Deutsche Nationalmannschaft Aktuell

Grindel ist in meinen Augen ein opportunistischer Feigling. Das hat die ganze Özil-Diskussion im Sommer gezeigt. Von dem kann man nicht viel erwarten.

Die Selbstüberschätzung und Überheblichkeit hat sich doch längst bei einigen Spieler festgesetzt. Nimm doch mal die Aussage von Hummels nach dem Spiel. Das ist absoluter Realitätsverlust. Die kapieren nicht, dass uns gestern die Niederlande mit den gleichen Mitteln geschlagen haben wie es auch schon die Mexikaner und Südkoreaner bei der WM taten. Die lassen uns anrennen, dabei kommt dann nichts rum, und am Ende reichen ein paar Konter zum Sieg. DIe Niederlange waren ja sogar gleich blöd wie die Mexikaner und haben noch ein Haufen der Kontermöglichkeiten völlig ungenutzt liegen gelassen.

Der gesamte DFB brauchte neue Leute und andere Strukturen. Dazu braucht die Nationalmannschaft einen Neuaufbau sowohl auf als auch dem neben dem Platz. Ist ja nicht so, dass es keinen guten Nachwuchsleute geben würde mit denen du eine neue Mannschaft formen könntest.

Auf den Punkt gebracht. :tnx:

Nach dieser Pleite fällt DFB-Präsident Grindel fällt nichts besseres ein, als an Geschlossenheit zu appellieren, der im Erfolgsfall alles andere als medienscheue Bierhoff taucht ab und der Bundestrainer verfährt nach wie vor nach dem Motto "Weiter so.", als ob nichts schlimmes passiert wäre.

JL hält trotz der unübersehbaren Weiterentwicklung weg von Ballbesitzfussball an dieser überholten Philosophie ebenso fest, wie an seinen verbliebenen Lieblinge aus dem WM-Stamm von 2014, die für das krachende Scheitern in 2018 einen erheblichen Teil mit zu verantworten haben und hebelt damit bzw. auch das einst von ihm propagierten "Leischdungsbrinzip" aus. So müssen sich wohl selbst eingefleischte Schalke-Fans verwundert die Augen gerieben haben, daß ihr 0-Tore-Uth gestern in der Startelf stand - ebenso wie Rudy, der vom Drücken der Ersatzbank des FC Bayern Schwielen am Hintern haben müsste. Dagegen saßen ter Stegen, ein Brandt, einer der wenigen deutschen Lichtblicke bei der WM 2018 sowie ein Sané (auch wenn dieser eine schwierige Charaktere ist) unverständlicherweise (wieder) nur auf der Bank. Stattdessen sahen wir u.a. einen Neuer, von dem sich das Attribut "Weltklasse" spätestens beim 1:0 der Elftal verabschiedete, einen angeschlagenen Boateng, einen uneinsichtigen Hummels, einen Kroos, der außer viel Ballbesitz nicht viel Positives, dafür um so mehr schlechte Standards zeigte sowie einen Müller, der nicht einmal mehr einen Möbelwagen trifft.

Wie schon in der WM-Gruppenphase fehlte es der N11 u.a. an einer defensiven Grundordnung, Kaltschnäutzigeit vor dem Tor und vor allem der Siegeswille. Somit hatte es eine junge Elftal es leicht, der DFB-Elf die höchste Niederlage in der Länderspielgeschichte der beiden Nachbarländer beizubringen. Dieses 0:3 ist die logische Konsequenz für die Fehler und Versäumnisse vor und während der WM sowie dem darauffolgendem Versagen im Krisenmanagement.
 
Auf den Punkt gebracht. :tnx:

Nach dieser Pleite fällt DFB-Präsident Grindel fällt nichts besseres ein, als an Geschlossenheit zu appellieren, der im Erfolgsfall alles andere als medienscheue Bierhoff taucht ab und der Bundestrainer verfährt nach wie vor nach dem Motto "Weiter so.", als ob nichts schlimmes passiert wäre.

JL hält trotz der unübersehbaren Weiterentwicklung weg von Ballbesitzfussball an dieser überholten Philosophie ebenso fest, wie an seinen verbliebenen Lieblinge aus dem WM-Stamm von 2014, die für das krachende Scheitern in 2018 einen erheblichen Teil mit zu verantworten haben und hebelt damit bzw. auch das einst von ihm propagierten "Leischdungsbrinzip" aus. So müssen sich wohl selbst eingefleischte Schalke-Fans verwundert die Augen gerieben haben, daß ihr 0-Tore-Uth gestern in der Startelf stand - ebenso wie Rudy, der vom Drücken der Ersatzbank des FC Bayern Schwielen am Hintern haben müsste. Dagegen saßen ter Stegen, ein Brandt, einer der wenigen deutschen Lichtblicke bei der WM 2018 sowie ein Sané (auch wenn dieser eine schwierige Charaktere ist) unverständlicherweise (wieder) nur auf der Bank. Stattdessen sahen wir u.a. einen Neuer, von dem sich das Attribut "Weltklasse" spätestens beim 1:0 der Elftal verabschiedete, einen angeschlagenen Boateng, einen uneinsichtigen Hummels, einen Kroos, der außer viel Ballbesitz nicht viel Positives, dafür um so mehr schlechte Standards zeigte sowie einen Müller, der nicht einmal mehr einen Möbelwagen trifft.

Wie schon in der WM-Gruppenphase fehlte es der N11 u.a. an einer defensiven Grundordnung, Kaltschnäutzigeit vor dem Tor und vor allem der Siegeswille. Somit hatte es eine junge Elftal es leicht, der DFB-Elf die höchste Niederlage in der Länderspielgeschichte der beiden Nachbarländer beizubringen. Dieses 0:3 ist die logische Konsequenz für die Fehler und Versäumnisse vor und während der WM sowie dem darauffolgendem Versagen im Krisenmanagement.

Wer sagt denn das der Ballbesitzfussball überholt ist? Man sollte immer das System spielen welches das Spielermaterial hergibt. Bloß weil ein, zwei Fußball-Weisen sagen Ballbesitzfussball ist überholt und 5 andere Schlaumeier das nachplappern ist es noch lange nicht richtig.
Bei Uth und dem Bayern-Block wiederum gebe ich dir recht. Die hummels, boatengs, Müller usw. sind ausgelutscht. Da ist das Feuer und Esprit weg. Bei einen bis zweien in so einer Mannschaft kann man das Feuer wieder neu entfachen, aber wenn zuviele ausgelutschte zusammenspielen ziehen die sich gegegenseitig runter. Da muss junges, frisches, erfolgshungriges Blut rein, gepaart mit vielleicht Kroos und Neuer. Neuer ist für mich weiterhin über jeden Zweifel erhaben. Der war sehr lange verletzt, ist aber immer noch Weltklasse. Der fängt sich wieder.
 
Wer sagt denn das der Ballbesitzfussball überholt ist? Man sollte immer das System spielen welches das Spielermaterial hergibt. Bloß weil ein, zwei Fußball-Weisen sagen Ballbesitzfussball ist überholt und 5 andere Schlaumeier das nachplappern ist es noch lange nicht richtig.

:tnx: da müsste man auch erstmal definieren, was man mit ballbesitzfußball meint. das einfach so in den raum zu werfen ist alleine schon viel zu oberflächlich. es ist, egal mit welcher philosophie, immer die frage was man mit dem ball macht. ob man ihn nun häufig oder nicht so häufig hat. auch früher gab es das phänomen, dass manche mannschaften hohe ballbesitzquoten aber recht wenig ertrag hatten. das ist doch nichts neues. genauso hat es sich aber eben nicht geändert, dass in den europäischen topligen die mehrzahl an tabellarisch gut positionierten mannschaten einen aktiven, gestalterischen spielstil mit meistens eher höheren ballbesitzzahlen pflegen.
 
Wer sagt denn das der Ballbesitzfussball überholt ist?
Das hat die WM 2018 ziemlich verdeutlicht. Für die Teams, die in der Vorrunde über die höchsten Ballbesitzquoten verfügten (u.a. die Favoriten Spanien, Deutschland und Argentinien) war spätestens im Achtelfinale Schicht im Schacht. Zufall? Wohl kaum, denn der auch als Tiki-Taka titulierte Ballbesitzfußball mit seinen vielen Querpässen, den die Europa- bzw. Weltmeistermannschaften der Jahre 2008/10/12/14 spielten, hat im Laufe der Jahre sein Gegenmittel gefunden, mit dem es die Franzosen und Kroaten ins WM-Finale 2018 schafften: mit einer geordneten Defensive mit klugen Raumaufteilung (exemplarisch: Kroatien gegen Argentinien, wo die Kroaten Messi so isolierten, daß seine Teamkollegen ihm kaum anspielen konnten) dem Gegner den Ball überlassen, um dann mit (hohem) Pressing den Ball zu erobern und durch blitzschnellem Zug zum Tor schnellstmöglich zum Abschluß kommen.
 
Was mich wundert, ist folgendes:

Dass die Leistung in Holland katastrophal war, da sind sich alle einig. Ebenso, dass Löw bei einer (zu erwartenden) Niederlage in Frankreich weg ist, auch.

Die Spieler, vor allem die älteren, haben Löw viel zu verdanken. Warum hängen sie sich denn nun am Dienstag nicht bis zum Letzten rein und vergessen mal die Schonung für das nächste Vereinsspiel, um auch mal etwas für ihren Trainer zu tun?

Wobei natürlich ein Auswärtsspiel beim aktuellen Weltmeister die schwerstmögliche Aufgabe ist, um etwas gutzumachen.
 
Das hat die WM 2018 ziemlich verdeutlicht. Für die Teams, die in der Vorrunde über die höchsten Ballbesitzquoten verfügten (u.a. die Favoriten Spanien, Deutschland und Argentinien) war spätestens im Achtelfinale Schicht im Schacht. Zufall? Wohl kaum, denn der auch als Tiki-Taka titulierte Ballbesitzfußball mit seinen vielen Querpässen, den die Europa- bzw. Weltmeistermannschaften der Jahre 2008/10/12/14 spielten, hat im Laufe der Jahre sein Gegenmittel gefunden, mit dem es die Franzosen und Kroaten ins WM-Finale 2018 schafften: mit einer geordneten Defensive mit klugen Raumaufteilung (exemplarisch: Kroatien gegen Argentinien, wo die Kroaten Messi so isolierten, daß seine Teamkollegen ihm kaum anspielen konnten) dem Gegner den Ball überlassen, um dann mit (hohem) Pressing den Ball zu erobern und durch blitzschnellem Zug zum Tor schnellstmöglich zum Abschluß kommen.

ich halte es für verfehlt solche eindeutigen schlussfolgerungen an einem solchen turnier festzumachen. weil die stichprobe viel zu klein ist, weil ein ko-system viel eher von glück und pech geprägt ist als eine saison über viele spieltage.
meister in england: mit riesigem abstand manchester city, ballbesitzquote: enorm hoch
meister in deutschland: mit riesigem abstand bayern münchen, ballbesitzquote: enorm hoch
meister in spanien: mit riesigem abstand fc barcelona, ballbesitzquote: enorm hoch

bei der wm hingegen setzten die mannschaften eben jenen "ballbesitzfußball" schlicht und ergreifend nicht gut um. quergeschiebe ohne effektiven raumgewinn und tempoaktionen ist nicht seit neuestem überholt, sondern war noch nie zielführend. ballbesitz um eine tempoaktion vorzubereiten hingegen schon immer im schnitt das wirksamste mittel für erfolg.
ich würde übrigens sogar gegenteilig argumentieren: dem gegner immerzu den ball überlassen und dann nach balleroberung lediglich schnell umzuschalten, also reaktiv zu spielen, kann kurzfristigen aber in den wenigsten fällen langfristigen erfolg sichern. auch hier funktioniert das daher eher bei turnieren und in einzelfällen als im alltäglichen ligabetrieb.
 
Wenn die Holländer nicht teilweise so überhastet agiert hätten, wären da noch 2-3 Tore mehr für sie möglich gewesen.
Die Kommentare von Hummels & Co. wären für mich schon allein ein Ausschlussgrund für zumindest das nächste Spiel.
Kimmich hat es gut auf den Punkt gebracht, dabei aber auch stets Einsatz gezeigt.

Grindel hat sich erledigt, aber leider würde ihm auch wieder nur ein Funktionär nachfolgen. Warum nimmt man da nicht mal einen gestandenen Ex-Spieler, der allgemein anerkennt ist?

Dummerweise wird sich nichts ändern ... gegen Frankreich wirds wohl wieder ein Remis, und dann gibts irgendwie einen Sieg gegen Holland, und alles ist wieder gut ... für den DFB.

Wünschen würde ich mir Wenger als Nachfolger von Löw. Erfolgreiche Trainerkarriere, sympathischer Typ, und vielleicht die Chance, aus dem üblichen Trott auszubrechen.
 
ich halte es für verfehlt solche eindeutigen schlussfolgerungen an einem solchen turnier festzumachen. weil die stichprobe viel zu klein ist, weil ein ko-system viel eher von glück und pech geprägt ist als eine saison über viele spieltage.
Die WM ist das wichtigste Turnier für Fußball-Nationalmannschaften. Wie man hier von einer Stichprobe reden kann, ist äußerst schleierhaft, zumal der Vergleich der Modi von Vereinsligen und Turnieren einer mit Äpfeln und Birnen ist. Wenn schon bei einem solchen Vergleich das k.o-System bemüht wird, dann sollten auch bitte Äpfel mit Äpfeln verglichen werden, sprich z.B. die nationalen Pokalwettwerbe, so das bezugnehmend auf diesen Vergleich
meister in england: mit riesigem abstand manchester city, ballbesitzquote: enorm hoch
meister in deutschland: mit riesigem abstand bayern münchen, ballbesitzquote: enorm hoch
meister in spanien: mit riesigem abstand fc barcelona, ballbesitzquote: enorm hoch
nur der FC Barcelona mit seinem Ballbesitzfußball auch den nationalen Pokal gewinnen konnte, die Sieger in England und Deutschland hießen dagegen Chelsea FC und Eintracht Frankfurt und diese beiden Clubs sind nun wahrlich nicht für Tiki-Taka bekannt.

Apropos Manchester City: erinnere dich doch mal bitte an das CL-Viertelfinale gegen Liverpool: dies war nicht nur das Duell zwei Clubs aus der PL, sondern auch auch der Systeme: Guardiola's Ballbesitzfußball gegen Klopps Kombination aus defensiver Grundordnung, diszipliniertem Verschieben sowie Pressing gegen den ballführenden Spieler. Trotz eines Ballbesitzes von 66% bzw. 68% verloren die Citizens in Anfield mit 0:3 bzw. das Rückspiel zuhause mit 1:2.


bei der wm hingegen setzten die mannschaften eben jenen "ballbesitzfußball" schlicht und ergreifend nicht gut um. quergeschiebe ohne effektiven raumgewinn und tempoaktionen ist nicht seit neuestem überholt, sondern war noch nie zielführend. ballbesitz um eine tempoaktion vorzubereiten hingegen schon immer im schnitt das wirksamste mittel für erfolg.
Woran hat es denn gelegen, daß der Ballbesitzfussball nicht gut umgesetzt wurde? Bei Jogis satten Weltmeistern von 2014 wäre (auch wenn ich ein Gegner von Hypothesen bin) auch mit einem anderen Fußball bei der WM 2018 nicht viel gerissen worden, aber das kann keine allgemeingültige Schablone sein. Es ist doch so, daß in der steten Weiterentwicklung des Fussballs sich die Gegner mehr und besser auf Tiki-Taka eingestellt haben. Ich hatte ja schon gestern das Spiel Kroatien gegen Argentinien genannt, wo die Kroaten mit einer klugen Raumaufteilung Messi isolierten, so daß seine Hinterleute ihn als Schaltstelle des argentinischen Spiels nicht anspielen konnten. Oder Russland gegen Spanien: die Spanier schoben sich in 120 Minuten über 1.000 Pässe zu, ohne jedoch für nachhaltige Torgefahr sorgen zu können (das 1:0 der Spanier war ein Eigentor der Russen).


ich würde übrigens sogar gegenteilig argumentieren: dem gegner immerzu den ball überlassen und dann nach balleroberung lediglich schnell umzuschalten, also reaktiv zu spielen, kann kurzfristigen aber in den wenigsten fällen langfristigen erfolg sichern. auch hier funktioniert das daher eher bei turnieren und in einzelfällen als im alltäglichen ligabetrieb.
Das lässt sich so pauschal nicht sagen. Wenn wie z.B. in Frankreich oder Deutschland die wirtschaftliche Kluft zwischen einem Club und dem Rest immens groß ist, dann sollte i.d.R. die Dominanz des Clubs so hoch sein (sofern er sich nicht wie z.Zt. der FCB eine Auszeit davon nimmt), daß das Spielsystem eher sekundären Charakter hat. In der letzten Saison haben Barca und ManC bei wirtschaftlich ebenbürtigen Rivalen die nationalen Meisterschaften zwar mit großen Vorsprüngen gewonnen, sind damit aber in der vergangenen Jahren international gescheitert. Bei solch ambitionierten Clubs (s. auch FC Bayern) werden nicht alle Eigentümer / Invenstoren / Fans und natürlich auch die Cluboberen selbst sich mit der x-ten nationalen Meisterschaft begnügen wollen, sondern nach dem Henkel-Pott lechzen, so daß dort zwangläufig der Entwicklung im internationalem Fußball Rechnung getragen werden muß.

Viel entscheidender ist aber: der Ballbesitzfußball, der in der spanischen N11 seinen Anfang nahm, hatte in den letzten 10 Jahren den Fußball nicht nur geprägt, sondern er war das Maß aller Dinge. Doch damit war die Entwicklung des Fußballsports nicht am Ende, denn spätestens die WM 2018 hat gezeigt, daß sich mit der Kombination aus kluger defensiver Grundordnung / Raumaufteilung und Pressing ein wirksames Gegenmittel gegen dieses Spiel mit Querpässen entwickelte. Und so wie der Tiki-Taka der Furia Roja einst Einfluß auf den Vereinsfußball nahm, so wird die bei der WM 2018 offensichtlich gewordene Entwicklung auch Einfluß auf den Ligafußball auf Vereinsebene nehmen bzw. waren/sind schon erste Anzeichen davon erkennbar.
 
Die genannten Ballbesitzmannschaften waren besetzt mit entweder satten und arroganten Spielern oder mit auslaufenden alten Generationen bei denen der Generationenwechsel verpennt wurde. Thats it!
 
@Bremen Warum darf sich, wenn es darum geht, die These, der Ballbesitzfußball sei überholt, zu widerlegen, nur auf Pokalwettbewerbe bezogen werden? Das ergibt doch überhaupt keinen Sinn.
 
Das kommt nicht einfach erschwerend hinzu, das ist alles was man an Begründung braucht. Julian Brandt ist dafür das gestaltgewordene Beispiel. Aber wenn man einen Spieler der brennt und sich beweisen will auf der Bank verschimmeln und statt dessen seine alten Buddies spielen lässt, tja, dann kommt eben eine Katastrophe bei raus. Und da spielt das System nur noch eine untergeordnete Rolle. Man schaue sich Dortmunds 74% Ballbesitz gegen Nürnberg und das Ergebnis an. So sieht das aus wenn Ballbesitz mit Tempo gepaart wird.
 
@Bremen Warum darf sich, wenn es darum geht, die These, der Ballbesitzfußball sei überholt, zu widerlegen, nur auf Pokalwettbewerbe bezogen werden? Das ergibt doch überhaupt keinen Sinn.

Das habe ich so doch gar nicht geschrieben. Mein Wortlaut war
Zitat von Bremen:
[...]zumal der Vergleich der Modi von Vereinsligen und Turnieren einer mit Äpfeln und Birnen ist. Wenn schon bei einem solchen Vergleich das k.o-System bemüht wird, dann sollten auch bitte Äpfel mit Äpfeln verglichen werden, sprich z.B. die nationalen Pokalwettwerbe[...]
Das ist ein Hinweis, daß K.O-Runden mit K.O-Runden verglichen werden sollten und keine genereller Ausschluß von Ligaspielen über die Diskussion des Ballbesitzfußballs.
 
Die WM ist das wichtigste Turnier für Fußball-Nationalmannschaften. Wie man hier von einer Stichprobe reden kann, ist äußerst schleierhaft, zumal der Vergleich der Modi von Vereinsligen und Turnieren einer mit Äpfeln und Birnen ist. Wenn schon bei einem solchen Vergleich das k.o-System bemüht wird, dann sollten auch bitte Äpfel mit Äpfeln verglichen werden, sprich z.B. die nationalen Pokalwettwerbe, so das bezugnehmend auf diesen Vergleich

nur der FC Barcelona mit seinem Ballbesitzfußball auch den nationalen Pokal gewinnen konnte, die Sieger in England und Deutschland hießen dagegen Chelsea FC und Eintracht Frankfurt und diese beiden Clubs sind nun wahrlich nicht für Tiki-Taka bekannt.

Apropos Manchester City: erinnere dich doch mal bitte an das CL-Viertelfinale gegen Liverpool: dies war nicht nur das Duell zwei Clubs aus der PL, sondern auch auch der Systeme: Guardiola's Ballbesitzfußball gegen Klopps Kombination aus defensiver Grundordnung, diszipliniertem Verschieben sowie Pressing gegen den ballführenden Spieler. Trotz eines Ballbesitzes von 66% bzw. 68% verloren die Citizens in Anfield mit 0:3 bzw. das Rückspiel zuhause mit 1:2.



Woran hat es denn gelegen, daß der Ballbesitzfussball nicht gut umgesetzt wurde? Bei Jogis satten Weltmeistern von 2014 wäre (auch wenn ich ein Gegner von Hypothesen bin) auch mit einem anderen Fußball bei der WM 2018 nicht viel gerissen worden, aber das kann keine allgemeingültige Schablone sein. Es ist doch so, daß in der steten Weiterentwicklung des Fussballs sich die Gegner mehr und besser auf Tiki-Taka eingestellt haben? Ich hatte ja schon gestern das Spiel Kroatien gegen Argentinien genannt, wo die Kroaten mit einer klugen Raumaufteilung Messi isolierten, so daß seine Hinterleute ihn als Schaltstelle des argentinischen Spiels nicht anspielen konnten. Oder Russland gegen Spanien: die Spanier schoben sich in 120 Minuten über 1.000 Pässe zu, ohne jedoch für nachhaltige Torgefahr sorgen zu können (das 1:0 der Spanier war ein Eigentor der Russen).



Das lässt sich so pauschal nicht sagen. Wenn wie z.B. in Frankreich oder Deutschland die wirtschaftliche Kluft zwischen einem Club und dem Rest immens groß ist, dann sollte i.d.R. die Dominanz des Clubs so hoch sein (sofern er sich nicht wie z.Zt. der FCB eine Auszeit davon nimmt), daß das Spielsystem eher sekundären Charakter hat. In der letzten Saison haben Barca und ManC bei wirtschaftlich ebenbürtigen Rivalen die nationalen Meisterschaften zwar mit großen Vorsprüngen gewonnen, sind damit aber in der vergangenen Jahren international gescheitert. Bei solch ambitionierten Clubs (s. auch FC Bayern) werden nicht alle Eigentümer / Invenstoren / Fans und natürlich auch die Cluboberen selbst sich mit der x-ten nationalen Meisterschaft begnügen wollen, sondern nach dem Henkel-Pott lechzen, so daß dort zwangläufig der Entwicklung im internationalem Fußball Rechnung getragen werden muß.

Viel entscheidender ist aber: der Ballbesitzfußball, der in der spanischen N11 seinen Anfang nahm, hatte in den letzten 10 Jahren den Fußball nicht nur geprägt, sondern er war das Maß aller Dinge. Doch damit war die Entwicklung des Fußballsports nicht am Ende, denn spätestens die WM 2018 hat gezeigt, daß sich mit der Kombination aus kluger defensiver Grundordnung / Raumaufteilung und Pressing ein wirksames Gegenmittel gegen dieses Spiel mit Querpässen entwickelte. Und so wie der Tiki-Taka der Furia Roja einst Einfluß auf den Vereinsfußball nahm, so wird die bei der WM 2018 offensichtlich gewordene Entwicklung auch Einfluß auf den Ligafußball auf Vereinsebene nehmen bzw. waren/sind schon erste Anzeichen davon erkennbar.
:tnx::tnx:
Besser kann man es nicht analysieren und gegenüberstellen.
….. wenn dann solche Turniere mit KO-System keinen Einblick in die Neuordnung oder Orientierung geben, dann frage ich
mich, ob TS und andere Analysten Schattenbesuche abstatten und der UEFA die Gelder zu locker sitzen.
 
Die WM ist das wichtigste Turnier für Fußball-Nationalmannschaften. Wie man hier von einer Stichprobe reden kann, ist äußerst schleierhaft,

weil die wichtigkeit nichts an der quantität der spiele ändert. es geht dabei um rein rational, mathematische dinge.

zumal der Vergleich der Modi von Vereinsligen und Turnieren einer mit Äpfeln und Birnen ist.

den unterschied habe ich selbst ja herausgestellt.
und umso wichtiger ist die mithereinnahme der birnen um zu erkennen, ob eine aussage über entwicklungen im fußball, so allgemein wie sie getroffen wird, überhaupt gültig ist.

nur der FC Barcelona mit seinem Ballbesitzfußball auch den nationalen Pokal gewinnen konnte, die Sieger in England und Deutschland hießen dagegen Chelsea FC und Eintracht Frankfurt und diese beiden Clubs sind nun wahrlich nicht für Tiki-Taka bekannt.

gerade da zeigt sich nun ja wieder das typische phänomen der einzelfälle und der geringeren aussagekraft aufgrund höherer einflussnahme von glück und pech.

und: eintracht frankfurt hatte auf seinem weg ins finale folgende ballbesitzwerte:
gg erndtebrück: 41 %
gg schweinfurt: 59 %
gg heidenheim: 70 %
gg mainz: 59 %
gg schalke: 55 %
gg bayern: 23 %

man hatte in 4 von 6 spielen teilweise deutlich mehr ballbesitz als der gegner. im finale gegen bayern gibt es ein chancenverhältnis von 10:6 für die bayern. das ist ein spiel, dass sie in 7 von 10 fällen verlieren. mindestens. und all das soll als beweis dienen, dass "ballbesitzfußball" überholt ist? ich denke nicht.

Apropos Manchester City: erinnere dich doch mal bitte an das CL-Viertelfinale gegen Liverpool: dies war nicht nur das Duell zwei Clubs aus der PL, sondern auch auch der Systeme: Guardiola's Ballbesitzfußball gegen Klopps Kombination aus defensiver Grundordnung, diszipliniertem Verschieben sowie Pressing gegen den ballführenden Spieler. Trotz eines Ballbesitzes von 66% bzw. 68% verloren die Citizens in Anfield mit 0:3 bzw. das Rückspiel zuhause mit 1:2.

hast du die spiele gesehen? das ergebnis war hier fast absurd und liverpool unfassbar effektiv. auch da gilt es wieder: in einzelfällen funktioniert das, wenn die stichprobe größer wird, nicht mehr. siehe: liga. natürlich kann schneller umschaltfußball mit sehr wenig ballbesitz auch zu erfolgen führen. das ist doch klar. im schnitt sind aber weiterhin mannschaften klar erfolgreicher, die höhere ballbesitzquoten aufweisen. das war früher so, das ist heute so.
falls du es übrigens vergessen hast: liverpool stand auch im finale der championsleague. real gewann eben jenes finale. mit 66 % ballbesitz und einem chancenverhältnis von 9:4. ist das dann besagter beleg dafür, dass "ballbesitzfußball" nicht mehr funktioniert?


Woran hat es denn gelegen, daß der Ballbesitzfussball nicht gut umgesetzt wurde? Bei Jogis satten Weltmeistern von 2014 wäre (auch wenn ich ein Gegner von Hypothesen bin) auch mit einem anderen Fußball bei der WM 2018 nicht viel gerissen worden, aber das kann keine allgemeingültige Schablone sein. Es ist doch so, daß in der steten Weiterentwicklung des Fussballs sich die Gegner mehr und besser auf Tiki-Taka eingestellt haben? Ich hatte ja schon gestern das Spiel Kroatien gegen Argentinien genannt, wo die Kroaten mit einer klugen Raumaufteilung Messi isolierten, so daß seine Hinterleute ihn als Schaltstelle des argentinischen Spiels nicht anspielen konnten. Oder Russland gegen Spanien: die Spanier schoben sich in 120 Minuten über 1.000 Pässe zu, ohne jedoch für nachhaltige Torgefahr sorgen zu können (das 1:0 der Spanier war ein Eigentor der Russen).

zum einen, siehe: @FatTony
zum anderen: natürlich stellen sich mannschaften besser auf praktizierten fußball ein. das gilt aber genauso für schnellen umschaltfußball. da musst du alleine mal diese saison bundesliga schauen und siehst wie das bei einigen längst nicht mehr so gut klappt wie noch letzte saison. andererseits stellen sich die mannschaften natürlich auch wiederum auf die gegenmaßnahmen ein und nehmen systematische veränderungen vor um die eigene spielphilosophie wieder zum funktionieren zu bringen.
"ballbesitzfußball" ist doch nicht gleich "ballbesitzfußball". das ist erstmal nur eine extrem grobe zuordnung. der "ballbesitzfußball" wie er früher praktiziert wurde, wird in der form kaum mehr erfolg bringen. moderner "ballbesitzfußball" funktioniert hingegen wunderbar. und er funktioniert erfolgreicher als moderner reaktiver fußball.

weiter unten führst du den extremfall "fc barcelona" in dessen glorreichen ära an. da ist der fall aber ganz anders gelagert. der fußball war damals extrem physisch geprägt, gerade england hier das maß aller dinge. das was guardiola in dieser zeit mit dem fc barcelona gemacht hat, war ein meisterwerk des fußballs, eine absolute ausnahme. dieser perfekt funktionierende gegenentwurf, den zu dieser zeit niemand, aber auch wirklich niemand nur annäherend selbst auf dem zettel hatte. es war ein ganz neuer, eigener spielstil. das hat der mannschaft mindestens 3 jahre vorsprung gegeben, der dann erstmal aufgeholt werden musste. diese ausnahme kannst du nicht in den kontext normaler fußballentwicklungen stellen. diese extreme dominanz über jahre hinweg, war nämlich nicht normal. und demenstprechend war es auch klar, dass sich das wieder einpendeln wird.
das bedeutet aber eben keineswegs, dass "ballbesitzfußball" im normalen rahmen nicht noch immer wunderbar funktionieren kann. aber ich glaube eben die angesprochene barcelona-ära ist der grund, weshalb man das so häufig liest und hört. jeder orientiert sich an dieser damaligen unfassbaren dominanz und nimmt das ausbleiben eben solch einer als gefühl auf, "ballbesitzfußball" habe ausgedient. hätte es in jüngerer vergangenheit eine phase gegeben, in welcher eine mannschaft über jahre hinweg mit wenig ballbesitz den weltfußball dominiert hat und es würde nun der gleiche status quo herrschen, wäre ich gespannt wie die diskussionen ausfallen würden. ich behaupte: gegenteilig zu jetzt.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Das habe ich so doch gar nicht geschrieben. Mein Wortlaut war

Das ist ein Hinweis, daß K.O-Runden mit K.O-Runden verglichen werden sollten und keine genereller Ausschluß von Ligaspielen über die Diskussion des Ballbesitzfußballs.

Ergibt aber in Bezug auf die These, Ballbesitzfußball sei überholt, imo keinen Sinn. Denn warum sollten dazu KO-Runden nur mit KO-Runden verglichen werden?

Ligen haben in dem Bezug doch sogar eine höhere Aussagekraft, weil es eben weitaus mehr Spiele als bei Turnieren gibt.
 
Was mich wundert, ist folgendes:

Dass die Leistung in Holland katastrophal war, da sind sich alle einig. Ebenso, dass Löw bei einer (zu erwartenden) Niederlage in Frankreich weg ist, auch.

Die Spieler, vor allem die älteren, haben Löw viel zu verdanken. Warum hängen sie sich denn nun am Dienstag nicht bis zum Letzten rein und vergessen mal die Schonung für das nächste Vereinsspiel, um auch mal etwas für ihren Trainer zu tun?

Wobei natürlich ein Auswärtsspiel beim aktuellen Weltmeister die schwerstmögliche Aufgabe ist, um etwas gutzumachen.
Wieso haben sie das denn nicht schon am Samstag versucht? Das wär wohl definitiv die leichtere Aufgabe gewesen.
Schonung gibt es nicht. Wenn ich als Spieler in die N11 berufen werde, dann hab ich auch da gefälligst Leistung zu bringen, sonst kann ich doch gleich absagen! Es stehen viele junge hungrige Spieler in der Warteschlange die sich nur so zerreißen würden und mal für Deutschland spielen zu dürfen. Aber die sind bald an der Reihe. Ich hoffe, dass wir morgen nochmal so richtig eine drüber gewienert bekommen, dass das Drama Jogi Löw endlich ein Ende hat!
 
Ergibt aber in Bezug auf die These, Ballbesitzfußball sei überholt, imo keinen Sinn. Denn warum sollten dazu KO-Runden nur mit KO-Runden verglichen werden?

Ligen haben in dem Bezug doch sogar eine höhere Aussagekraft, weil es eben weitaus mehr Spiele als bei Turnieren gibt.

Offenbar reiten wir ein totes Pferd. Florian Kohfeldt verschreibt sich "dem Ballbesitz" nämlich sehr explizit. Schade, brauchen wir wohl wieder einen neuen Trainer ;)
 
Offenbar reiten wir ein totes Pferd. Florian Kohfeldt verschreibt sich "dem Ballbesitz" nämlich sehr explizit. Schade, brauchen wir wohl wieder einen neuen Trainer ;)
Natürlich ist Ballbesitz wichtig. Nur so, wie es die Nat11 zuletzt gespielt hat, macht es keinen Sinn. Es war kein Tempo drin, nur Hin und Hergeschiebe ohne Präzision und ohne Überraschungsmoment. Genau das fehlt derzeit. Was nützen dann 80% Ballbesitz ohne richtige Torchancen? Dann fühlt sich doch ein Hummels bestätigt, dass man ein gutes Spiel gemacht hätte, was man aber definitiv nicht tat. Gefühlt war das sicher aus Sicht der Spieler gut. Aber nur aus deren sehr eigenen Sicht.
 
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