Der Finanzthread - und braucht Werder Bremen Investoren?

Es gab sogar einen Eishockeymanager, Gruß an T.Eichin.
Daher kannte ich dann Füssen, Wedemark, Neuwied oder auch Kaufbeuren.

Den habe ich auch gespielt. ESC Wedemark kannte ich aber tatsächlich auch so schon und habe sie ein paar mal Live gesehen. Habe es sehr bedauert, als sie sich zur DEL Einführung zu Hannover umgewandelt haben. Wedemark, Timmendorf, Wilhelmshaven, Bad Nauheim, Neuwied und wie sie damals alle hießen :)
 

Grundsätzlich bin ich Investoren gegenüber nicht abgeneigt. Auch bei Sponsoren ist es mir eigentlich egal, welche Geschäfte und wie sie sie machen. Ich für meinen Teil muss deren Produkte und Dienstleistungen nicht Anspruch nehmen.

Allerdings bin ich seit einiger Zeit auf einem anderen "Trip". Diese Spirale, dass immer mehr Geld in das System Profifussball fließt, hunderte von Millionen Euro in Ablösen fließen, die Gehälter und Beraterhonorare immer weiter steigen, muss durchbrochen werden. Dass dies nicht "gesund" ist wird nicht nur durch Entwicklungen in der Corona-Krise erneut bewiesen. Viele Klubs stehen immer mehr mit dem Rücken zur Wand. Sportliche Erfolge müssen neben guten Trainer- und Managementleistung nunmehr vor allem erkauft werden.

Wir brauchen mindestens auf europäischer Ebene eine grundsätzliche Reform des Profifussballs. Das schließt neben Gehalts- und Etatobergrenzen eine ganz andere Verteilung von Vermarktungsgeldern ein. Einen anderen Umgang im Jugendfussball inkl. Wechselbeschränkungen, die nach alter gestaffelt werden. Einen ethisch vertretbareren Umgang mit der physischen und psychischen Gesundheit der Spieler. Könnte das jetzt alles noch tiefergehend ausführen, denn habe mir dazu schon häufiger präzisere Gedanken gemacht. Beispielsweise dürften in meinen Augen nur Personen als Spielerberater tätig sein, die in ihrem jeweiligen Land die Zulassung zum Rechtsanwalt haben und die Honorare müssten sich nach eigens zu schaffenden europäischen Gebührenordnung richten.

Nun bin ich aber Realist genug, um zu wissen, dass dies im Moment alles nicht mehr als fromme Wünsche sind und wir eben daher uns den derzeitigen Gegebenheiten anpassen müssen. Es muss erst zum großen Crash im Fussball geben. So lange das Geld noch fleißig fließt, werden die Verantwortlichen in Verbänden und Klubs, Spieler und deren Beraten und alle anderen, die an der Industrie Profifussball verdienen, die Zitrone auspressen bis nichts mehr kommt.
 
Ich beziehe much auf den heutigen Bild Artikel. Est zwar nur Bild, aber der Artikel wirft auch nur eine Problematik auf:

Nämlich die, wenn die Protsgonisten bleiben und gensuso weiter gemacht würde. Das Szenario geht von einem Klassenerhalt aus.

Wir würden immer tiefer reinrutschen, bereits nächste Saison würde uns durch Notverkäufe sportliche Substanz fehlen.

Ich hoffe das man das bei der baldigen "Steinumdreherei" mit einbezieht und endlich diesen Werderweg hinterfragt....
 
Nun bin ich aber Realist genug, um zu wissen, dass dies im Moment alles nicht mehr als fromme Wünsche sind und wir eben daher uns den derzeitigen Gegebenheiten anpassen müssen. Es muss erst zum großen Crash im Fussball geben. So lange das Geld noch fleißig fließt, werden die Verantwortlichen in Verbänden und Klubs, Spieler und deren Beraten und alle anderen, die an der Industrie Profifussball verdienen, die Zitrone auspressen bis nichts mehr kommt.

Es gäbe eine einzige Chance: Aufstand von unten! Und damit meine ich nicht die Amateurvereine sondern 2. Liga und die verbleibenden "normalen" Vereine der Bundesliga (dazu zähle ich auch Werder, trotz KG). Das würde dann vermutlich zum Bruch und Gründung einer Profiliga ohne Auf- und Abstieg führen. Und dann wäre die Frage: Gewinnt die DFL genug Standorte an denen eine Franchise gegründet werden kann, oder nicht. Wenn nicht, dann müssten sich Bayern und Dortmund der "Revolte" beugen. Eher wahrscheinlich ist aber vermutlich: Man würde ein paar pseudo-Gegner einrichten und dann ähnlich der Formel 1 drei übermächtige Teams sowie ein Dutzend oder etwas mehr Spielplanfüller haben damit man so tun kann, als wäre es eine echte Liga mit mehr als drei oder vier konkurrenzfähigen Mannschaften. Werder und Co. spielen dann in der 1. Liga, die dann eben nicht mehr Bundesliga heißt, aber wieder sportlichen Wettbewerb bietet.
 
Ich beziehe much auf den heutigen Bild Artikel. Est zwar nur Bild, aber der Artikel wirft auch nur eine Problematik auf:

Nämlich die, wenn die Protsgonisten bleiben und gensuso weiter gemacht würde. Das Szenario geht von einem Klassenerhalt aus.

Wir würden immer tiefer reinrutschen, bereits nächste Saison würde uns durch Notverkäufe sportliche Substanz fehlen.

Ich hoffe das man das bei der baldigen "Steinumdreherei" mit einbezieht und endlich diesen Werderweg hinterfragt....
Moin, Stulle.
Dieses Steinumdrehen wird mMn nicht passieren, solange ein Baumann z.B. nicht einsieht, dass er Fehl am Platze ist und von oben auch keine Regulierung statt findet.
 
Wir brauchen mindestens auf europäischer Ebene eine grundsätzliche Reform des Profifussballs. Das schließt neben Gehalts- und Etatobergrenzen eine ganz andere Verteilung von Vermarktungsgeldern ein.

So sehr ich auch Gehalts- und Etatobergrenzen im Grundsatz auch befürworte, so bewirken sie wahrscheinlich eher das Gegenteil von dem eigentlichen Ziel. Denn solche Limits sind ein idealer Nährboden für die Schaffung von sog. schwarzen Kassen, aus denen Handgelder und andere "Zuwendungen" bezahlt werden, um den gewünschten Spieler für sich zu verpflichten. Dies sind keine Zukunftsvisionen, sondern war gängige Praxis in den Kindertagen der Bundesliga.
 
Es gäbe eine einzige Chance: Aufstand von unten! Und damit meine ich nicht die Amateurvereine sondern 2. Liga und die verbleibenden "normalen" Vereine der Bundesliga (dazu zähle ich auch Werder, trotz KG). Das würde dann vermutlich zum Bruch und Gründung einer Profiliga ohne Auf- und Abstieg führen. Und dann wäre die Frage: Gewinnt die DFL genug Standorte an denen eine Franchise gegründet werden kann, oder nicht. Wenn nicht, dann müssten sich Bayern und Dortmund der "Revolte" beugen. Eher wahrscheinlich ist aber vermutlich: Man würde ein paar pseudo-Gegner einrichten und dann ähnlich der Formel 1 drei übermächtige Teams sowie ein Dutzend oder etwas mehr Spielplanfüller haben damit man so tun kann, als wäre es eine echte Liga mit mehr als drei oder vier konkurrenzfähigen Mannschaften. Werder und Co. spielen dann in der 1. Liga, die dann eben nicht mehr Bundesliga heißt, aber wieder sportlichen Wettbewerb bietet.

Es käme darauf an wie du so eine Alternativliga gegen diese DFL aufstellen würdest.

Sehe eher die Gefahr darin, dass die Leute heute schon mit Fussball überfüttert werden. Die Frage ist eben wie weit und wie lang man das ganze noch treiben kann.

Stell dir mal vor die Alternativligen zum jetzigen System würde ausschließlich an Free-TV-Anbieter vermarkten. Sicher steckt auf den ersten Blick da nicht so viel Geld drin wie im Pay-TV. Aber was würden die übrigen Sponsoren dazu sagen. Wo wären die Einschaltquoten wohl höher?

Wie gesagt im Moment sind das eh alles nur Gedankenspiele.


So sehr ich auch Gehalts- und Etatobergrenzen im Grundsatz auch befürworte, so bewirken sie wahrscheinlich eher das Gegenteil von dem eigentlichen Ziel. Denn solche Limits sind ein idealer Nährboden für die Schaffung von sog. schwarzen Kassen, aus denen Handgelder und andere "Zuwendungen" bezahlt werden, um den gewünschten Spieler für sich zu verpflichten. Dies sind keine Zukunftsvisionen, sondern war gängige Praxis in den Kindertagen der Bundesliga.

Ich weiss. Du brauchst halt entsprechende Kontrollmechanismen. Du wirst nicht alles verhindern, aber ich sage mal so Rechtsanwälte verlieren ungerne ihre Zulassung. ;)
 
Beim Stöbern habe ich einen interessanten Artikel über Finanzierung im Profiußball gefunden. Ist zwar schon von 2017, aber im Grundsatz nach wie vor aktuell:

Aber auch die Steigerung der Umsätze aufgrund neuer TV-Vermarktungsverträge oder durch Einnahmen digitalisierter Direktvermarktungsangebote oder durch Jugendtrainingszentren schaffen Cash-Flow, der sich innovativ nutzen lässt. So könnten Stadien oder Trainingszentren in Form von Projektfinanzierungen finanziert werden, wo nach Vorbildern aus den USA durch die geschickte Verbringung von Stadien mit Verkehrsknotenpunkten und Einkaufsmöglichkeiten erhebliche Zusatzeinnahmen generiert werden. Solche Einnahmezuwächse lassen sich beispielsweise durch Verbriefungen wiederum als zusätzliche Mittel für den Spielbetrieb oder Infrastrukturinvestitionen nutzen.


Ziel von Finanzierungen muss es sein, ein langfristiges Wachstum von Einnahmen zu generieren und die Schuldendienstfähigkeit von Clubs vom – zumindest kurzfristigen – sportlichen Erfolg ein gewisses Stück zu entkoppeln.
Bei Werder wird der entgegengesetzte Weg bevorzugt, denn KF kündigte bei der JHV im November 2018 an, den Fokus bei den Einnahmen auf erfolgsabhängige TV-Prämien zu legen.


Die derzeitige Diskussion über die Schaffung wirtschaftlich tragfähiger Strukturen konzentriert sich derzeit aber vor allem auf den Einstieg von Kapitalgebern auf der Eigentümerseite [...]Selbstverständlich ist eine angemessene Ausstattung der Clubs und ihrer Lizenzspielgesellschaften mit Eigenkapital Voraussetzung für wirtschaftliche Stabilität und auch die Erlangung von Fremdfinanzierungsmitteln. Zusätzliches Eigenkapital alleine ist aber noch keine Garantie für wirtschaftlichen und sportlichen Erfolg. Entscheidend ist, wie die Mittel eingesetzt werden, insbesondere, ob sie der Schaffung nachhaltiger Strukturen oder der Stopfung von Finanzlöchern dienen.


Professionelle sportliche Strukturen erfordern langfristig auch professionelle wirtschaftliche Strukturen. Diese setzen innovative und auf die individuelle Situation der Clubs zugeschnittene Finanzierungslösungen voraus.
 
Es käme darauf an wie du so eine Alternativliga gegen diese DFL aufstellen würdest.

Die Liga würde sich im Prinzip von selbst aufstellen, die schwierige -und wohl aussichtslose- Frage wäre vermutlich das Verhältnis zur UEFA und zum DFB. Denn der Einfluss von DFB und DFL würde vermutlich dafür sorgen, dass diese neue 1. Liga nicht an der Qualifikation für Europa teilnehmen kann. Weitere Frage wäre, sind Lizenzspieler der "1.Liga" trotzdem spielberechtigt für die Nationalmannschaft und die Vereine abstellungspflichtig? Oder umgekehrt, dürften Lizenzspieler einer Profiliga noch spielberechtigt für eine Nationalmannschaft sein, oder doch nur die von echten Vereinen? Wahrscheinlich spielt es keine Rolle weil eine Profiliga so viel Geld auf sich bündeln würde, dass jeder Aufstand von unten finanziell im Keim erstickt wird und genügend Städte mitmachen würden. So wie in den USA halt, wo quasi ganze Stadien aus der öffentlichen Hand bezahlt werden damit ein Team zur entsprechenden Stadt umzieht bzw sich ansiedelt. Alles in allem also eine Utopie die ich mir wünsche ;)
 
Die Liga würde sich im Prinzip von selbst aufstellen, die schwierige -und wohl aussichtslose- Frage wäre vermutlich das Verhältnis zur UEFA und zum DFB. Denn der Einfluss von DFB und DFL würde vermutlich dafür sorgen, dass diese neue 1. Liga nicht an der Qualifikation für Europa teilnehmen kann. Weitere Frage wäre, sind Lizenzspieler der "1.Liga" trotzdem spielberechtigt für die Nationalmannschaft und die Vereine abstellungspflichtig? Oder umgekehrt, dürften Lizenzspieler einer Profiliga noch spielberechtigt für eine Nationalmannschaft sein, oder doch nur die von echten Vereinen? Wahrscheinlich spielt es keine Rolle weil eine Profiliga so viel Geld auf sich bündeln würde, dass jeder Aufstand von unten finanziell im Keim erstickt wird und genügend Städte mitmachen würden. So wie in den USA halt, wo quasi ganze Stadien aus der öffentlichen Hand bezahlt werden damit ein Team zur entsprechenden Stadt umzieht bzw sich ansiedelt. Alles in allem also eine Utopie die ich mir wünsche ;)

Deswegen musst du das mindestens auf europäischer Ebene einführen und ich würde versuchen dann die Verbände zu "übernehmen". Man darf nicht vergessen, dass der DFB beispielsweise aus Mitgliedsverbänden besteht, welche wiederum überwiegend aus "Amateurklubs" bzw. kleineren Klubs besteht. Die großen der Branche sind eigentlich in der Minderheit.
 
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