Wenn man keine Dauerkarte hat oder Freikarten vom Arbeitgeber o.ä. bekommt, kann man ja Premiere gucken oder man fährt zu Auswärtsspielen. Unserer Vereinsführung ist es wichtiger, dass die Platinlogen voll sind. Leider wahr.
Ob da 10000 Zuschauer mehr oder weniger sind, die Geld lassen, fällt wohl nicht allzu sehr ins Gewicht. Verstehe ich nicht, bin auch enttäuscht. Und hier geht es nicht um die Diskussion "zu wenig Stehplätze contra Logen".
Verstehst Du nicht, hast Du schon richtig gesagt
Ich wünschte, der Verein würde mal die Hosen runter lassen und nackte Zahlen sprechen lassen. Dann würde man sicher schnell sehen, wie wichtig diese Plätze sind, um a) insgesamt nachhaltig lukrative Einnahmequellen zu erschließen und b) die Preisstruktur bei den übrigen Stadionplätzen möglichst gering zu halten. Bei den Eintrittspreisen kann ich dabei immer wieder nur auf den Liga-Schnitt verweisen.
Mich würde vor allem mal interessieren, wieviele Stehplätze man bräuchte, um die aktuell durch "teure" Plätze generierten Einnahmen aufwiegen zu können. Realistischerweise müsste man da die Dauerkartenpreise ansetzen, da diese fast ausschließlich bei den Stehplätzen verkauft wurden. Und werden im Vergleich zur Einzelkarte sehr stark vergünstigt angeboten.
Zitat von borowka6:
Aber ich sehe noch gar nicht, dass die den Umbau überhaupt wie geplant gebacken kriegen. Sind nicht letztens wieder Anwohner zwecks einer Zustimmung zum Umbau angeschrieben worden?
Es ging lediglich um den alten Hut der Ost-Fassade. Das ließe sich notfalls sogar nachholen, wenn die übrigen Baumaßnahmen bereits abgeschlossen sind. Ich hoffe aber auch noch, dass man das in einem Rutsch schafft.
Zitat von borowka6:
Insgeheim hoffe ich immer noch, dass der Umbau platzt und man in ein paar Jahren an anderer Stelle einen Neubau realisiert.
Oha. Neben dem Kapitaldienst für die Ostkurve und Nordgerade sich ein neues Projekt ans Bein binden und am Osterdeich ein Millionengrab hinterlassen? Neben dem Stadionbau zusätzlich noch an den Kosten für die Grundstückserschließung, Verkehrsanbindung, Sicherheitseinrichtungen etc. beteiligt werden? Das hatten wir doch alles schonmal. Das ist fast ausschließlich unter der Hereinnahme von Fremdkapital möglich, und zwar unter hohem Risiko. Wir wären zum sportlichen Erfolg verdammt, um das alles tragen zu können, wie einst Borussia Dortmund. Und wenn Schalke den Gazprom-Deal nicht gemacht hätte, würden sie vermutlich genauso darstehen.
Ehrlich gesagt verspüre ich keine große Lust, z.B. Diego und Mertesacker abgeben zu müssen, weil wir 2 mal nicht die Champions League erreichen. So steht die Kalkulation wenigstens auf gesunden Beinen und ein sportlicher Misserfolg kann auch mal abgefedert werden.
Zitat von borowka6:
P.S.. Dass die Stahlpreise nach 2006 so in die Höhe geschnellt sind, ist eine weitere Quittung dafür, dass man nicht im Vorfeld der WM 2006 das Stadion entsprechend ausgebaut hat. Man hat die Entwicklung einfach verschlafen.
Das setzt voraus, dass der Preisanstieg in dem Maße vorhersehbar gewesen ist. Das halte ich aber für Bullshit.
Als klar wurde, dass Bremen kein WM-Stadion erhält, war es übrigens schwer genug, die damals durchgeführten Baumaßnahmen überhaupt genehmigt zu bekommen. Ich erinnere mich z.B. an eine deutliche Abwehrhaltung der Grünen. Immerhin haben wir 2004 die im nachhinein wichtige Kapazitätserhöhung durch die Tieferlegung bekommen und mit dem Fast-Neubau der Nordgeraden nachhaltig verdammt wichtige Zusatzeinnahmen generiert. Jeder wichtige Schritt wäre ebenfalls nur mit entsprechendem Risiko zu finanzieren gewesen.
Merke: einen Neubau wirst Du Dir in den nächsten 20 Jahren abschminken müssen. Einige Gründe habe ich eben schon genannt, viele andere sind hier schon mehrfach genannt worden. Insofern weiß ich eh nicht, warum man alle 3 Monate die selben Argumente nochmal aufwärmt.
Zitat von borowka6:
Es wäre schon toll gewesen, wenn man das Weserstadion rechtzeitig zur WM so ausgebaut hätte, dass es Standort hätte werden können (ist damals ja schon an der Zulassungsvoraussetzung gescheitert, dass man zu wenig Sitzplätze hatte). Das ist nicht nur ein Versäumnis der Geschäftsführung von Werder gewesen, sondern mindestens im gleichen Maße vom Bremer Senat, der lieber Geld in Klangbögen oder Space-Parks versenkt.
Das ist ja gerade der Teufelskreis. Die von mir angesprochenen Baumaßnahmen sind
wegen der WM geplant worden. Die WM-Stadien sind bereits 2002 benannt worden, insofern hat dies die Planungen sicher nochmal beeinflusst. Allein deshalb kann der Zuschlag auch nicht an der Kapazität gescheitert sein. Wenn dem so wäre, dann wäre Bremen doch gar nicht erst im Pool der Kandidaten aufgetaucht, denk mal drüber nach. Übrigens habe ich einen faz-Artikel im Zusammenhang mit Leverkusens WM-Bewerbung gefunden, wonach die FIFA lediglich eine Kapazität von mindestens 40.000 gefordert hat.
Hätte Bremen den Zuschlag bekommen, dann wäre ohnehin die ganze Stadt gefragt gewesen. Hier hätten im Vorfeld ohnehin erhebliche Mittel zur Verfügung gestellt werden müssen, dann sicherlich auch für den Stadionausbau. Vielleicht wäre die Planung dann auch etwas umfangreicher ausgefallen - ein Naubau wäre aber in jedem Szenario reine Utopie gewesen.
Unter den gegebenen Voraussetzungen waren im Senat aber viele der Meinung, dass man überhaupt gar keine Baumaßnahme mehr durchführen müsse. Dass, trotz Nicht-Berücksichtigung für die WM, 2004 letztendlich doch etwas gemacht wurde, ist auch die Folge langatmiger Bemühungen der Vereinsspitze.
Zitat von Torers:
Meiner Meinung nach sollte man erst die Kurven und dann die Platin Gold und wie die alle heißen Plätze machen.
Dann müsste man die Kurven während des laufenden Spielbetriebs abreißen, oder in der kürzeren Winterpause. Oder welche Gründe siehst Du dafür, abgesehen von persönlichen Vorteilen?
Zitat von Torers:
Mein größten Kritikpunkte:
Keine Kapazitätserweiterung.
60 Millionen für Umbaumaßnahmen?! Das ist deutlich zuviel.
Nach welchen Maßstäben beurteilst Du das? Was hätte man z.B. für weniger bekommen? In welchem Bereich müssen wir wegen der 60 Mio Abstriche machen?
Wie Ihr seht, kann ich dem anstehenden Umbau durchaus etwas positives abgewinnen. Aber nur unter der Annahme, dass die Tür für eine Kapazitätserweiterung mittelfristig nich ganz verschlossen ist.