Aber solche Aussagen, wie die Dickgedruckten auf solche beziehe ich mich und ich denke mal auch 5vor12, dass das dann doch etwas mit Respektlosigkeit zu tun hat.
Du nennst es "Respektlosigkeit", ich bewerte nur die Art und Weise, WIE Diego bei Werder gespielt hat. Da war es nun mal so, dass seine Omnipräsenz und Ballgier eben besonders dann für die gesamte Mannschaft hinderlich war, wenn er schlecht spielte. Stichpunkt Ordnung und Ball laufen lassen, was Du zitiert hast. Das kam übrigens anders als Paul Tergat in seinem Konstanz-Vergleich Özil-Diego behauptet, gar nicht so selten vor. Deutlich seltener, als er gut spielte. Das wohl. Aber nicht dermaßen konstanter als Micoud oder Özil, wie die kreierte Mär.
Genauso wurde sobald es darum ging, dass Diego uns aber auch mit entscheidenden Toren/Torvorlagen geholfen hat, niedergeschmettert in dem dann solche Leistungen noch schlecht gemacht wurden (sei es gewisse Spiele, die aufgezählt wurden und natürlich im Extremfall das besagte Pokalfinale).
Stimmt nicht. Nicht mal für das Pokalfinale, denn da habe ich mich auf EINE Szene bezogen, nie auf die Gesamtleistung.
Ich frage mich auch, ob Juve und WOB einfach nur kpl. unfähige Menschen in ihren Reihen haben, die alle nicht in der Lage waren und sind, zu erkennen, was Diego doch für eine unnütze Mogelpackung ist.
Das wurde schon hinreichend diskutiert. Juve war als Zwangsabsteiger und Wiederaufsteiger in der Vorsaison Zweiter. Denen ging es zuvorderst um Reputation und Diego war in der medialen Wahrnehmung nun mal eine schillernde Figur. Meinst Du, die wussten wirklich, was für einen Typus Spieler sie da holten? Hälst Du D. Hoeneß und WOB für kompetent in ihrer Spielerauswahl? Meinst Du nicht, dass es auch denen mehr um Reputation und Namen, denn um Zusammenstellung eines sportlich rein zweckdienlichen Kaders geht. Ihre Transferpolitik erweckt zumindest auf mich diesen Eindruck.
Viel mehr müssten doch die Fragen sein: Warum hatten außer Juve (und mit Abstrichen Bayern) damals keine internationalen Top-Klubs Interesse? Das zu der Zeit, als Diego hier kontinuierlich zur Weltklasse und zum genialen Spielmacher geschrieben und geredet wurde? Warum gab es nach nur einem schlechten Jahr lediglich der Weg in die niedersächsische Fussballprovinz?
Also wenn Du auf diese Saison anspielst, dann sollte eigentlich klar sein, dass unsere kreative Achse Baumann-Özil-Pizarro hieß, wenn man sich die Torvorbereitungen, die Art der Chancenerarbeitung oder die Spieleröffnung/Weiterleitung vergegenwärtigt. Und Diego war der, der das auf (teils sensationelle) Weise veredelte. Was wiederum dafür spricht, dass Diego ein Team haben muss, dass ihn vernünftig einsetzt und nicht anders herum.
Es zeigt nur lediglich, daß in der Ära Diego hier nicht alles so schlecht gewesen sein kann, denn jetzt sind wir weder "schwerer ausrechenbar", noch in irgendeiner Form "taktisch flexibler".
Zu ersterem: Das mit Sicherheit nicht.

Zu Letzerem: Das hat nach einem durchaus guten Zwischenjahr nur noch sehr wenig mit Diego zu tun.
Denn er hat nicht zuletzt auch einen nicht geringen Anteil daran gehabt, daß dieser Verein in dieser Zeit durchaus Sympathien gewann und generell für durchaus guten und ja, auch attraktiven Fußball gelobt wurde.
Selbstverständlich! Die öffentliche, mehrheitliche Meinung wird nun mal meistens von den Medien gelenkt und wenn Zuschauer Sa. 18.30 Uhr die Sportschau einschalten und ein Diego jedesmal irgendeinen Kunstschuss auspackt oder mit Kabinettstückchen, Hackentricks, Übersteigern auffällt, dann ist es genau dieses Spektakel, welches Zeitungen und Fernsehen auch am besten verkaufen können. Das muss aber nicht "generell attraktiv" im Sinne eines Mannschaftssports sein. Letzten Endes hatte dadurch auch Werder ein großes finanzielles Interesse, Diego im Rampenlicht zu halten, daher musste er idealerweise in zentraler Rolle weiterspielen. Nichts hätte da mehr gestört, als z. Bsp. eine Debatte über taktische Disziplinierung Diego`s oder ähnliches und nur so war ein Rekordtransfer möglich. Werder und Schaaf haben ihn einfach machen lassen, dadurch konnte er glänzen. Das führte Diego nach Turin und dann nach Wolfsburg, die sich beide in diesem Glanz sonnen wollten.
...und ich bin auch der Meinung, daß grade ein MÖ in seiner Anfangszeit durchaus nicht unglücklich war, ihn neben sich zu haben, während der Fokus noch nicht gänzlich auf ihm lag und er sich grade am Anfang neben ihm in Ruhe entwickeln konnte. Von der dank seines Auftretens hier generierten Ablöse ganz zu schweigen.
Deine Meinung, meine nicht. Ich halte es gar für das größte Märchen, welches hier immer wieder kursiert. Özil` s Talent, sowohl die Fähigkeiten, ein Spiel zu lesen und auf dem Platz zu denken, feine Technik unter hohem Tempo, waren wie heute bei Götze, schon zu seiner C- und B-Jugend-Zeit bei RW Essen bekannt, welches ihn zu S04 und in Juniorennationalteams brachte. Lange vor seinem ersten BL-Spiel. Nur der Schalker Dämlichkeit hatten wir es zu verdanken, dass MÖ hier spielte.
Verantwortung auf dem Platz zu übernehmen, zeigt sich nicht allein durch viel Ballbesitz, Omnipräsenz und spektakuläre Aktionen. Özil ist schon dominant aufgetreten, als Diego bei Olympia "weilte" und hat sich, nachdem der grosse Individualstar mit Sonderprivilegien zurückgekehrt war, auf der Bank wiedergefunden, aber sehr schnell zurückgekämpft. Er hat auf ungünstiger Position mit Defensivanforderungen trotz seiner Defensivschwäche sehr viel bewegt und für die Mannschaft gearbeitet. Offensiv. Was sich u. a. in dreifacher Anzahl an Chancen- und Torvorbereitungen wie bspw. Diego niederschlug. Und das nicht, weil er sich in "Diego`s Schatten" entwickelte. Niemand entwickelt sich "neben Diego", dafür ist Diego nicht der Spieler. Das haben alle seine Stationen bewiesen. Özil wäre so oder so zum Topspieler gereift, wenn auch vielleicht nicht in diesem Tempo. Was der Verdienst von Schaaf ist, nicht der von Diego.