Fast & Furious Five
Positive Kritiken und eine Moviepilot-Wertungs-Vorhersage von immerhin 7,0. Zwar unsichere 7 Punkte, aber immerhin. Hat sich die Reihe tatsächlich gebessert? Hat sie es womöglich sogar geschafft von der stumpfsinnigen celebration 200Km/h schneller Leukoplastbomber wegzukommen? Wie so viele andere, hatte auch ich eine ziemlich ausgeprägte Aversion gegen die Autoraser-Reihe. Das war irgendwie nur was für Leute, die sich einen auf schnelle Autos, dumme Stories und unausgegorene Schnitte abwichsen konnten.
Und trotzdem hatte ich einen kleinen Hoffnungsschimmer, dass die Filmemacher um Regisseur Justin Lin hier vielleicht doch irgendetwas besser gemacht haben. Haben sie?
Ehrlich gesagt bin ich mir dessen immer noch nicht ganz sicher. Nicht, weil ich mir über die Wertung für Fast Five unsicher bin, sondern weil, einfach schon zu viel Zeit verstrichen ist, seit ich den letzten Teil gesehen habe, als dass ich noch genau sagen könnte, ob die anderen Filme nicht noch ein bisschen beschissener waren.
Naja, jedenfalls brilliert auch der fünfte Teil mal wieder mit einem äußerst langweiligen Plot (WAS?? Vin bringt Dwayne nicht um??? Dwayne gehört jetzt zu den Guten??? OH MEIN GOTT!!! - von diesen Überraschungen muss man sich erstmal wieder erholen), unkomischen Onelinern und unsympathischen Charakteren.
Wenn man die Action mal weglässt, bleibt nicht mehr viel übrig, was den Film auf irgendeine Weise sehenswert machen würde.
Dann fällt einem womöglich sogar auf, dass der redselige, schwarze Glatzkopf(Tyrese Gibson), der den Protagonisten bei ihrem Plan, den Obergangster Brasiliens zu bestehlen, helfen soll, gar nicht so redselig ist, wie der Film es propagiert.
Und wenn man ganz genau mitdenkt, dann kann man sogar spitzkriegen, dass sich ein Asiate in Brasilien eigentlich gar nicht so gut als "Chamäleon" erweist. Generell sind die anfänglichen Beschreibungen der Crewmitglieder recht irreführend, kommen ihre individuellen Fähigkeiten doch sowieso kaum zum Einsatz.
Die einzigen Typen, für die man ansatzweise so etwas wie Sympathie empfindet, sind die zwei "Toilettenspränger".
Über all die inhaltlichen Mängel könnte man jedoch noch hinwegsehen, wenn wenigstens die Action stimmen würde.
Aber leider kann auch diese nicht vollends überzeugen. Zwar knallt es an allen Ecken und Enden, doch vermag es keine Actionszene nachhaltig im Gedächtnis zu bleiben. Wenn die Action irgendetwas mit vier Rädern und hohen Km/h-Zahlen zu tun hat, ist sie meistens noch gerade so annehmbar. Doch gerade die Schießereien und Faustkämpfe machen einfach keinen Spaß.
Christopher Nolan hat in The Dark Knight gezeigt, wie man mit einer ruhigen Kamera sehr gute Actionsequenzen drehen kann: wenn Batman den Joker im Verhörzimmer verhaut, dann sieht das cool aus, vor allem auch aus dem Grund, dass man sieht, wie er ihn verhaut.
Justin Lin hat in Fast & Furious Five gezeigt, wie man mit einer hektischen, wild umherschwenkenden Kamera jede Klopperei zu einem wirren, undurchsichtigen Bilderbrei machen kann: wenn Dwayne The Rock Johnson sich mit Vin Diesel prügelt, dann sieht das nicht cool aus, vor allem auch aus dem Grund, dass man überhaupt nichts sehen kann, weil die Kamera blitzschnell über die, in sich verhakten, Körper schwenkt, dass es für's menschliche Auge einfach nicht zu erfassen ist. Naja, zumindest für meins nicht und mir wurden eigentlich immer recht gute Augen bescheinigt.
Warum der Film trotzdem noch
4/10 Punkte kriegt?
Ein Punkt für Johnsons massiven Körperbau gegen den wirkt sogar Vin Diesel wie ein Zwerg. Respekt!:thumb:
Einen weiteren Punkt gibt es für Brasilien als Location, das für einige schöne Bilder sorgt.
Den dritten Punkt gibts für die paar Hot Chicks, die in dem Film zu sehen sind:grinsen:
und finally, den vierten für die besagten Toilettenspränger.
Wie dieser Streifen zu solch guten Kritiken kommen konnte, ist mir ein Rätsel, denn für mich ist auch der fünfte Teil der Serie nicht mehr, als eine Cobra11-Folge mit Überlänge und einem "etwas" höheren Budget.