Lassen wir
zunächst einmal die Zusammenhänge der Auslastung von Intensivbetten durch Corona-Erkrankte und frisch operierten Menschen außen vor.
Betrachten wir zuerst einmal die Entwicklung der Pflegesituation in diesem Land.
Ich zitiere an dieser Stelle einmal
@sergeant_mumm, der u.a. schrieb:
"Und ja, die Gewinnorientierung im Gesundheitssystem und der Druck, Profit zu erwirtschaften sowie der Druck, diesen maximieren zu müssen, ist mir persönlich zutiefst zuwider."
Da hat er recht und mir ist das ebenso zutieftst zuwider.
Dass das so ist, steht schon seit einem Jahrzehnt im Raum.
Mit zunehmender Tendenz bezüglich der immer größer werdenden Summe an fehlenden Pflegekräften.
Vorrangig wegen der Kommerzialisierung, die wiederum für schlechte Bezahlung sorgt.
Ein Kreislauf beginnt, denn die schlechte Bezahlung lässt die ausgebildeten Pflegekräfte den Beruf verlassen.
Das führt wiederum dazu, dass die, die bleiben, rein arbeitzeitmäßig irre überlastet sind.
Aber nicht nur arbeitszeitmäßig, sondern auch von den physischen (Über-)Anstrengungen und der überbordenden seelischen Belastung, der dieser Beruf, diese Berufung mit sich bringt.
Bevor ich jetzt zu den Auswirkungen dieser Zustände komme, möchte ich jedem einmal empfehlen, sich die ARD-Wahlarena:
"Fragen an Merkel zur Pflege"
vom 11.09.2017
bei Youtube anzusehen.
- 2017 - ?
Ja, 2017, der VORLETZTEN Bundestagswahl.
Schon dort wurde auf die dramatische Situation im Pflegebereich hingewiesen.
Hingewiesen von einem Pflege-AZUBI, namens Alexander Jorde !!!!!
Er beschrieb die dramatischen Zustände in höchster Erregung, was zeigt, wie dramatisch die Situation schon im Jahr 2017 war.
Vielleicht können sich einige daran noch erinnern.
Wenn nicht, ist das sehr zu empfehlen.
Welche Verbindung gibt es zu Corona?
Das sich die dargestellte Situation in den Jahren 2018 und 2019 noch verschlechterte.
Gewiss wurden die Löhne angehoben.
Nur bringt das nichts, wenn sich die anderen dramatischen Zustände nicht ändern.
Zumal andere Ausbildungsberufe für Azubis finanziell lukrativer und weniger schwer erscheinen.
Wohin zieht es dann die Azubi's?
Bestimmt nicht in einem solchen Beruf mit den allgemein bekannten Bedingungen.
Das schlimme Erwachen ist im Jahr 2020 mit fortschreitender Verbreitung des Virus, steigendem Bedarf an Betten und Pflegekräften (auch Ärzten) gekommen.
Keiner von denen, die damals (oder noch weit davor) in der Verantwortung standen, hat sich jemals zu diesen Fehlern bekannt.
Ich vertrete die Meinung, dass die wirklichen Verursacher der Problematik von fehlenden Intensivstationen- und betten, fehlendem intensivmedizinischen Geräten, fehlendem medizinischen Personal, nicht die sind, die sich nicht impfen lassen wollen.
Sicher verschlimmern sie die Situation, sollte es zu dramatischen Ereignissen kommen.
Sie als asozial zu bezeichnen oder gar zu stigmatisieren finde ich nicht passend.
Die Verursacher sind die, die diese fatale Entwicklung eingeleitet und um diese wissend bis heute nicht behoben haben.
Sicher kann man argumentieren, dass das alles denen nicht hilft, die im Moment Hilfe benötigen.
Das ist absolut richtig.
Ich weiß selbst nicht, was bzw. wie momentan der richtige Weg ist, dass zu entschärfen.
Vielleicht ist es eine noch bessere Durchimpfung der Bevölkerung.
Vielleicht sind alle die im Recht, die diese These vehement stützen.
Ich maße mir da kein abschließendes Urteil an.
Eins weiß ich jedoch mit großer Sicherheit.
Die, die sich nicht impfen lassen möchten, sind nach dem Gesetz im Recht.
Sie sollten weder als asozial noch sonstwas abgestempelt und auch nicht mit dem Finger auf sie gezeigt werden.
Denn, wer ihnen JETZT moralisch etwas vorwirft, der sollte sich fragen, was er in den letzten 10 Jahren zur Entwicklung in diesem Land gesagt und gedacht hat.
Und vor allem für eine Veränderung getan hat.
Die Frage ist doch, ob die überwiegende Mehrheit derer, die nicht von schweren gesundheilichen Situationen betroffen waren, das in der allgemeinen Hektik des täglichen Lebens überhaupt wahrgenommen haben.
Wenn ja, sollte jeder wissen, wo die asozialen Typen sitzen und wer sie sind.
Mit großer Sicherheit nicht die, die sich gegen eine Impfung aussprechen.
So falsch das sein mag (oder möglicherweise auch nicht).
Das Problem gibt es nämlich zu viel lange, um es auf das Verhalten von Menschen zu projezieren, die sich aktuell anders als die Mehrheit entscheiden.
Die wirklich Verantwortlichen für die Entwicklung der gegenwärtigen Situation in unseren KH werden wohl nie zur Verantwortung gezogen.
Da ist es doch um ein Vielfaches leichter, sich an den Impfgegner abzuarbeiten.