Moin aus Berlin erstmal,
also ich bin Werder-Fan seit der Saison 1987/88 - die erste Bundesliga-Saison, die ich einigermaßen aktiv mitverfolgt habe, sodass ich die guten, wie auch die schlechten Zeiten miterlebt habe.
Daher erinnere ich mich auch noch sehr gut an die Zeiten, als WIR der Hauptkonkurrent von Bayern München um die Deutsche Meisterschaft waren. Doch seitdem hat sich leider viel verändert und das liegt in meinen Augen in erster Linie an den finanziellen Vorteilen, die Mannschaften wie Bayern, Dortmund oder jüngst auch Hertha, um nur einige Beispiele zu nennen, uns gegenüber haben! Bayern hat es, und das muss ich als Bayern-Hasser leider Gottes zugeben, richtig gemacht und sich frühzeitig finanzstarke Investoren ins Boot geholt, denn das ist in der heutigen Zeit einfach nahezu unumgänglich, wenn man nicht so gut wie jede Saison gegen den Abstieg spielen, sondern endlich auch mal wieder 'oben' angreifen will. Von daher bin ich der Meinung, dass Werder sich Investoren ins Boot holen sollte.
Natürlich ist das allen Fußball-Romantikern sicher ein Dorn im Auge, doch die sollten sich dann auch fragen, was sie von ihrem Verein wollen: Jahr für Jahr den Kampf um den Klassenerhalt oder doch endlich wieder einmal eine Meisterfeier oder zumindest einen weiteren Pokalsieg bzw. die Teilnahme am europäischen Geschäft?
Dass ich mich damals entschied Bremen-Fan zu werden und es auch geblieben bin, hing natürlich zum einen an den sportlichen Erfolgen. Zum anderen war es aber auch stets die familiäre Atmosphäre, die in dem Verein herrscht. Jetzt werden die meisten natürlich sagen, dass sich genau dieser Aspekt mit meiner Forderung nach Investoren nicht vereinen lässt, doch lasst mich hierfür ein gutes Gegenbeispiel aus der Premier League anführen: den Liverpool FC!
Damit kommen wir zu meinem zweiten Lieblingsverein. Dieser verfügt über eine lange Tradition, ähnlich wie der SV Werder Bremen und weist ebenfalls ein sehr familiär geprägtes Umfeld auf, von dem ich mich im vergangenen Jahr bei einem Stadionbesuch selbst überzeugen konnte. Auch nach dem Einstieg der Fenway Sports Group (FSG) hat der Verein dieses Gesicht nicht verloren, was insbesondere die fortgesetzte und sogar durch den wiederkehrenden sportlichen Erfolg intensivierte Unterstützung durch die Kopites beweist, quasi die Liverpool-Ultras. Selbst in Zeiten von Corona haben es sich die eingefleischten Fans nicht nehmen lassen, ihre Fahnen und Banner auf the KOP herzurichten, um so ihren Verein zu unterstützen!
Wichtig in diesem Zusammenhang ist es jedoch, einen Investor zu finden, der sich aus den operativen Geschäften weitestgehend zurückhält. Sollten wir, was ich inständig hoffe, die Klasse doch noch halten. Dann wäre das in meinen Augen ein guter Zeitpunkt für einen Neubeginn und damit meine ich weniger den Coaching-Staff und die Verantwortlichen für das Sportliche, als vielmehr die Öffnung für Investoren - es müssen natürlich wie erwähnt die passenden Investoren sein. In Florian Kohfeldt haben wir in meinen Augen einen ähnlich charismatischen Trainer wie Jürgen Klopp, dem es sofort gelungen ist, die Massen auf seine Seite zu ziehen. Aus dieser rabenschwarzen Saison hat er sicherlich seine Lehren gezogen und viel für die Zukunft gelernt! Mit der passenden finanziellen Unterstützung könnte er sicher einen schlagkräftigen Kader zusammenbauen und wir müssten unsere größten Talente nicht immer verkaufen, wenn sie den Durchbruch geschafft haben, nur um dringend benötigtes Geld einzunehmen.
Darum sage ich: lasst uns der Liverpool FC der Bundesliga werden, den gegeben Verhältnissen natürlich angepasst, denn nur so können wir uns endlich wieder mit unserem Verein über echte Erfolge freuen!