, bzw diese nicht verweisen, zeigen sich dementsprechend ein wenig rechtsoffen um dadurch höhere Gewinne zu erzielen was Karten und Merchandising-Verkauf angeht.

Ich muss zugeben, dass ich mir auch einige Lieder ganz gern angehört habe, sie mittlerweile aber vollständig aus meinem CD-Schrank verbannt habe.
 
Kenne die nicht. Sind das die neuen Onkelz?
Der Ruf eilt Ihnen auf jeden Fall vorraus.
Vielleicht ein plumpes Beispiel. Aber wieso durften Sie dann auf dem Wacken auftreten? Wacken distanziert sich doch klar gegen allem Rechten und lässt einige Bands doch nicht mal auftreten wenn diese in dem Verdacht stehen. (Ich glaube vor zwei Jahren hatte das doch auch mal eine Band).

Danke dafür Campino :beer:

Bei uns sind sie im Moment schon ganz schön populär. Viele hören Sie und feiern sie, ich glaube weitaus mehr als die, die sie scheiße finden.
 
Kenne die nicht. Sind das die neuen Onkelz?

Das wundert mich jetzt aber ehrlich, dass du die nicht kennst...

Der Ruf eilt Ihnen auf jeden Fall vorraus.
Vielleicht ein plumpes Beispiel. Aber wieso durften Sie dann auf dem Wacken auftreten? Wacken distanziert sich doch klar gegen allem Rechten und lässt einige Bands doch nicht mal auftreten wenn diese in dem Verdacht stehen. (Ich glaube vor zwei Jahren hatte das doch auch mal eine Band).

Keine Ahnung, mit Wacken kenne ich mich nicht so aus. Allerdings sollte man Bedenken, dass ein Ausladen dieser momentan recht aufsteigenden Band auch immer eine Kosten/Nutzungsfrage ist. Wobei das Wacken dann für mich auch an Glaubwürdigkeit verliert.

Bei uns sind sie im Moment schon ganz schön populär. Viele hören Sie und feiern sie, ich glaube weitaus mehr als die, die sie scheiße finden.

Die Musik ist ja an sich nicht verkehrt, und manche Texte sind auch ganz gut, aber der Hintergrund stört mich dabei eben, und daran müsste ich eben immer denken wenn ich die Musik höre, und das geht mir auf den Keks.
Ich denke, die Leute die sie gerne hören wissen entweder nichts von deren Vergangenheit, oder es stört sie nicht.
 
zum Thema Wacken etwas Halbwissen, dem ich mir aber recht sicher bin.

Ich meine das die Organisatoren und Böhse Onkelz schon immer ganz gute Kontakte haben. Ich meine das die Onkelz in den Anfangsjahren mit Kontakten und ähnlichem geholfen haben.

Onkelz sind 2004 auch aufem Wacken gewesen und "Der W" war glaube 2009 auch aufem Wacken.

Daher verwundert mich nicht das Frei.Wild beim Wacken auftreten.
Sind die letzten 3 Jahre da gewesen. Bisher sind sie dieses Jahr nicht dabei.
 
Ich hab mir ein Lied von denen angehört (Land der Vollidioten - ob die sich damit meinen?).

Das erste, was mich verwundert, ist die Tatsache, dass man heute noch dieselbe Musik machen kann wie z.B. Slime in den 80ern. Kreuzlangweiler einheitsbreipunk. Wundert mich sehr, dass das so viele Leute hören wollen, immer dieselben Akkorde, Melodien und dazu ein krächzender Sänger.

:zzz:

Warum sie rechts genannt werden, ist dann auch klar: zu der stumpfen mitgröhlmusik für Bier-Prolls wird dann ein Lob auf den normalen Menschen von hier und die Heimat gesungen, natürlich nicht unter dem Verweis, es sei ja voll rebellisch, die Heimat zu lieben (vergleiche: Konformistische Rebellion).

Insgesamt ergibt das eine eklige Kombo aus schlechter Musik und stumpfem Gedankengut, die mich abstößt.
 
Insofern also ein absoluter Onkelz-Klon, könnte man hinzufügen. Und dass die auf dem Wacken spielen, ist auch nicht verwunderlich, die Metal-Szene ist zwar genau wie z.B. die Gothic-Szene nicht rechts, hatte aber immer einen "rechten Flügel", der mal mehr mal weniger akzeptiert war. Dieses ganze Gerede vom "Krieger" (man nehme nur die unerträglichen Man-O-War) oder von der Todessehnsucht bei den Goths ist nun einmal ein Anknüpfungspunkt. Insofern ist es weder neu noch skandalös, dass auf Metal-Festivals auch rechtes Gedankengut verbreitet wird. Das weiß doch im Grunde jeder, der da hingeht.
 
Wo ich dir zustimme ist, dass Frei.Wild eine musikalisch limitierte Kapelle ist. Das gleiche trifft auf die Onkelz zu, wo aber Stephan Weidner noch herausgestochen ist.

Was nicht stimmt ist, dass Frei.Wild Einheitspunk ist. Jeder, der sich in dem Genre etwas auskennt, wird einsehen, dass das nach gängigen Merkmalen einfach kein Punk ist. Frei.Wild spielt je nach Song eine Mischung aus Deutschrock und Oi!. Musikalische Schnittstellen zwischen Punk und Oi! gibt es aber, sodass zumindest verständlich ist, wie du auf die Bezeichnung kommst. Nicht zuletzt, weil der Begriff Punk mit der politisch-linken Orientierung einhergeht.


Mit der rechten Musik auf dem Wacken bewegst du dich auf ganz dünnem Eis. An sich ist Metal nämlich erstmal unpolitisch. Da diese Musikrichtung aber breit gefächert ist, hat dort jede Band alle Möglichkeiten, sich irgendwo einordnen zu lassen. Einzelne Metalströmungen werden dann politischer. Grade der Thrashmetal ist ziemlich gesellschaftskritisch.

Das Wacken achtet ziemlich auf sein Image, das war früher noch stärker ausgeprägt als heute. Irgendwann begann das Wacken damit, sich jedes Jahr für einzelne Punkbands zu öffnen. Und die sind nunmal links. Frei.Wild stellt da eine Ausnahme da, was man klar erkennt, wenn man sich die Billings des Festivals anguckt.

Gothicmetal spricht dagegen eher Individualität an. Gesellschaftskritik, unabhängig von politischer Richtung, ist auch in Anlehnung an die Individualität vorhanden. Die ganze Kriegermetaphorik von Manowar geht in eine ähnliche Richtung. Das mag plump sein, ist aber nicht rechts.
 
Natürlich beinhaltet das rechtes Gedankengut. Genau wie auch die Onkelz bis zum Karriereende rechtes Gedankengut transportiert haben. Die Frage ist doch eher, wie man es definiert. Um rechts zu sein oder solches Gedankengut zu transportieren, muss man nicht dezidiert nationalsozialistisch sein und vom "********" singen. Es verhält sich vielmehr so, dass die "offenen" Rechtsrock-Bands viel harmloser sind, weil sie nur in der ganz rechten Ecke gehört und ansonsten ausgegrenzt werden. Die, die es nur unterschwellig transportieren, sei es durch einen Männlichkeitskult, Kriegermetaphorik etc. pp., was man ja auch aus anderen männlich dominierten Genres wie z.B. der Hip-Hop-Szene kennt, sind gefährlicher und öffnen bereits Jugendlichen einen Spalt, der noch als legal empfunden wird.

Was den Musikstil angeht: Für mich ist das wenige, was ich von Frei.Wild gehört habe (inzwischen 3 Songs) stumpf bei Slime, Hosen, Onkelz abgekupfert, also bei diesen etwas schnelleren (man mag es meinetwegen auch von oi inspiriert nennen), melodischeren Punkbands. Das ist derselbe Driss den es schon in den 80ern gab.
 
Na das würde länger dauern, das krieg ich auf der Arbeit nicht hin. Aber mit ein wenig Mühe kann man das auch selbst herausfinden. Man könnte wie gesagt beim Kult um Männlichkeit und den Krieger z.B. einen Vergleich zum von Werner Best geprägten und von Ernst Jünger beanspruchten Begriff des "heroischem Realismus" ziehen.
 
Das sind auch Themen von Manowar. Die Band nutzt das aber zur puren Selbstinszenierung. Manowar ist eine der größten Show-und-Macker-Bands.
 
Was nicht stimmt ist, dass Frei.Wild Einheitspunk ist. Jeder, der sich in dem Genre etwas auskennt, wird einsehen, dass das nach gängigen Merkmalen einfach kein Punk ist. Frei.Wild spielt je nach Song eine Mischung aus Deutschrock und Oi!. Musikalische Schnittstellen zwischen Punk und Oi! gibt es aber, sodass zumindest verständlich ist, wie du auf die Bezeichnung kommst. Nicht zuletzt, weil der Begriff Punk mit der politisch-linken Orientierung einhergeht.

Fast zu 100 Prozent richtig. Frei.Wild mit den Hosen und Slime aus den 80ern zu vergleichen zeugt wirklich von maximaler musikalischer Unwissenheit. Ein Vergleich zu den heutigen Hosen lasse ich vielleicht noch zu, die sich vom Punk Richtung Deutschrock fast komplett entfernt haben, allerdings nichts mit Oi zu tun haben. Vielleicht sollte sich betreffender Postschreiber mal ein wenig Punk aus den 80ern anhören.
Allerdings will ich deinem, zoggg, Beitrag noch anfügen dass es durchaus richtigen reinen "Punk" gibt, die unpolitisch sind, und (leider) gibt es auch "rechten" Punk. Der Begriff Punk hat nicht zwangsläufig was mit linker politischer Einstellung zu tun.
 
Zumindest im Ursprung hat er das. Du hast aber recht: Wie das in der Praxis halt immer so ist, erlaubt eine breite Fächerung eines Genres natürlich, dass dort alle Richtungen in einem Musikstil auftreten.

OI! ist auch ein Begriff für Musik, die in manchen Teilen Punk sehr nahe kommt, aber ein anderes Umfeld bedient. Man könnte sogar - aber nur teilweise sagen - dass der Begriff des Ois! in der Praxis quasi Rechtspunk ersetzt. Spätestens dann, wenn man eine der vielen Bands hört, die Oi! spielen, aber nicht rechts sind, stößt das aber an seine Grenzen.
 
Nun muss ich echt mal was dazu sagen. Wollte ich eigentlich nicht, da ich schmunzelnd mitgelesen habe. ABER. Leute, manchmal wurde hier soviel Müll abgelassen, da kann man nur mit dem Kopf schütteln. 2 Bildartikel gelesen, dann 3 Lieder gehört etc. und dann is Fix eine Meinung über eine - was sag ich - 2 Bands gebildet, die man nichtmal wirklich kennt. Sehr armselig dieses ganze. Musst ich echt mal loswerden.
 
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