Spielerisch sind wir aus meiner Sicht deutlich stärker. England hat gegen die USA, die im gesamten Turnierverlauf anfällig waren, fast keine Chancen herausgespielt und gegen Algerien nur eine oder zwei. Gegen eben jene Algerier haben die Amerikaner dann Chancen im Fünf-Minuten-Takt kreiiert.
Was die Engländer in allen drei Spielen gut gemacht haben, war, die Defizite des Gegners bei Fehlpässen oder schlechter Spieleröffnung auszunutzen. Um dann durch die Mitte, wo Rooney im Ballhalten- und ggfls im Verteilen recht gut ist, zu Chancen zu kommen. Und Lampard sowie Gerrard sind nun mal torgefährlich.
Es wird für Deutschland nach meinem Dafürhalten vor allem darauf ankommen, a) die Mitte dichtzukriegen, Rooney zu kontrollieren, b) die Abstände zwischen Mittelfeld und Viererkette gering zu halten, denn in diesem Raum sind sie gefährlich im Konter (auf Khedira & Co. kommt es hier eminent an) und c) leichte Ballverluste von Höhe Mittellinie bis zum eigenen Strafraum zu vermeiden, damit b) unterbunden werden kann.
Selbst muss Deutschland schnell, vertikal und direkt spielen (wie gegen die Aussies oder zweite Hälfte zum Teil gegen Serbien), denn dort sind sie anfällig (einmal Slowenien und mehrfach USA und Algerien haben das aufgezeigt). Was nicht passieren darf, ist, übertriebener Eigensinn (was bspw. den Algerieern gegen England den Sieg kostete) in Strafraumnähe oder sinnlose Brachialgewalt (Podolski). Dann wird sich England immer wieder stellen und konzentrieren können, was ihnen mit zunehmender Spielzeit excellent in die Karten spielt. Ihre IV ist stark, auch das zentrale DM.
Was ich nicht glaube, ist, dass England so wie Ghana oder Serbien in der Lage ist, über schnörkellose und direkte Ballpassagen über Außen oder in die Breite Chancen zu erspielen.