Das wird leider nicht das letzte Land bleiben. Wenn man sich allein nur die Impfraten der Nachbarländer Rumäniens anguckt, dann weiß man was auch dort die Stunde geschlagen hat. Jetzt, wo die kalte Jahreszeit kommt. Im übrigen, ja, wir haben zwar vermutlich ein besseres Gesundheitssystem. Aber das spielt im Grunde genommen ja keine Rolle. Wenn die Stationen voll sind, sind sie voll.
1. Ergibt sich die Differenz der Qualität des Gesundheitswesens dieser Länder (Balkanstaaten, Brasilien, Indien, Indonesien, u.v.a.m.) nicht schon alleine durch die total andere Stellung von Deutschland im wirtschaftlichen Bereich in der Welt?
2. Schlägt da möglicherweise die schlechtere Bildung der "einfachen" Menschen durch, d.h., dass diese weniger aufgeklärt sind?
Dadurch eigentlich keine Impfverweigerer, sondern "Unwissende" sind.
3. Sind in diesen Ländern die generell Organisationsstrukturen um ein Vielfaches schlechter.
4. Wollen wir bei der Bewertung der Qualität unseres Gesundheitssystems das dieser Länder als Maßstab nehmen, um damit die bekannten Mängel schönzureden?
Muss es nicht immer so sein, dass man sich am Besseren orientiert, versucht zukünftig genau das besser zu machen?
Oder, sollte man sich lieber am Schlechteren orientieren, das eigene, im Ansatz gute Gesundheitswesen, als super darstellen, um Mängel, teils große SELBSTGEMACHTE Mängel kleinzuhalten?
Ja, unser Gesundheitswesen ist sicher eins der besseren auf der Welt.
Aber, gerade in Zeiten dieser Pandemie zeigen sich die Versäumnisse bzw. Fehlentwicklungen in der Gesundheitspolitik.
Durch die gewollte Privatisierung der Krankenhäuser, der überpropotionalen Schließung von Krankenhäusern, dem rigiden Personalabbau, der gravierenden Unterbezahlung und bis hin zur körperlichen und psychischen Überlastung des Pflegepersonals sowie dem Ärztemangel ist es den Regierenden in den letzten 15 Jahren gelungen, unser bis dato vorzeigbares Gesundheitswesen qualitätsmäßig quasi rückwärts zu entwickeln.
Besonders in ländlichen Gegenden.
Hinzu kommen Wartezeiten bei Fachärzten für Kassenpatienten und riesige Vorteile für Privatversicherte.
Was hat das alles mit Corona zu tun?
Aus meiner Sicht sehr viel.
Insbesonders die fehlenden Krankenhausbetten in "normalen" Stationen, sind der Schließung von KH zuzuschreiben.
Dort, wo genügend Betten und Intensivbetten vorhanden sind, arbeiten sich die viel zu wenigen Pflegekräfte und Ärzte bis zu körperlichen Erschöpfung halbtot.
Das zeigt sich auch in der Überlastung von Hausärzten (besonders Landärzten) bei Vorbeugemaßnahmen bezüglich der Pandemie.
In dieser noch nie dagewesenen Zeit, wo viele, viele Menschen existenzielle Ängste und Sorgen umtreibt, tut sich unser Gesundheitsminister mit dem (zudem zweifelhaften) Kauf eines millonenschweren Anwesens hervor.
Unsensibler und bürgerverachtender geht nicht.
Du hast sicher in einigem, möglicherweise sogar mehr, recht, als ich es sehe .
Betrachtet man das Vorstehende zusammenhängend, ergibt das sicher auch einen gewissen Grund für die Impfweigerung.
Das Kernwort heißt Vertrauen!
Dieses Vertrauen in das richtige Handeln der Entscheidungsträger ist zumindest beschädigt, wenn nicht sogar weg.
Ich bin der Überzeugung, das nicht wenige, die sich nicht impfen lassen wollen, kein Vertrauen zu einem RKI haben, wenn dieses praktisch eine Bundesbehöred ist.
Da mögen dessen Aussagen/Daten und die meisten aus den Empfehlungen hervorgegangenen politischen Entscheidungen sogar richtig gewesen sein.
Es gibt eben eine Gruppe von Menschen, die Vorbehalte, auch aufgrund fehlenden Vertrauens hinsichtlich der Versprechung, dass es zu keinen Spätfolgen kommt, haben.
Diese Menschen sind von ihrem Typ her so gestrickt.
Dass sie damit andere, offensichtliche Dingen "übersehen", wird nicht nur bei der Pandemie, sondern immer so sein.
Zudem tun mediale Plattformen auch bestimmte, richtige oder falsche, Wirkungen erzeugen.
Dass diese Menschen verunglimpft, sie mit dem üblen, weil negativ besetzten Wort "Impfverweigerer" betituliert werden, empfinde ich zutiefst schlimm.
Sicher gibt es auch die, die generellen "Meckerer", dazu tatsächlich auch eine Gruppe von "Querdenkern", nur zweifele ich an, dass sie den Hauptkern derer sind, die sich gegen eine Impfung entscheiden.
In wie weit alle, die sich nicht impfen lassen (wollen), eine potentielle Gefahr darstellen, wäre zu untersuchen.
Da wohl erwiesen ist, dass alle, geimpfte, wie ungeimpfte Überträger sind, ist dieser Punkt schon ersteinmal weniger relevant.
Dass sich Ungeimpfte einer gewissen größeren Gefahr, nämlich schwer zu erkranken, aussetzen, wohl ebenso.
Wenn sie diese Gefahr bewusst in Kauf nehmen, dann ist das so.
Ich als Geimpfter habe vor ihnen jedenfalls keine besonders große Angst.
Wird doch kolportiert, dass bei Geimpften, von ganz, ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, kein schwerer Erkrankungsverlauf zu verzeichnen ist.
Stimmt das alles so, kann es m.M.n. nicht sein, dass die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung, die Geimpften, auf unbestimmte Zeit mit Einschränkungen leben müssen.
Ein völlig anderes Thema ist das, wie man mit den Menschen umgeht, die sich nicht impfen lassen können.
Meiner Meinung nach wird denen auf Sicht nichts anderes üblich bleiben, sich nach eigenem Ermessen oder nach dem Rat des Arztes selbst zu schützen.
Diese Menschen haben in der Regel chronische oder schwere andere Erkrankungen.
Diese behalten sie im überwiegenden Teil für immer.
Ohne den prozentualen Anteil zu wissen, gehe ich einmal von kleiner 5% aus.
So schlimm diese Menschen auch dran sind, so intensiv sie betreut werden müssen, kann es schon aufgrund ihrer bleibenden Erkrankung nicht sein, dass der restliche Bevölkerungsanteil Rücksicht auf etwas nimmt, was prinzipiell zeitlich nicht begrenzt werden kann, dauerhaft ist.
Zudem war es doch in der Vergangenheit auch schon so, dass diese Menschen besondere Schutzmaßnahmen brauchten, bekamen und auch deren Selbstschutz einen gewissen Stellenwert hatte.
Meine ausführliche Ausfügung tangiert Deinen Beitrag nur begrenzt.
Alles was von mir an Zusätzlichem geschrieben wurde, sehe ich jedoch im direkten Zusammenhang.
Gerade, weil vieles Positives und Negatives ineinanderfließend ist, Einfluss auf das Denken und Handeln von uns nimmt.
In welche richtige oder falsche Richtung es dann ausschlägt ist sicher sehr, sehr individuell.
Ich respektiere jede individuell andere Meinung als die Meinige.
Außer die der potentiell schon aus Prinzip "hartleibig" denend und handelnden.