Vielleicht verstehst Du mit Blick auf Dein zweites Zitat unten (das ich im Übrigen zu 1899 % unterschreibe - für Bewohner in Pflegeeinrichtungen, aber auch Patienten im Krankenhaus muss maximal möglich Schutz gewährleistet werden), warum ich auf Dein erstes Zitat seinerzeit so deutlich reagiert habe.
An meiner Meinung hierzu hat sich nichts geändert. Ab einem gewissen Alter kann jede Viruserkrankung die letzte Viruserkrankung sein. Das war schon immer so. Es ist jetzt vorwiegend Corona, kann aber auch der Norovirus , die Grippe oder sogar nur ein Erkältungsvirus sein. So ist und bleibt das Leben. Mein Opa hatte zuletzt eine Lungenentzündung, unerklärlich wie er diese bekommen hat. Diese hätte seine letzte Erkrankung sein können. Es ändert eben nichts an der Tatsache, dass Menschen ab einem gewissen Alter an Erkrankungen versterben können, die in jüngerem Alter so weggesteckt werden. Mir ist das bewusst, deswegen schreibe ich es so deutlich. Und es ändert sich nichts, wenn ein naher Angehöriger betroffen ist.
Zum Beispiel: Mein Opa kann sich bei einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter mit ner Erkältung anstecken, weil dieser/diese mit leichten Symptomen zur Arbeit kommt, da nur so die Versorgung der Bewohner sichergestellt ist. Leider ist das Alltag in der Pflege. Wie gesagt, hohes Alter + COPD = höchste Gefahr bei allen Viruserkrankungen. Da mache ich dem Mitarbeiter nicht den Vorwurf. Der Staat muss unser Gesundheitssystem stärken, nicht der Mitarbeiter, der sich so oder so den Hintern aufreißt.
Die beiden Zitate verstehe ich so, dass Du Deine Wertung geändert hast und nachvollziehen kannst, dass es beim Impfen eben nicht nur um Eigenschutz geht...? Wenn dem so ist, ist das genau der Punkt, der (nicht nur mir) in der Diskussion in Sachen geimpft versus nicht geimpft so wichtig ist. Impfen ist aus meiner Sicht nicht nur Eigenschutz, sondern auch Solidarität. Und sich nicht impfen lassen, obwohl es medizinisch keine Argumente dagegen gibt, ist umgekehrt folglich aus meiner Perspektive nicht solidarisch...
Nein, ich bin nach wie vor der Meinung, dass es beim Impfen hauptsächlich um Eigenschutz geht. Ich weiß zB nicht, wer zB das Virus ins Pflegeheim meines Großvaters gebracht hat. Es kann auch sein, dass es ein geimpfter Mitarbeiter war. Eine Impfpflicht in Pflegeheimen
kann hilfreich sein. Aber wie gesagt, solange Geimpfte sich infizieren, schreibe ich nicht vom Fremdschutz. Weil eben niemand bewusst geschützt wird. Man ist zwar kürzer infektiös, weiß aber bei 2G ohne Test meist nichts von der Infektion und steckt damit Menschen in seinem Umfeld an. Es ist reine Glückssache, auf wen der infektiöse Geimpfte trifft. Und da nun auch Fälle bekannt geworden sind, wo selbst die Boosterung eine Infektion verhindern konnte, geht es halt munter weiter.
Aber zur Impfpflicht selbst: ich bin gegen solche Pflichten, weil ich nichts davon halte, wenn Eingriffe in die körperliche Unversehrtheit rechtlich erlaubt werden.
Wenn es aber eine Impfpflicht geben sollte, dann bitte für alle. Allerdings hielte ich eine Impfpflicht für Ü60 auch für sinnvoll, da diese Gruppe ja vorwiegend die Intensivstation belasten.